Zeichnen nach Photos

Juergen gehört nicht zu denen, die in der freien Natur oder dort, wo er unterwegs ist, sein Skizzenbuch zückt und zeichnet. Gelegentlich kommt das auch vor, sicherlich, aber es ist nicht die Regel, eher die Ausnahme.

Nein, Jürgen fotografiert und dokumentiert. Mit dem Smartphone. Schnell und zügig. Teilweise verhuscht. Flüchtig. Er will beim Fotografieren für seine Umgebung eigentlich unscheinbar sein.

Und manche der Bilder werden dann zur Basis seiner Zeichnungen. Aber nicht mit der Absicht einer originalen Wiedergabe, dafür ist ja das Foto da, nein als Basis von freien Zeichnungen. Die Anderen, oder viele davon, wandern in seine thematisch geordnete Materialkiste und warten dort – wahrscheinlich auf bessere Zeiten, oder auf die Zeiten, wenn sie benötigt werden.

Das ist seine Methode.

Buchalov

Skizzenbücher und anderes

IMG_9295

Es gibt ein Skizzenbuch für seine „OrtsMarken“.

Es gibt eins fuer seine vielen Orte.

Dann noch eines für seine Netze.

Und es gibt ein Skizzenbuch für all das, was thematisch auf den ersten Blick nicht zuordbar ist, so wie die Skizze oben.

Das sind Juergens Skizzenbücher, die er momentan auf seiner Reise benutzt. 

Es gibt aber auch eine  große Schachtel mit losen Blättern im DIN A4 Format. Sie liegt immer griffbereit in seiner Nähe. Es gibt weiterhin beliebige Papieruntergründe wie Zeitungspapier, Pappreste, Servietten, Verpackungstüten, Kartons und alles das, was man unterwegs so findet und als Zeichengrund benutzen kann.

Buchalov

nicht sogleich

Ich wurde begrüßt mit „Na, Du Rumtreiber, auch wieder im Lande?“ „Boris, der Maler“ freute sich sichtlich, als ich heute in unserer Ateliergemeinschaft auftauchte, die Kaffeemaschine anschloss, die Kisten mit den Zeichenuntenailien und den Papieren  aus dem Wohnmobil hochschleppte und begann, mich wieder in meinen Räumen einzurichten.

Zwischendurch habe ich lange am Tisch gesessen und in den Skizzenbüchern geblättert, alte Zeichnungen angeschaut und einiges umsortiert. Und jedes Mal bin ich erstaunt über mich und die Ergebnisse, die ich so lange nicht geschaut habe, und was mich da so anspringt. Und ich war zufrieden mit mir. Vielleicht ist es doch ganz gut, dass ich oft so streng mit mir bin und meine Arbeiten gnadenlos in die Qualitätsstufen A, B und C einordne.

Ich kann nicht sogleich loslegen und arbeiten. Ich brauche immer einige Tage, in denen ich im Atelier umherlaufe, mir Dinge anschaue, mich sortiere, Gedanken hin und her wälze, einiges auf den Tischen fotografiere, mit den anderen rede, Papiere von rechts nach links schiebe oder Zeichnungen zu neuen Blöcken sortiere und wieder zerlege. Zwischendurch gehe ich in den Copyshop um die Ecke, manchmal, weniger um zu kopieren, das auch, sondern um mit Oliver über Musik und Sonstiges zu reden. Und dann bin ich irgendwann in meinen Räumen angekommen und gehen ans Umsetzen der Dinge, die ich mir so vorgestellt habe.

Buchalov

schwierige Sache

Wir hatten Langeweile, Juergen und ich. In seinem Atelier. Und ich blätterte in einem seiner Skizzenbücher und fand die hingeschmissenen Portraits.

Portraits seien eine schwierige Sache, meinte Juergen. Und wer wolle so was eigentlich heute noch sehen?

Buchalov