Schlagwort: sketch

  • digitales Zeichnen: Erkenntnis zehn

    Wenden wir uns den noch offenen Fragen des digitalen Zeichnens zu.

    Das digital erzeugte Bild ist zwar ein Bild, aber kein materielles Artefact, da es aus Bits und Bytes besteht und auf einem Speichermedium abgelagert ist. Daraus entstehen Fragen:

    Solch ein Bild ist beliebig vervielfaltbar. Wie kann es zu einem Unikate werden, mit eindeutiger Autorenschaft und möglicher finanzieller Verwertbarkeit? Oder muss man sich von diesem Gedanken grundsätzlich lösen und das Werk im Netz generell frei verfügbar bereitstellen?

    Wie mache ich ein solches Bild präsentabel? Wie kann ich es öffentlich präsentieren? In welcher Größe? In welcher Form? Muss nur noch in der Kategorie der Rauminstallation gedacht werden?

    Wie erreiche ich die Strahlkraft der Bilder auf dem Pc oder iPad auch in der Präsentation gegenüber dem Betrachter? Wie gehe ich mit der Auflösung und Pixelung der digitalen Zeichnungen um? Wähle ich den Ausdruck auf Papier? Benutze ich den Beamer? Gibt es Hilfsprogramme, die die Pixelung aufheben? Wähle ich nur noch Praesentationsformen im Internet, die diese Strahlkraft garantieren?

    Erkenntnis zehn: Die ungeklärten Fragen bedürfen der Klärung, der Weg des Herantastend zu diesem Thema ist noch nicht zu Ende. Wo kann mit wem dieser erkenntinsfördernde Dialog geführt werden?

    Buchalov

  • digitales Zeichnen: Erkenntnis sieben und acht

    Die verwendeten Zeichenprogramme enthalten eine große Vielfalt an verwendbaren Effekten, Stiften, Oberflächen und Hilfsmitteln. Ihr Einsatz sollte gut überlegt sein. Man ist stets in der Gefahr sich in der Vielfalt der Verwendungen zu verlieren und damit das Bild zu überfrachten. Ein wenig ist mehr. Die Künstlichkeit bzw. Retortenhaftigkeit einiger Hilfsmittel verbietet ihren Einsatz. Die Beschränkung auf ein persönliches Kerninstrumentarium, welches einem persönlich liegt – Juergen verwendet in der Regel die Hilfsmittel des traditionellen Zeichnens – ist angebracht.

    Erkenntnis sieben: Digitales Zeichnen bedeutet, sich bei de Anzahl der zu verwendeten Hilfsmittel zu begrenzen und mit einem Kerninstrumentarium, das man vorsichtig in der Benutzung ausbaut, zu arbeiten.

    Digitalen Zeichnungen sieht man schnell ihre „digitale Künstlichkeit“  auch in Form von „Leblosigkeit“ an, da die Oberflächen der Linien und Farbverläufe flach angelegt sind. Sie wirken bisweilen wie gedruckte Flächen. Ihnen fehlt das oberflächlich Materielle. Ihnen fehlen die Reste von Farbpigmenten, die Papierunebenheiten, die Materialspuren eben, welche im Licht körperlich wirken. Digitale Flächen ähneln in ihrer Erscheinung gedruckten Flächen von Druckstöcken aus Linoleum, Holz oder Gummi.

    Erkenntnis acht: Es gilt, so Juergen, digital durch die Verwendung weniger und traditionelle – orientierter Hilfsmittel so zu zeichnen, dass die „digitale Künstlichkeit“ der Flächen oder Linien durch Bearbeitung möglichst wenig in Erscheinung tritt und die Bilder oder Skizzen sich traditionell gefertigten Ergebnissen in der Wirkung annähern.

    (Fortsetzung folgt)

    Buchalov

  • welche Schublade?

    Juergen meint, dass seine Zeichnungen auf dem iPad oder dem Zeichenbrett von der Firma Wacom unter dem Oberbegriff „digitales Zeichnen“ laufen. In der Begrifflichkeit ist er sich aber nicht sicher, da in den Blogs auch oft von „mobileart“ oder „sketching“ die Rede ist. Das verunsichert ihn ein wenig, da er gerne auch in Schubladen denkt, die einen Namen als Oberbegriff haben. Die geben Ordnung und Sicherheit. Mir wäre das gleich. In welche Kategorie seine Kunst passt, wenn es den einen Oberbegriff dafür gibt, halte ich für absolut nebensächlich.

    Juergen zeichnet übrigens immer noch täglich an seinen „EdenEcken“. Das Bild ist von heute morgen.

    Buchalov