das Meer

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Er wisse, meinte Juergen, dass es ein Klassiker sei. Das Meer gehöre zum Menschen wie die Steine, der Wind, die Tränen, die Boote, die Augen, das Lachen und und und. Und er wisse natürlich auch, dass es dazu nicht Neues mehr darzustellen gebe. Alles sei schon gezeigt worden von diesem Wasser, von der „prima materia“.

Aber dennoch: er werde sich dem stellen und schauen, was das Meer dieses Jahr bei ihm auslöse. Denn das Meer ist nicht nur das Meer, sondern es ist ebenso etwas Großes. Etwas Emotionales. Oder die Ferne. Oder der Horizont, die Weite. Es stehe für die Sehnsüchte, den Wind, die Kraft, die Wellen, das Strömen.

Ich sehe ihn,  wie er jeden morgen von seinem Stellplatz mit dem Wohnmobil rüber zum Meer geht, schaut, aufnimmt wie es heute ausschaut und dann macht er ein paar Photos.

„Als Lato das Meer sah“ so lautet der Titel der Serie, in die das alles einfließen soll. So sein Plan.

Buchalov

aus dem Häuschen

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Juergen war mit seiner Tochter und mir eine gute Woche am Lago Maggiore. Jürgen behauptete schon vor Ort, das ihn alles total positiv anspringe. Er war vollkommen  aus dem Häuschen über das, was er dort sah: der See in seiner Überschaubarkeit und Ruhe, die Vegetation in ihrer Pracht und Exotik, das Licht – mal mediterran, mal grau, trüb, mal leicht, mal bedrohlich, die Berge in ihrer Unerschütterlichkeit und gleichzeitiger Weichheit, das italienische Lebensgefühl, die Enge der Wege und Strassen, das Gefühl, dass Zeit ein Alter hat, dass in der Zeit die Dinge wachsen, die Architektur, der Atem des Geldes überall,  und und und.

Harmonie und Schönheit und Landschaft waren mal wieder zwischen uns ein Gesprächsthema.

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Mit Booten ist das Wasser weit.

thumb_IMG_1465_1024Jürgen schaute mich an und löste den Blick aus dem Skizzenbuch mit all den kleinen Booten, die sich Seite für Seite darin befanden und vor sich hindümpelten.

Boote sind archaisch. Boote sind Symbole. Boote sind Baumstämme, die schwimmen wollen. Boote sind die Freiheit. Sie geben den Kampf wieder zwischen uns und der Natur wieder. Wer im Boot sitzt, reduziert sich. Boote sind Handwerk. Boote sind mehr als Boote. Mit Booten geht es von A nach B. Mit Booten ist das Wasser weit.

Das sagte er zu mir, obwohl ich gar nicht gefragt hatte.

Und ich musste an Nanni und Jörg denken: >>>>>

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