zwei Scherenschnitte | Antje schickte ein Foto als Inspiration

Antje schickte Jürgen ein Foto, mobile photography, gedacht als Anregung.

Und Jürgen machte daraus zwei Scherenschnitte.

Buchalov | papercut

aus dem Zwickelbüro | zweiter Tag | Collaboration

Es ist Sonntag und das Zwickelbüro hatte heute bis 18:00 Uhr geöffnet.

Für Jürgen stellten sich heute viele inhaltliche und technische Fragen, die aber immer darum kreisten, ein Bild für diesen Zustand der “Hoffnung”, sein Thema, zu finden und diese mit dem Zwickel zu verbinden. Ein Zwickel als Band der Hoffnung? Ein Zwickel als Hoffnungsträger? Vielleicht hilft ein Blick in die Welt, der Schmaltextilien. Mal schauen. Hoffnung bedeutet ja eine innere Erwartungshaltung, die darauf ausgerichtet ist, das etwas Wünschenswertes eintreten wird.

Jürgen hat seine zentralen Linolschnitt mit vielerlei Hintergründen kombiniert. Wie zufrieden er mit seinen thematischen Ergebnissen ist, sieht man daran, dass nächste Woche wohl nachgearbeitet wird.

Parallel sind noch drei Scherenschnitte entstanden, die sich aber auch noch behaupten müssen.

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in the studio | variation of a „OrtsMarke“ (Montroig,Sp) | Scherenschnitt und digitale Collage

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für Myriades Impulswerkstatt: eine OrtsMarke

Das da oben ist eine OrtsMarke. Juergen hat sie herausgesucht, weil ihn ein Foto von Myriade dazu angeregt hat.

Es gab dieses Bild eines Steines. Im Blog von Myriade. Gekoppelt mit der Aufforderung sich in einer Impulswerkstatt einzubringen. Das finden Jürgen und ich gut. Hier der Link: https://laparoleaetedonneealhomme.wordpress.com/2020/10/05/frau-flumsel-und-myriade-praesentieren/

Für Juergen ist klar, dass es sich bei diesem Stein auf dem Photo um eine OrtsMarke handelt. OrtsMarken markieren Orte. Orte haben eine Identität und Marken sind ihr Fixpunkt. Sie sind ein Zeichen. OrtsMarken kennzeichnen den Ort und stellen die Verbindung zwischen Ihm und dem Besucher her.

Auf Myriades Foto ist ein Stein zu sehen, ein gigantischer Block, offensichtlich bearbeitet, und er steht so, dass er das Meer sehen kann. Er steht hoch über ihm, denn von dort hat man den schönsten Blick. Er schaut hinaus. Und jeder von Seiten des Meeres aus kann ihn sehen. Ein markanter Punkt halt, mit einem markanten Stein als Zeichen des Ortes.

OrtsMarken sind schon seit geraumer Zeit ein zentrales Thema für Jürgen.

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ihm ist noch immer nach Scherenschnitten

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Heute will ich nicht viel schreiben , sondern Euch bitten: einfach anschauen und kommentieren. Denn Jürgen ist immer noch nach Scherenschnitten.

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ihm war nach Scherenschnitten

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Juergen sagte mir, dass er letztens neue Arbeiten von Felix Droese gesehen habe: Scherenschnitte. Felix Droese inspiriert ihn immer wieder – thematisch, durch seine Geisteshaltung und durch seine wilde Ästhetik.

 

Warum ich das schreibe?

Dieser Impuls hatte Konsequenzen für Jürgens letzte Arbeiten: OrtsMarken als Scherenschnitte. Das passt bei Juergen gut zusammen. Deshalb hat er jetzt mal wieder ein paar davon aus Restepapier geschnitten. Mir fiel auf, das er gezielt Papiere mit Motiven wählte und an Möglichkeiten sucht, die geschnittenen Teile in räumliche Körper zu überführen. Das müsse auch so sein, meinte er. Letzteres sei aber noch im Werden.

 

Und dann kommt mir noch der Gedanke, Euch um etwas zu bitten: Schickt Restepapier, wenn ihr möchtet. Jürgen kann so etwas gut gebrauchen. Das Wegwerfen von bedruckten oder bemalten oder mit Zeichnungen oder mit anderen Oberflächen versehenen Papieren hält er für unsinnig. Schickt lieber diese Restepapiere zu mir: wenn ihr möchtet. Im Impressum findet ihr meine Adresse. Ich gebe das Material gerne an Juergen weiter.

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BFT: Buchalovs Freunde Tour 2019, Scherenschnitte

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So sieht es aus, das ist der Stand, im Moment. Neudeutsch heißt das wohl: work in progress. Jürgen arbeitet an der Aufarbeitung seiner diesjährigen „Buchalovs Freunde Tour.“ Scherenschnitte.

