
1. Die Karmareinigung
„Cambrascade“ schreibt auf ihrem Blog: „Man erzähle und schreibe die eigene Lebensgeschichte von der Geburt bis jetzt. Immer am Lebensfaden entlang – erinnern, was alles war, mit den Details, den Mustern, den Begegnungen. Die Kindheit durchwandern, die Feuer, an denen wir saßen, das Erwachsen. Alles betrachten, schauen, den eigenen Weg bezeugen, ehren, anerkennen wie es war, loslassen, was Zeit ist. Das kann dauern, bis man angekommen ist im Jetzt.
Dann wird alles nochmal erzählt, zurück in der Zeit, von jetzt bis zur Geburt. Auch das darf dauern. Beim zweiten Mal beginnt sich Manches zu verändern. Andere Schichten schieben sich nach vorne, einiges ist bereits runderzählt. Aus den Unterströmungen könnten neue Geschichtenteile an die Oberfläche kommen. Das Licht bricht sich an bestimmten Stellen anders. Einiges ist verschwunden, anderes schält sich heraus, wieder anderes verdichtet sich oder wird transparenter und manches ist ver-rückt.
Aller guten Dinge sind drei. Ein letztes Mal möge man die Lebensgeschichte erzählen, wieder zurück zum Jetzt.“ Das fasziniert Juergen, einmal wegen der strengen Methodik des Vorgehens, aber auch wegen der möglichen Ergebnisse, die einen vielleicht zu sich selbst führen.
2. Liebe – Hoffnung – Glaube
Und im Krankenhaus lag der ältere Theologe neben Juergen im Krankenzimmer und versuchte seinen Schlaganfall im Gehirn zu verarbeiten. Sie redeten, Juergen und er, und sie deuteten an wie sie mit ihrer Last und der Diagnose umgehen würden. Und bei diesem älteren Mann lag alles in der Bündelung der drei Worte „Liebe, Hoffnung, Glaube“. Und Juergen dachte, das man das Religiöse vielleicht wegnehmen müsste und dann könnte es stimmen, für ihn persönlich, für Juergen.
Das alles erzählte er mir, der liebe Juergen.
Buchalov
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