Sloten

Es soll, so Wikipedia, die kleinste Stadt in den Niederlanden sein: Sloten. Das ist auch so eine Behauptung, na ja. Aber klein ist diese Stadt schon.

Es gibt den Kanal, links und rechts die mehr als alten Häuser, die Windmühle, die Kanonen, das grobe Kopsteinpflaster, das Abendläuten, die schnatternden Gänse und das Gefühl von stehengebliebener Zeit. Wenn da nicht die Touristen wären: Fahrradtouristen, Wohnmobilisten, sehr viele Menschen von den angelandeten Booten, Autotouristen, Jugendgruppen und und und.

Dennoch: das Städtebauliche gibt einem das Gefühl einer Wanderung im 16. Jahrhundert – bis hin zum Pranger. Ich fragte mich sogleich, als ich ihn sah und berührte, ob ich brav gewesen sei. Der Pranger als Zeichen wirkte also noch immer. Juergen lachte.

Buchalov

Jetzt sitzen wir hier in Lemmer, am Kanal!

Ja, wir sind schon wieder in Lemmer/NL. Wer auf diesem Blog unser steter Gast ist, wird sich sicher erinnern: auf der „Buchalovs Freunde Tour 2019″ im Juni haben wir hier dieses Jahr schon mal Stadion gemacht. Und jetzt sind wir wieder da. Das sei, so Juergen, wahrscheinlich der Appendix zur ersten Tour.

Es gibt zwar vor Ort wenig Kunst zu sehen, aber eben Schiffe. Jede Menge Schiffe. Es ist halt schön hier. Und dann ist da noch der türkische Friseur und Barbier im Zentrum, mit dem Juergen beim letzten Male so zufrieden war. Oder die Fischbude im Zentrum. Und die Sitzbank beim Schleusenwärter, von der aus man so vieles gut beobachten kann.

Zeichnungen sind auch entstanden.

Buchalov

ein wenig zeichnen und das Wattenmeer

 

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„Komm, wir fahren ein paar Tage zu den Sielen an der Nordseee. Ostfriesland eben. Du schaust aus dem Fenster und ich zeichne ein wenig. Und gemeinsam schauen wir uns das Wattenmeer an.“ Ich fand den Vorschlag von Juergen gut, und so sind wir nach Bensersiel gefahren, haben uns dort ans Meer gestellt, mit dem Fahrrad ging es auch nach Dornumer Siel, und haben die kleine Tour in Schillig schließlich beendet.

Juergen hat auch gezeichnet.

Buchalov

Buchalovs Freunde Tour: kleines Skizzenbuch

Er hat es tatsächlich schon fertiggestellt: das kleine Skizzenbuch zur „Buchalovs Freunde Tour 2019“. Alle unterwegs entstandenen Zeichnungen haben ihren Platz in diesem selbstgebundenen Heftchen gefunden und Jürgen ist sehr zufrieden. Hier ein paar Bilder:

Im Herbst und Winter werde er, sagt er jedenfalls, das Heftchen wieder herausholen und  noch ein paar Drucke erstellen, also eine kleine Edition zur Tour anfertigen. Das mache er ja schon seit Jahren so. Bin gespannt!

Buchalov

Er kritzelt auf allem Möglichen herum!

Juergen hat so eine Angewohnheit. Er kritzelt auf allem Möglichen herum, wenn es greifbar nahe liegt. Dies hier habe ich gestern gefunden:

Orte, das sind A und B und C. Und so weiter.

Zu den Orten gehört die Bewegung, die von A nach B, oder weiter: das Unterwegsein halt.

Orte sind Knotenpunkte im Netz. Es geht wohl um Orientierung.

Orte sind Haltepunkte: sich orientieren ist notwendig, Verwurzelung ist möglich.

Orte geben Halt und Sicherheit – wenn man sich an ihnen und in ihnen verankert.

Der Ort, den man besucht, zwingt direkt oder indirekt zur eigenen Vergewisserung.

Der Ort, mein Ort: das bin auch ich!

Buchalov

 

Gerdas Frage

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Das war Gerdas Frage, auf unserem Blog, vor ein paar Tagen:„Kommt es mir nur so vor, oder war dies eine ganz besonders fruchtbare Tour?“

Jürgen versuchte das für sich zu klären und hat sich daher gefragt, was denn auf der „Buchalovs FreundeTour 2019“ für ihn nun wirklich und ernsthaft fruchtbar gewesen sei?

An jedem Ort sei ihm tatsächlich so viel an Kunst vor die Füße gefallen sei, dass er sie nicht nur wahrgenommen habe, sondern das, was er gesehen hatte, auch Wirkung gezeigt habe. Da sei schon einiges gewesen, was ihm durch den Kopf gewandert sei. Vielleicht außer in Lemmer.

In Hoorn: diese altmeisterlichen Portraits überall und dieses eine Objekt aus Holz und Draht in der Butterhalle – wie der Pustesamen des Löwenzahns.

In Lemmer: da gab es die Schiffchen, die zu sehen waren, ansonsten: Kunstfreie Zone.

In Ditzum: der Besuch der Kunsthalle in Emden und diese beiden impressionistischen Sammlungen bis hin zur „Causa Nolde“. Und dann dieses eine blutrote Sedimente -Bild von Per Kirkeby.

In Münster: diese Performences an den vielen Plätzen der Stadt im Rahmen der „Flurstücke“. Und eben Sean Scully – Wahnsinn diese Streifen.

Und weil es dann auch nach Einzug in die Zeichnungen gefunden habe, ja, daher sei es fruchtbar gewesen. Und die Masse der Zeichnungen genüge jetzt beim zweiten und dritten „Drüberschauen“ durchaus seinen eigenen Ansprüchen. Da es jetzt zu einem kleinen selbstgebundenen Skizzenbuch werden wird, dass im kommenden Winter auf weiter Vertiefung wartet, sei ohne Zweifel.

Mein Gott, die Menschen und die Begegnungen mit Ihnen habe er bei aller Schreiberei fast vergessen. Aber das sei einen eigenen Beitrag wert. Demnächst. Vielleicht.

Buchalov