„als Lato sich isolierte“: Tag 1 bis 3

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Die einen schreiben ein Tagebuch. Andere zeichnen jeden Tag ein Blatt oder mehrere – auch eine Form von Tagebuch. Das scheint Juergen jetzt auch zu machen, wahrscheinlich zeitlich begrenzt, wie er sagt. Und er fotografiert.

(Es gab einen Tag, an dem in Deutschland das gesellschaftliche und soziale Leben in einem ersten Schritt auf ein Minimum zurückgefahren wurde. Am 13-03-2020 ging auch Jürgen in die private soziale Quarantäne und richtete sich unterm Dach seinen Zeichentisch ein. Die dort entstandenen Zeichnungen und Fotos gehören zum Themenblock „als Lato sich isolierte“.)

Juergen sagte mir, dass es gar nicht so einfach sei neue Bilder für das zu finden, was da gerade geschehe. Und mit uns geschehe. Und wie es auf uns wirke. Aber er versuche es, zeichnerisch und fotografisch.

Tag 1: es beginnt

Tag 2: es wird gesungen

Tag 3: der Blick nach Innen

Es werden in den nächsten Tagen sicher noch einige Zeichnungen und Bilder folgen, denn nicht nur Handhygiene, sondern auch Psychohygiene sei angesagt. Zeichnen befreie. Zeichnen schaffe Klarheit. Zeichnen bedeute ablegen, weglegen, erledigen, verstehen. So denkt Juergen sich das jedenfalls und versucht zu verstehen, was da jetzt mit allen und mit ihm geschieht. Auf seine alten Tage sei er jetzt auch noch Teil einer Pandemie. Nicht zu glauben. Zeichnerisch könne er da vielleicht was für sich klären.

Zu Lato hat Juergen schon viele Arbeiten erstellt. Wer Zeit und Lust hat, kann ja hier mal reinschauen: >>> Lato <<<

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P.S. „Im Vertrauen“, sagte Juergen zu mir. Es seien zwei Punkte mit denen er momentan zu kämpfen habe: wie finde man neue Bilder für solch eine Kathatrophe wie diese Pandemie. Und es müsse mieses Papier sein, auf dem gearbeitet werde, es müsse stümperhaft gezeichnet werden, es müsse verschwommen fotografiert werden, und das alles, um den morbiden Charakter der Situation, dieses Gebrochene, diese fatale Dynamik rüberzubringen. Er tue sich schwer damit. Das müsse er für sich so erst einmal akzeptieren.

er hat aus dem Fenster gesehen

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Keine Frage: Juergen hat sich gelangweilt. Er ist durch die Ateliers der Ateliergemeinschaft in Geldern „gestromert“, hat zu dem einen oder anderen Fenster rausgeschaut,  und landete im gemeinsamen „Raum fürs Grobe“, da wo die Werkbank steht und die Maschinen auf ihren Einsatz warten. Dort hat er den Müll durchsucht und eine bemalte Pappe gefunden. Die Malgruppe von Andrea entsorgt da schon mal einiges. Mit dem Cuttermesser hat er seinen Frust an diesem Stück ausgelassen, es zum Druckstock erklärt und heute dann abgedruckt. Zuerst hat er sich gefragt, was da geschehen und was da entstanden ist. Aber dann hat er zusätzlich gezeichnet und das Gedruckte ergänzt.

Und jetzt weiß er es: er hat aus dem Fenster gesehen. So kam es ihm jedenfalls vor. Das, was er da zu Papier gebracht hat, hat er gesehen als er aus dem Fenster schaute. So stellt er sich das jedenfalls jetzt im Nachhinein vor. Damit hat Juergen den Titel gefunden.

Jetzt sucht er noch eine Präsentationsform, die ihm zusagt.

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im Zwickelbüro: der dritte Tag ist der, an dem die Zukunft auftauchte.

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Man sitzt und steht und geht und sucht und findet und probiert und versucht und schneidet und zeichnet und malt und verwirft oder läßt es wie es ist. So ist künstlern. Jedenfalls bei den Dreien, denen ich über die Schulter schauen darf. In Juergens Atelier am Ostwall in Geldern.

Gestern hatten sie ihren letzten gemeinsamen Tag „im Zwickelbüro“. Sie waren alle drei mit den geplanten Dingen etwas früher fertig als erwartet. Also blieb mehr Zeit für Gespräche und Planungen.

Dennoch: Juergen hat gedruckt, gedruckt, gedruckt, auf altes Papier, auf Katalogseiten und auf Papierhintergründe, die Antje mitgebracht hatte. Aber auch eine im Papierabfall gefundene Bahn musste herhalten.

Martina hat das große Zeichenblatt weiter bearbeitet und u.a. mit „CO2 Schreiberei“ stundenlang gefüllt – eine riesige Fleißarbeit.

Bei Antje ging es gestern weniger um den Zwickel und eher um die Aufarbeitung von alten Beständen, die sie mitgebracht hatte, um halbfertige Bilder und Ergänzungen im Detail.

