mal wieder Lato, als er das Meer sah

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Juergen hat mal wieder ein Paar Skizzen erstellt, die in den Themenblock „als Lato das Meer sah“ gehören. Diesmal hatte er kaum Zeit und hat deshalb wohl ein wenig stark reduziert. Na ja!

Hat aber was, finde ich.

Buchalov

 

die großen Blätter warten schon

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Also wirklich: Größer als 10x 20 cm sind diese Skizzen nicht. Jürgen sitzt an seinem Zeichentisch, nahe dem Strand, und füllt die kleinen Blätter täglich mit seinem Fineliner. Anderes Werkszeug benutzt er momentan nicht. Nach dem Frühstück setzt er sich raus, an seinen kleinen Tisch und legt los.

„OrtsMarken“ fallen ihm ein und Eindrücke vom Meer, die aber auch Eindrücke von Sandwüsten sein könnten. „Als Lato, das Meer sah“ so nennt er sie dennoch.

 

Die großen Blätter, die er auch mitgenommen hat, warten schon darauf mit Tusche gefüllt zu werden, denn seine Absicht ist es, die kleinen Skizzen als größere Zeichnungen umzusetzen. Es hört sich seltsam an, aber Juergen wartet auf Tage, an denen der Wind hier am Meer nicht allzu heftig weht. Denn im Wohnmobil arbeite er nicht mit Tusche, nur im Freien.

Und übermorgen zeige ich die „Ortsmarken“.

Buchalov

das Meer

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Er wisse, meinte Juergen, dass es ein Klassiker sei. Das Meer gehöre zum Menschen wie die Steine, der Wind, die Tränen, die Boote, die Augen, das Lachen und und und. Und er wisse natürlich auch, dass es dazu nicht Neues mehr darzustellen gebe. Alles sei schon gezeigt worden von diesem Wasser, von der „prima materia“.

Aber dennoch: er werde sich dem stellen und schauen, was das Meer dieses Jahr bei ihm auslöse. Denn das Meer ist nicht nur das Meer, sondern es ist ebenso etwas Großes. Etwas Emotionales. Oder die Ferne. Oder der Horizont, die Weite. Es stehe für die Sehnsüchte, den Wind, die Kraft, die Wellen, das Strömen.

Ich sehe ihn,  wie er jeden morgen von seinem Stellplatz mit dem Wohnmobil rüber zum Meer geht, schaut, aufnimmt wie es heute ausschaut und dann macht er ein paar Photos.

„Als Lato das Meer sah“ so lautet der Titel der Serie, in die das alles einfließen soll. So sein Plan.

Buchalov

angeschwemmt

Wir schauten beide, Jürgen und ich,  in den letzten Wochen oft aufs Meer und sahen dort am Strand dann irgendwann einen riesigen, schwarzen Holzbalken liegen. Die Wellen schaukelten ihn und her. Als wir Stunden später wieder zur Stelle am Strand kamen, war er verschwunden. Die Wellen hatten ihn wohl wieder mitgenommen.

Das war ein gutes Bild, fand ich, im übertragenen Sinne. Ich denke, so geht es uns Menschen immer: heute sind wir hier, morgen dort und übermorgen werden wir an einen anderen Strand geworfen werden. Angeschwemmt eben. Und bald wieder von den Wellen mitgenommen. Irgendwohin. In steter Bewegung. Auch geistig.

Buchalov

täglich

Ich sitze neben Juergen, täglich, während er vor dem Wohnmobil an seinem Campingtisch zeichnet. Und ob dabei etwas Belangloses oder Bedeutsames zustandekommt, hängt vom Wind ab, der uns anweht. Weht er zu stark, geht nichts. Weht er gar nicht, fehlen die Ideen, die er ständig mit sich bringt. Der Wind ist der inspirative Geist des Ortes. So Juergen.

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