Hoogen Dyck | das mit den Skizzen nimmt scheinbar kein Ende |

Wenn ich an seinem Zeichentisch vorbeigehe, sehe ich fast immer neue zeichnerische Skizzen zum Hoogen Dyck. Das mit den Skizzen nimmt scheinbar bei Jürgen kein Ende.

Buchalov

I have never been in the Altes Wasserwerk before | wo ist hier die Zukunft? | +4

Vorgestern war Sonntag. Das Projekt im Alten Wasserwerk ist am Sonntag beendet worden. Ein guter Tag, denn Montags beginnt ja die Woche. Die Nachbereitung wird Jürgen wohl in den nächsten Tagen abwickeln. Alles muss gesichtet werden, geordnet werden, untersucht werden. Und dann soll es seinen Weg in ein selbstgebundenes Buch finden, eine Sammlung von Zeichnungen und Fotos, unsortiert, wild, bruchstückhaft, offen.

Sammeln, dokumentieren, zeichnen, fotografieren: das ist das eine. Eine Stichwortliste soll Jürgen bei der Klärung der Frage helfen, wie seine Beziehung zu diesem Ort nun aktuell aussieht. Die Stichworte sind: Vertrautheit, hell und dunkel, zeitlos, Spuren und Geschichten, abgenabelt, remember, hat das Gebäude eine Zukunft?, Funktionalität, genug, wohin habe ich mich verändert?, Körperlichkeit, wo sehe ich die Zukunft dieses Ortes?, überwuchern, umspannen, groß.

Er habe nun vier Tage hier den Raum belebt, in ihn hineingehört, einen Raum, der ihm bis vor zehn Jahren ungewöhnlich nahe gewesen sei. So Jürgen. Und jetzt? Wie gehe es writer? Was bringe die Zukunft? Wie sei die Beziehung? Passiere zwischen ihm und dem Ort bald mehr?

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„Hoogen Dyck notes“ | erste Fotos, die beim Skizzieren helfen.

Das Zeichnen vor Ort soll ja die direkteste Art der Auseinandersetzung sein mit dem, was einen da so fasziniert. So sagen und schreiben einige. Das Zeichnen auf der Grundlage von Photos dagegen scheint bisweilen verpönt.

Jürgen zeichnet eigentlich immer von Photos ab, wissend, dass natürlich das Photo schon einen ersten Filterungsprozess durchlaufen hat. Jürgen ist das gleichgültig, denn das Photo wird er nicht Eins zu Eins abbilden, sondern das Photo dienst als Inspiration und grobe Orientierung. Es ist das, was er beim Zeichnen als Anstoß benötigt. Weil seine zeichnerischen Fähigkeiten begrenzt sind – er behauptet sogar immer, er können nicht zeichnen – flüchtet er sich gerne in das freie Zeichnen, die grobe Abbildung, dass Rudimentäre, Grobe, nicht in die unbedingt realistische Wiedergabe.

Die jetzt hier gezeigten Fotos bilden Eindrücke vom „Hoogen Dyck“ und seiner Umgebung ab, und dienen ihm als Vorlage für die ersten zeichnerischen Aktivitäten zum Thema. Sie sind ein Einstieg.

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Kasachisch- kaskadische Skizzen

Es entstehen ja immer Skizzen und Zeichnungen, die thematisch nicht so eindeutig zuzuordnen seien, meinte Jürgen. Die sortiert er schon seit Jahren in einem Zyklus ein, den er “Latos kasachisch -kaskadische Skizzen” nennt.

Diese drei Skizzen hier gehören auch dazu:

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drei Orte stehen auf der Liste

Die Beschreibung eines Ortes, eines Ortes, zu dem Jürgen eine besondere Beziehung hat: das könnte das nächste Thema sein. Und es würde darum gehen diese Beziehung zeichnerisch und fotografisch und irgendwie gestalterisch zu dokumentieren oder zu beschreiben. Diesen Ansatz hat er schon mehrmals verfolgt, auf seinen Fahrten. Mit den Orten und deren Umkreisen hat er es nämlich. Momentan wird aber nicht gereist, also könnten es auch Orte von hier am Niederrhein sein. Meinte Jürgen.

Drei Orte stehen auf seiner Liste:

das Altes Wasserwerk in Wachtendonk: Hierzu wäre denkbar sich mehrere Tage in dieses Gebäude mit dem weitläufigen Gelände zurückzuziehen, und wie ein Eremit das Gesamte auf sich wirken zu lassen. Hier könnte man ungestört arbeiten. Das ist praktisch möglich, da man das Gebäude für kreative Aktionen anmieten kann. Das gefällt ihm sehr. Einen Titel für das Ganze hat er schon: I have never been in the Altes Wasserwerk before.

der Hoogen Dyck, ein Wirtschaftsweg am Rande von Kerken an der Grenze zu Wachtendonk: Auch das hat einen großen Reiz, einen sehr großen sogar, denn hier geht er oft entlang, hier ist er seit einem halben Jahr ständig kurz anzutreffen, hier ist der Wald, die Natur im Großen und Kleinen, hier sind die vielen Hunde mit ihren Besitzern, hier sind die Menschen, die Spazierengehen, hier ist das Paulsenkreuz, und es existieren schon einige Photos, die er hier geschossen hat. Das Arbeiten vor Ort wäre etwas schwieriger zu organisieren, aber machbar. Der Titel des möglichen Vorhabens steht auch schon: Hoogen Dyck notes.