Und die Zukunft? Vielleicht liegt sie beim nächsten Treffen im November im textilen Bereich oder in der Vertiefung der Erstellung von Rapporten oder in der Arbeit im Rahmen einer festgelegten Versuchsanordung, die dem Zufall dient. Wer weiß?

Jetzt hat das Zwickelbüro jedenfalls wieder geschlossen.

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Der Zwickel ist Dada …

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„Der Zwickel ist Dada. Das Zwickelbüro wird am Wochenende öffnen. Der Zwickel als heimlicher Begleiter. Zwickel bleibt Zwickel! Dann zwickelt mal schön!“

Alles so Sätze, die im Zusammenhang mit dem „Zwickelprojekt“ von Antje und Juergen in der Vergangenheit gefallen sind. Hier könnt ihr noch einmal schauen: >>> [ … ] <<<

Und jetzt wollen sie es wieder tun. Juergen hat mich darüber informiert, dass Antje, Martina und Elke am kommenden Wochenende dem Karneval entfliehen und sich bei Jürgen in die Arme des Zwickels stürzen werden. Und der reinigt schon mal fleißig das Atelier, räumt auf und hat die Verfügbarkeit der Räume in der Ateliergemeinschaft geklärt. Es darf und kann also gezwickelt werden. Einen kleinen Plan hat er sich auch schon zurechtgelegt. Aber davon später.

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XYZ-Woche: der fünfte Tag ist der mit der Methode.

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*** Schatten – Zwilling – Spiegelung – Schnitte – Maas – Samstag – Bohneneintopf – Sitzmarathon – Wandgeflüster – Mann oh Mann – wie nur wie ***

Juergen war scheinbar nun während der gemeinsamen XYZ – Woche mit Dagmar in ein Loch geraten. Worte, Worte, Worte. So sah es für mich von außen aus. Ein gedankliches Loch. Ein Ideenloch. Da zündete nichts. Und was macht man dann? Was hat Juergen gemacht? Tja, ich kenne das schon: er flüchtet sich dann in die Anwendung einer Methode. Und was kam zur Anwendung: Rumspielen mit der iPhone – Zeichenapp. Und das solange bis ihm etwas Brauchbares vor die Füße gefallen ist. Und Festhalten am Gedanken der Spiegelung, des Schattens. Die Ergebnisse seht ihr hier. Überzeugt haben sie ihn aber nicht. Aber ein Anfang war gemacht.

Holla, holla, bim, bäm, bam!

Und dann die Methode mit dem Langzeitduschen und dem Nachdenken unter derselben. Ergebnis: die Idee vom Holzblock mit Linien, dem mit Kreisen, dem Seelenkastenblock und dem Block mit der Radarfalle. Alle vier beim Drucken kombinierbar. Alle vier aber auch nach dem Prinzip der verlorenen Platte bearbeitbar. Alle vier stehen im Bezug zur Arbeitswoche und den Motiven, die ihm da über den Weg gelaufen sind. Wenn das mal kein Plan mit Methode ist.

Holla, holla, bim bäm bam!

Und Dagmar? Tja, Dagmar hat sortiert, einen Flyer gestaltet, sich einiges vorgenommen und dann Kaffee getrunken. Mit Juergen. Sie redeten über alle erdenklichen Funktion und Erscheinungsformen der Blasen, über den Unterschied zwischen Präsentationsform und Installation. Und sie hielten Rückblick, denn der Besuch beim Rundgang an der Münsteraner Kunstakademie wirkte noch nach.

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da ist ein Päckchen gekommen

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Weihnachten steht zwar vor der Tür und da wird so manches Päckchen an der Haustür abgegeben. Aber es gibt auch die, die nichts mit Weihnachten zu tun haben. So auch das Päckchen von Heike, Heike Sackmann ( >>> […] <<<). 

Es ist kein Weihnachtspäckchen. Juergen sagte, er wisse gar nicht mehr wie der Kontakt zu Heike übers Internet zustande gekommen sei. Egal! Jetzt jedenfalls sei ein Päckchen gekommen, und es habe ein kleines Manifest zur Mailart enthalten, Faltblätter zum Projekt „Dialoge“ von Heike, Postkarten zur letzen „Livezeichnen Aktion“ in Berlin und die Aufforderung drei kleine Zeichnungen im Rahmen eines „cadavre exquis“ anzufertigen.

Die Zeichnungen zu Letzterem entstanden heute morgen am Frühstückstisch, gelesen wurde gestern und im Internet wurde recherchiert bevor dieser Post entstand. Hier noch ein Link: >>> […]<<<

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BFT ist jetzt

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BFT – Buchalovs Freunde Tour 2019 –  die war im August. Hier der Link: >>> [ …]

Und jetzt sei es an der Zeit, einiges aus dem damals entstandenen Skizzenbuch tiefer zu arbeiten. BFT sei jetzt. So Juergen. Daher hat er sein damals angelegtes Skizzenbuch durchforstet und die Entscheidung für drei Skizzen getroffen, die nun zu Linolschnitten, Scherenschnitten und zu Papierobjekten werden.

Ich schaue ihm mal, wie so oft, bei der Arbeit über die Schulter. Hier ein paar erste Eindrücke.

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