Schlagwort: Malerei

  • Surium 11-06-2011

    Eine gewisse Leichtigkeit kann ich unserem Projekt nicht absprechen: Nannis Bilder zeigen sie, das Verspielte der Skulpturen von Monika  und meine Arbeiten ebenfalls. Wir haben uns viele Gedanken gemacht, verbindende Elemente gesucht, aber auch die gedankliche Arbeit hatte keine Schwere. Unsere Werkgespräche, die Metabetrachtung, ohne die Kunst nicht wachsen kann, hatten den gewünschten Tiefgang, aber keine kunsttheoretische Überhöhung – und besaßen daher auch diese Leichtigkeit.

    Die Wabe hat sich zum zentralen, gemeinsamen Motiv bei Nanni und mir entwickelt -obwohl wir beide SURIUM ganz unterschiedlich – auch heute wieder – verstehen: bei Nanni als Seelenzustand, bei mir als süßer Stoff, der etwas, was auch immer, mit uns Menschen anstellt.

    Das heutige Arbeiten war schon mitgeprägt von der Frage, was und wie wir ausstellen wollen. Versuche von perfekten Arrangements im Raum haben wir gemeinsam verworfen und den Werkcharakter unserer Ausstellung wieder in den Vordergrund gestellt. Es kamen in den letzten Wochen ja viele, die eine Ausstellung sehen wollten und Atelierarbeit sahen. Ab morgen sehen sie eine Ausstellung in der noch gearbeitet wird. Der Schwerpunkt hat sich also verlagert.

  • Surium 04-06-2011

    Heute war es sehr heiß. Das lähmte ein wenig. Daher gab es wenig Dialog zwischen uns Dreien, wenige Besucher und insgesamt einen geringen Kaffeekonsum.
    Gearbeitet wurde aber reichlich.
    Monika hat ihr Ensemble um den Wunschbaum mit Drachenzähnen – Geldern lässt grüssen – ergänzt und die Liegende fertiggestellt.

    Nanni bringt Schicht um Schicht auf ihre Leinwände auf, das Schwarze als Fläche oder Linie nimmt zu und rundet ab. Es erzeugt Tiefe.

    Und sie hat mit der Herstellung von Tonkugeln, die über Luftballons gezogen sind, begonnen. Über den Bezug zu „Surium“ haben wir noch nicht gesprochen. Bin gespannt, ob es diesen gibt.

    Ich habe heute schon früh meine Postkartenserie ergänzt und als Vorarbeit ein Aquarell zum „süßen Stoff“ erstellt. Die Aquarelle zeige ich in den nächsten Tagen.

    Auch der Film macht Fortschritte: Surium wurde in Pink gemalt und danach wieder weiss übermalt und gefilmt.

    Für uns Drei aber war insgesamt heute der Tag der Plastiken: Monika mit ihren Drachenzähnen, Nanni mit den Tonkugeln. Und ich habe mich an einer dreibusigen Skulptur, die im Film als Abschluss Verwendung finden soll, versucht. Bin ganz zufrieden.

    Aber da fällt mir Peter Busch aus Geldern mit seinen bissigen Bemerkungen von gestern abend ein: Wer sagt, dass er zufrieden ist, macht sich selbst und nur sich selbst zum Gradmesser seiner Kunst und schliesst damit Bewertungen von Aussenstehenden von vorne herein aus.

    Ich antworte heute bissig zurück: soll ich mich nur vom Urteil der Kuratoren und Betrachter abhängig machen? Ich entscheide doch selbst – auch selbstkritisch -über mein Werk – Meinungen von Außen beziehe ich mit ein, aber den Grad der Zufriedenheit über das Ergebnis bestimme ich selbst – eigenverantwortlich, mich selbst verstärkend.

  • Surium 02-06-2011

    Seit dem letzten „Suriumeintrag“ am Sonntag ist im offenen Atelier nichts geschehen. Nur die Tassen und Gläser wurden gespült.

    Es kamen heute wieder viele Besucher – was uns sehr freut. Aber auch mit der Konsequenz, dass Nanni voller Erwartung auf die frühe und freie Zeit morgen wartet, um intensiv malen zu können.

    Spasseshalber wurde heute in unserer Runde behauptet, dass wir in unserer Arbeit planvoll vorgehen und stets gedanklich mit unserem Projekt beschäftigt sind – den gesamten Tag über. Auch nachts nach der Tiefschlafphase würde, so die überzogene Behauptung, Surium in uns wühlen.
    Eines aber stimmt für mich: Wenn ich einmal ein Thema angenommen habe, kann ich mich darin so richtig verbeißen, aber ohne Schlafstörungen. So geht es mir auch jetzt, wo wir auf der Suche nach Surium sind. Immer wieder beschäftigt mich in Gedanken, wie ich nun in die Wabe eindringen kann und hoffentlich auf den süßen Stoff treffen werde. Das, was ich auf der Leinwand male und filme, versuche ich vorher durch Skizzen auf Postkarten und durch Aquarelle vorzubereiten. Frei gemalt wird dann mit der Vorlage im Kopf.

    Heute bin ich allerdings nicht zufrieden, denn ich habe den passenden Moment, an welchem ich den Malprozess hätte stoppen müssen, verpasst.  Ich wollte Surium in pink im Inneren des Wabenkerns festhalten. Ich weiß, dass man die Dinge auch ruhen lassen muss, was ich jetzt tun werde. Und morgen eröffnet sich dann eine neue Sicht auf die Fläche.

    Monika war zufrieden. Ihr Baum wächst. Ihr Baum wird, wie sie sagt, zum Märchenbaum. Er wirkt leicht, verspielt, streng im Aufbau, aber glitzernd, ähnlich einem Weihnachtsbaum.

    Am Mittwoch hat mir die Mutter von Frau R., eine ungemein liebenswerte Frau, ein kleines Glas mit süßem Stoff und Waben aus ihrem Bestand geschenkt. Ich habe mich sehr gefreut. Es wird sicherlich im Projekt Verwendung finden. Ich nasche ständig davon und stelle mir vor, es sei Surium und hätte eine Wirkung auf mich.

    Die Szenen meines Films, die schon angedreht sind, habe ich gestern wahllos hintereinander geschnitten und auf schwarz und weiß reduziert. Sieht Klasse aus. Dieser „Filmfetzten“ und unfertige Rohschnitt von ca. 12 Minuten wird am Freitag beim Konzert von Frank zum Einsatz kommen: eine Projektion im Loop auf die Spielenden. Und das Ganze wird natürlich wieder gefilmt und zu einem eigenen, zusätzliche Werk im Rahmen von SURIUM verarbeitet.