on stage | künftig, bald, nach vorne | 7 | thoughts: important – unimportant |

Die Bühne ist ein Ort. Und ein gestalterisches Mittel.

Die Bühne ist im kreativen Prozess ein strukturelles Element, ähnlich der Linie oder dem Prozess.

Die Bühne erobert immer den Raum. Sie führt den Betrachter in die Dreidimensionalität.

Eine Bühne kann als gestalterisches dreidimensionales Element bei Ausstellungen zur Ergänzung oder als eigenständiges Element von zweidimensionalen Werken eingesetzt werden.

Wird ein Gegenstand oder ein Ding auf einer Bühne platziert, dann wird die ihm innenwohnende Bedeutung verändert: er wird hervorgehoben und erhält eine besondere Bedeutung.

Die Elemente der Bühnengestaltung haben massive Auswirkung auf die neue Bedeutung eines auf der Bühne befindlichen Gegenstandes.

Die Wirkung der einzelnen Bühnenelemente kann durch spielerischen Umgang mit Ihnen experimentell ausprobiert werden.

Der Betrachter kann über die neuen Bedeutung dieses Gegenstandes, losgelöst vom ursprünglichen, interpretativ agieren.

Es gibt verschiedene Formen von Bühnen: die Frontalbühne, die Rundbühne, die halbrunde Bühne, die Wand, die Kiste, den Tisch, den Türrahmen, …

Eine Bühne kann eine spezielle Ästhetik entwickeln.

Die Bühne erhebt die Dinge aus der Alltäglichkeit und machst sie zu etwas besonderem.

Auch eine Bühne unterliegt als Gestaltungsraum bestimmten gestalterischen Prinzipien.

Die Größenproportionen spielen auf der Bühne ein wichtige Rolle, denn es gibt ein nebeneinander, ein hinten und vorne, ein rechts bzw. links.

Eine Bühne ist immer.

Buchalov

Wann ist ein Motiv es wert, aufgegriffen zu werden? | „Arteva“ stellte die Frage vor einiger Zeit | Gedankensplitter

Motive sind überall. An jedem Ort, zu jeder Zeit. Und ich bin das Auge. Und die Instanz, die darüber entscheidet, was bedeutsam sein könnte. So Juergen.

Vor dem Aufgreifen eines Motivs steht das bewusste Sehen, die Fähigkeit sehend und beobachtend durch die Welt zu gehen.

Es gibt Fragen: Warum springt mich genau dieses Motiv an? Wo hinein passt es in meinem Bilderkosmos? Was sagen das Motiv direkt und was indirekt? Worin liegt sein Gehalt? Was bewirkt das Betrachten eines Motivs? Wie ist der Zusammenhang zwischen Motiv und Betrachter? Warum gerade dieses Bild?

Man sollte den Zufall nicht vergessen.

Buchalov

über Wirkungen

Jürgen grübelt!

Alles, wirklich alles habe eine Wirkung. Das Tun, das Denken, das Glauben. Auch das, oder gerade das, was man hier im Block schreibe. Alles habe eine Wirkung. Man vergesse das leicht, meinte Jürgen. Und auch die Art und Weise wie man schreibe, sei von Bedeutung.

Manchmal entwickeln solche Impuls auch eine Wirkung, die man gar nicht beabsichtigt habe. Aber es entsteht eine Wirkung. Dreimal sei ihm das nun in der kurzen Vergangenheit geschehen.

Und letztendlich falle alles, was man veröffentliche, auf einen zurück. Denn man sei nicht nur für den Impuls, sondern eben auch – ein wenig zumindest – für die Wirkungen verantwortlich.

Ein Beispiel: wenn er über den Schatten sei der Zwilling schreibe, dann habe dies Wirkung auf lesende Zwillinge, auf Menschen, die mit Zwillingen traurige oder positive Dinge erlebt hätten und und und.

Oder: wenn er ironisch über die Vorstellung schreibe, dass Menschen sich den Thron des Satans ins Pergamonmuseum phantasieren, dann habe das möglicherweise auch eine Wirkung: so oder so.

Und umgekehrt gelte damit aber auch: Man habe als Autor Einfluss. Vielleicht sei der nicht allzu groß und verflüchtige sich schnell. Aber der erzeugte Impuls wirke und sei Teil der Transformation der Dinge. Wirkung und Transformation liegen eben nahe beieinander.

Buchalov

Hintergrund

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Es ist ein Kreuz mit den Hintergründen. Mal ergeben sie sich für Juergen bei seinen Bildern fast automatisch, weil sie sich aus der Komplexitatät des Motiv wie von selbst erzeugen, mal konstruiert er sich da was zusammen, was ihn nicht ganz glücklich macht. Zur Theorie des Hintergrundes hat er noch nichts gelesen.

Was ihm denn wichtig sei, habe ich ihn gefragt? Lebendigkeit und Tiefe, das sei es, in der Regel. Klar, es gebe auch Motive, die ohne Hintergrund auskommen sollten. Aber ansonsten: Das Energetische des Hintergrundes soll auf das Motiv belebend wirken. Manchmal sogar beleben. Erzeugung von Tiefe. Das zentrale Motiv halten, fixieren.

Er weiß, dass die Hintergründe, sogar die Beschaffenheit des Papiers, ein gestalterisches Mittel sind. Und weil er es weiss, möchte er es bewusst einsetzen und versucht Klarheit zu bekommen.

Und während ich schreibe ruft er mir zu: „Hintergründe sind das Gegenteil von Leere“. Und dann: „Ohne Vordergrund kein Hintergrund und umgekehrt.“ Und schließlich: „Ein Hintergrund kann alles sein.“

Buchalov