Schlagwort: Susanne Haun

  • Bedeutet künstlerisches bzw. kreatives Schaffen Flucht aus der Realität? Oder ist es Aufarbeitung der uns umgebenden Wirklichkeit?

    Heute startet der dritte Teil unserer Blogparade. Ich hatte mir zur Vorbereitung einige Fragen auf einen Zettel geschrieben, versucht, die Sachlage einzugrenzen, Rudolf den Bildhauer zu Rate gezogen, meine Tochter Swetlana befragt und mich dann nach einiger Zeit entschieden. Meine Frage lautet also:

    Bedeutet künstlerisches bzw. kreatives Schaffen Flucht aus der Realität? Oder ist es Aufarbeitung der uns umgebenden Wirklichkeit?

    Es wird, wie so oft, keine eindeutige Antwort geben, so vermute ich. Aber das Ausloten der beiden Positionen fände ich schon reiz- und sinnvoll. In unserer Ateliergemeinschaft fällt manchmal der Satz, dass wir dort in einer zweiten Welt leben, parallel zur Wirklichkeit, in einer Welt der Beschäftigung mit uns selbst – auf einer Insel. Meine eigenen Ansprüche und die mich faszinierende Beschäftigung mit dem Künstler und Menschen HAP Grieshaber und seinem sinngemäß wiedergegebenen Satz, dass er die Welt mit seiner Kunst verändern wollte, ihm dies aber nicht gelungen sei und er nun hier auf seiner Alm seine eigene Welt geschaffen habe, waren weitere Anlässe für mich, diese Frage aufzugreifen.

    Wenn es Flucht aus der Realität ist, bewegen wir uns dann in Richtung „l’art pour l’art“. Arbeiten wir also sinnfrei? Arbeiten wir dann nur auf uns selbst bezogen? Ist kreatives Schaffen somit ein Mittel der Psychohygiene? Sind wir alleine mit uns? Spielen wir nur? Sind wir Unterhalter, Alleinunterhalter? Die künstlerischen Exoten? Und wie stehen wir dann zu unserer Verantwortung für das Ganze?

    Wenn es Aufarbeitung der Wirklichkeit ist, wohin führt es dann? Was verändert dieses Tun wirklich? Wird Kunst Teil der gesellschaftlichen Prozesse? Sind wir somit politisch? Ist Kunst politisch? Produzieren wir dann gesellschaftliche Werke? Werden wir Teil einer Gemeinschaft mit ähnlichen Absichten? Was ist dann unter dem Begriff Kunst zu verstehen? Geben wir die kreative-kritische Distanz auf? Was ist mit der künstlerischen Freiheit? Wo liegen unsere Wirkungen?

    Kreatives Handeln als Flucht und/oder Aufarbeitung der Wirklichkeit: darauf möchte ich es reduzieren und im Dialog mit Euch auffächern.

    Am Ende der Woche wird aus den Teilnehmen der Diskussion per Losverfahren eine Person ermittelt, die als „Danke schön“ für die Beteiligung an der Aktion ein kleines Werk des Künstlers erhält (s.o.) und zusätzlich wird als Preis jeweils ein „Sternzeichenbuch“ verlost, das der Hamburger Galerist Karsten Peters gesponsort hat.

    Ich bin der Dritte im Rahmen der Blogparade. Wir alle erhoffen uns eine lebhafte Diskussion zu unseren Fragen. Im Abstand von einer Woche waren und sind folgende Künstler  im Netz:

    For my english readers:

    Today starts the third part of our blogparade. In  the last days I prepared therefore some questions, written on a piece of paper. It limited the circumstances, I consulted  Rudolf the sculpture, asked my daughter Svetlana and then I did a decision. Thats my question:

    Does artistic or creative work means escape from reality? Or is it the reworking of our surrounding reality?

    Juergen

  • Blogparade #2, zweite Woche

    Die Blogparade geht in die zweite Woche. Das Verfahren habe ich hier schon in einer Vorankündigung beschrieben.

    Heute stellt Ute Schätzmüller ihre Frage, und sie freut sich sicherlich über jeden Beitrag. Zu gewinnen gibt es auch etwas – als Anreiz: obiges Bild von Ute und das Sternzeichenbuch, gesponsert vom Galeristen Karsten Peters. Aber aus der Erfahrung der ersten Blogparade und der letzten Woche weiß ich, dass in erster Linie wohl die Lust und Freude am Dialog, am Erkenntnisgewinn, die Triebfeder für Eure Beiträge ist.

    Utes Frage lautet:

    “Darf das Geschlecht der Künstler in der Rezeption und Beurteilung der Kunst eine Rolle spielen?”

    Buchalov

    For my english readers:

    The blogparade is going into the second week. I have already described the method in a notice.

    Today Ute Schätzmüller is doing her question, and she would be pleased to receive many, many posts. You can win one of her artworks and „the Sternzeichenbuch“ – as an incentive.

    This is Utes question: „May the sex of the artist play a role at the reception and evaluation of artwork ?“

  • manchmal dauert auch das Denken

    Juergen hat mir ein Blatt gegeben, voller Worte, Pfeile und Verbindungen, eine „mindmap“ zum Thema „Präsentation“ und bat mich, sie zu veröffentlichen, auf meinem Blog. Dies sei das Ergebnis von emsigem Nachdenken. Manchmal dauere auch das Denken. Hoffentlich könne ich seine Schrift lesen. Notfalls müsse er das mal sauber neu schreiben.

    Juergen bezog sich auf die erste Frage der Blogparade von Susanne Haun, vom Montag. Unter der Dusche sei es ihm am leichtesten gefallen, das Denken. Das Niederschreiben habe alles noch klarer gemacht.

    Man müsse sicherlich über die Bedeutungen der Begriffe auf dem Blatt und was im Einzelnen gemeint sei reden, sie erläutern. Er habe nicht gedacht, dass dieser Begriff „Präsentation/prensentation“ so komplex sei, so komplex eingebettet sei. Jedes Wort habe Wichtigkeit. Jede Beziehung sei von großer Bedeutung. Dies solle ich auch Susanne Haun posten. Er sei gespannt wie sie antworten werde.

    Vielleicht sei aber alles auch gar nicht so bedeutsam, schränkte er zum Schluss ein.

    Buchalov