Und das kleine Waldstück mit den Bienen, das sein Freund Hajo bewirtschaftet: Auch hierhin fährt er gerne mit dem Fahrrad und schaut über den Zaun oder geht mit Hajo direkt zu den Bienen und wildert im Gelände des Waldes herum. Das Arbeiten vor Ort wäre etwas schwierig. Arbeitstitel für dieses Vorhaben könnten sein: im Wald oder bei Hajos Bienen oder Parzelle Hajo.

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Künftig/bald/nach vorne: die alte/neue Kamera liefert weitere fotografischen Skizzen zu den Faltungen.

Ich lasse mal die Bilder sprechen. Hier einige fotografische Skizzen vor dem offiziellen Start des Arbeitsvorhabens:

Und hier fotografische Skizzen, die während des Projektes entstanden sind:

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„schauen, wundern, schlucken“: So müssen sich Ameisen fühlen!

Keine Frage: Es war überwältigend schön damals. Und es war die Natur, die einen ganz klein werden ließ, im positiven Sinne, die einen auf ein Normalmaß zurechtstutze, und die einen überwältigte. So müssen sich Ameisen fühlen.

2016 sind wir einige Wochen in Norwegen unterwegs gewesen, und es entstand eine reich gefülltes Skizzenbuch. Die Skizzen sind so angelehnt, als wenn von außen auf eine Natur und Landschaft geschaut wird, die sich in einem Bühnenszenarium präsentiert. Landschaft als Szenarium. Es ging Reduktion in der Darstellung von Landschaft, mit reduzierten „Bühnenanweisungen“ bestehend aus Punkten, Clustern, einzelnen Worten, kleinen literarischen Hinweisen und und und. Dieses Skizzenbuch hat Jürgen wieder ausgegraben und setzt jetzt einiges davon in Holzschnitten um, kleinschrittig, klein im Format und reduziert in den Farben.

Neun Motive als Holzschnitte sind es geworden. Und das ging so: Reste von Holz gesucht, in das sperrige Zeug die Motive geschnitten, das Splittern in Kauf genommen, das Verschneiden zum gestalterischen Prinzip erhoben, Vorabdrucke in schwarz/ weiß erstellt und dann den Rest nach dem Prinzip der verlorenen Platte mit verschiedenen Farben realisiert, Titel: schauen, staunen, schlucken – Norwegen.

Es sind so viele Ergebnisse geworden, dass Jürgen meinte, ich solle sie in zwei Schritten zeigen. Das hier wäre also Teil 1.

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Für Myriades Impulswerkstatt im März: das Meer in Norwegen

Als Myriade in ihrer Impulswerkstatt , Link siehe hier >>> xxx <<<<, ein Bild zeigte, das Bild 3, fiel Jürgen sein Skizzenbuch aus der Fahrt nach Norwegen vor Jahren wieder ein. Das Büchlein liegt im Atelier, da, wo so viele Blätter und Skizzen liegen, thematische geordnet, aus denen etwas werden könnte. Also zeige ich jetzt erst einmal ein paar dieser Skizzen und hoffe, dass Jürgen im März noch einen kleinen Holzschnitt auf der Basis des Skizzierten hinbekommt. Er hat damals alles mit Fineliner und Aquarell so rudimentär gezeichnet als wenn es ein Bühnenszenarium wäre. Ich bin begeistert, wenn ich mir die Skizzen jetzt so ansehe und es scheint, dass die Idee der Konzeption bis heute trägt.

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Künftig/bald/nach vorne: Eden3 – ein kleiner Zwischenstopp

So, meinte Jürgen: Jetzt machen wir mal einen Punkt und legen am Wochenende einen kleinen Zwischenstopp ein. Der Gartenzaun von Eden steht nun schon mehr als eine Woche. Eden nahm also in den vergangenen Tagen Form an – auf der Wand in Jürgens Atelier jedenfalls. Und in den Bildern vom Zentrum der Utopie.

im Inneren der Utopie

Es ist wie immer: an der Wand wurde gesammelt, was so im Laufe der Zeit entstand und was das Thema produzierte . Gezeigt wird nicht alles, aber eine wichtige Auswahl. Und bei Eden3 hatte Jürgen mit der Einfriedung begonnen und auch schon mal den Geist/Gott links mit ins Spiel gebracht. Hinzugekommen sind weiterhin eine Auswahl der andern Dinge, die im Laufe der Wochen entstanden sind. Und die Wand sieht momentan so aus:

Und ab Freitag startet über das Wochenende – als kleine Abwechslung – das Zwickelbüro.

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