
Heute will ich nicht viel schreiben , sondern Euch bitten: einfach anschauen und kommentieren. Denn Jürgen ist immer noch nach Scherenschnitten.
Buchalov
Notizen von Juergen Kuester und seiner Kunstfigur Buchalov

Juergen sagte mir, dass er letztens neue Arbeiten von Felix Droese gesehen habe: Scherenschnitte. Felix Droese inspiriert ihn immer wieder – thematisch, durch seine Geisteshaltung und durch seine wilde Ästhetik.
Warum ich das schreibe?
Dieser Impuls hatte Konsequenzen für Jürgens letzte Arbeiten: OrtsMarken als Scherenschnitte. Das passt bei Juergen gut zusammen. Deshalb hat er jetzt mal wieder ein paar davon aus Restepapier geschnitten. Mir fiel auf, das er gezielt Papiere mit Motiven wählte und an Möglichkeiten sucht, die geschnittenen Teile in räumliche Körper zu überführen. Das müsse auch so sein, meinte er. Letzteres sei aber noch im Werden.
Und dann kommt mir noch der Gedanke, Euch um etwas zu bitten: Schickt Restepapier, wenn ihr möchtet. Jürgen kann so etwas gut gebrauchen. Das Wegwerfen von bedruckten oder bemalten oder mit Zeichnungen oder mit anderen Oberflächen versehenen Papieren hält er für unsinnig. Schickt lieber diese Restepapiere zu mir: wenn ihr möchtet. Im Impressum findet ihr meine Adresse. Ich gebe das Material gerne an Juergen weiter.
Buchalov

Heute war nicht viel. Jürgen und ich haben in einem Weltkulturerbe gesessen und uns ausgeruht. Wir schauten die Loreley an, und sie schaute zu uns. Wir haben uns ausgeruht, ein Nickerchen, und sie sang mit lieblicher Stimme dazu. Wir waren glücklich und zu jeder Dummheit bereit. Dann wachten wir auf.
Über Mittag hatten wir einen Energieschub. Also wurde gespült, Fahrrad gefahren, die Toilettenkasette geleert und Nachdenkenswertes gezeichnet. Die kleine Fahrradtour ging über Oberweser, Bacharach, Lorch und Kaub incl. zweimal die Rheinfähre. Es ist traumhaft schön hier. Das findet auch Jürgen.



Wir haben unterwegs eine Kerze für euch mit den besten Wünschen angezündet. Juergen hatte das in Kloster Marienstatt vergessen und Ursula hat zurecht auf dieses Versäumnis hingewiesen.

Aber auch das Perfekte hat bisweilen einen Makel: Es ist ziemlich laut hier. Und viele sind hier unterwegs. Jürgen hatte Zweifel, ob man die Loreley überhaupt singen hören könne. An jedem Rheinufer verläuft eine dicke Straße, eine zweigleisige Bahnstrecke, dann der Schiffsverkehr und auch in der Luft tummelt sich so einiges. Der Raum ist wirklich begrenzt hier. Und so ein Güterzug macht ganz schön Radau. Die Anwohner sind zu bedauern und manche sind erbost. Das zeigen die Protestschilder.

Buchalov