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nicht unbedingt

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Ausstellungen sind nicht unbedingt Juergens Ding. Er teilt da die Auffassung von Einigen, vielleicht Wenigen: Zeit, die man auch anders verwenden kann – Energien, bei denen Aufwand und Ergebnis nicht so recht zueinanderpassen –  Buhlen um Teilhabe, teilweise unwürdig – Fremdbestimmtsein unter Ausstellungsbedingungen, die man nicht selbst bestimmt – die sozialen Medien lassen andere Ausstellungsformen zu. Und das sind nur einige wenige seiner Überlegungen. Er weiss, dass man trefflich darüber streiten kann.

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Und jetzt dieses Ausstellung im Wasserturm in Geldern, Thema: „jedem seinen Platz“, (s. hier: >>> [ …] <<<) im Rahmen der „Kreis Klever Kulturtage“: wieso nimmt er daran teil?

Die Antwort ist einfach: das Thema passt zu dem, was Juergen seit geraumer Zeit beschäftigt: OrtsMarken (s. hier: >>> [ … ] <<<).  Und es ist gut für die künstlerische Biografie. Und es bedeutet ein Minimum an Aufwand. Alles ist so unkompliziert. Punktum!

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Kreuzcut: drei Neue

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Die Aufarbeitung der Dinge, die geschehen, aber nicht verloren sind, dauert bisweilen. So geht es Juergen offensichtlich auch mit seiner „Buchalovs Freunde Tour 2018“. Er beschäftigt sich immer noch mit ihr. Und sie, diese Tour, wirkt immer noch nach, heftig und intensiv. Es gibt scheinbar soviel im Nachhinein zu bedenken, nachzuverfolgen, es sind Fragen zu beantworten, neue gedankliche Kombinationen ergeben sich, es gibt einiges zu recherchieren und und und.

Neben den Zeichnungen und Drucken entstehen dabei jedes Jahr im Rückblick auch Scherenschnitte. Bei Juergen laufen sie unter dem Titel „Kreuzcut“. Drei Neue sind entstanden.

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Schnipsel nach Athen „bringen“

Juergen hat in den vergangenen Wochen an seinen „Kreuzcuts“ und den „OrtsMarken“ gearbeitet, Scherenschnitte oder neudeutsch „papercuts“ sind dabei entstanden. Hier ein paar Beispiele:

Und dabei entsteht nun mal gezwungenermaßen einiges an Papierabfall, Schnipsel halt. Die hat Juergen nach Athen zu Gerda >>> [ … ] <<< geschickt. Denn Gerda ist Spezialistin für Schnipsel und legt daraus Bilder, die mehr als Bilder sind: es sind Aufstellungen, Visualisierungen von inneren Zuständen, Psychogramme, Bilder mit Subtext, Transformationen von Innenleben.

Juergen fragte mich nun, was er mit den Beiträgen aus Athen machen solle, mit den Bildern, den Kommentaren, die Gerda mittlerweile veröffentlicht hat. Erst einmal solle er sich schon brav und von Herzen für Gerdas Einsatz bedanken, habe ich gesagt. Mache er hiermit, klar. Und gerne!

Irgendwie fühlt er sich verantwortlich für seine Schnipsel, obwohl es gar nicht mehr die seinen sind. Weggeben ist abgeben ist loslassen ist Nabelschnur trennen, fertig, habe ich gesagt. Das hat er verstanden.

Und dann habe ihm geraten, seine Notizen, die hat er sich nämlich gemacht, Juergen macht immer Notizen und kleine Zeichnungen,  diese Notizen solle er als Wortschnipsel einfach aneinanderreihen und hier zeigen. Als Einstieg und Anfang und Beschreibung dessen, was das Ganze mit ihm macht, ungefiltert, wirr. Also:

diese Schnipsel, diese Schnipsel in Athen

jetzt, im Moment

vorher bei mir, in Zelle k5, Teil von mir

Teil von mir?

jetzt im Schatten der Akropolis, der grieschichen Mythen – Wow!

alle Dinge sind durch ein großes Band verbunden

alles, mehr oder weniger

zuerst ein wilder Haufen von Papierabfall, jetzt kreatives Material, das plötzlich Geschichten erzählt

von Peter Maschke und mir, von Gerda, von Booten, von Menschen, von Mythen, dem Land, dem Frieden, dem Streit, der Liebe

durch ein großes Band miteinander verbunden

ein richtiges Band

wie sind wir denn bloß in den Schnipseln vorhanden?

Gerda kämpft und sortiert und Gerda geht methodische Wege

so eine Methode hilft beim Umgang mit den Dingen, das weiß ich aus Erfahrung

das ist klug

Schattenspiele finde ich toll und angemessen und narrativ und sinnig

es ist so schön, wenn der Schatten spielt

zwei Boote sehe ich, zwei Personen

eine Zwei

aber: vielleicht kann man gelegte Schnipsel auch überinterpretieren

darf man sich sich im Blog kritisch äußern oder ist immer nur Lobhudelei angesagt?

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