die Zeit und die Zeitmaschine

Zwei Druckstöcke, tiefe Griffe in den Stapel der Papierreste mit anschließendem ungeplanten, aber spontane Drucken. Und die Titel waren vom Anbeginn an klar: die Zeit, personalisiert, und die Zeit als Maschine.

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„schauen, wundern, schlucken – Norwegen“: Holzschnitte Teil 2

Wenn es läuft, dann läuft es. Manchmal!

In diesem Falle: Neun Holzschnitte von einer Reise durch Norwegen waren es, und das gibt in Regel bei allen Variationen einen reichen Bestand an Drucken. Einige davon habe ich auf Bitten von Jürgen schon gezeigt. Hier also deshalb der zweite Teil zum Thema:

In einem zweiten Arbeitsrutsch gab es dann noch das hier:

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Abfallprodukt Punkte

Irgendwie habe das was. So eine Ansammlung von Punkten sei schon sehr speziell. Vier Blätter sind voll mit Punkten und zwei kleine Büchlein, ebenso mit Punkten gefüllt, sind gefaltet worden. Die Basis war ein kleiner Linolschnitt mit Punkten, der als Hintergrund gedacht war.

Er habe erst gedacht, so Jürgen, dass seien alles Abfallprodukte. Aber jetzt bemerke er, dass sie eine große Eigenständigkeit entwickeln und eine eigene Wertigkeit haben – ein seltsames Phänomen.

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corona notes2: Drucke auf Ausstellungskatalog

Jürgen ist durch sein Atelier gestrolcht. Das Wort strolchen hat er letztens auf einem Blog gehört und es gefällt ihm für die Aktion, bei der man sich so einfach ohne Plan in der Gegend oder einem Areal herumtreibt. So wie er.

Gefunden hat er dann einen Ausstellungskatalog von Klaus Harth, Landtag Saarbrücken, Jahr 2011. Den hat er von ihm auf einer der Buchalovs Touren geschenkt bekommen. Und Den hat er zerschnitten, die Einzelblätter sortiert – was springt mich an und passt zu meinen Motiven – so irgendwie – und dann bedruckt, mit seinen Linolschnitten. Klaus Harth hat sein Einverständnis zur Veröffentlichung gegeben. Jürgen meinte zu mir, das Klaus ein feiner Kerl sei, guter Künstler und ein Freund von Collaborationen, genau wie er. Hier einige Überdruckungen:

Jürgens Frau meinte letztlich, dass sie den Begriff Collaboration nicht möge. Der habe so etwas militärisch – kriegerisches. Damit wären wir beim Thema der Bedeutung von Begriffen und wie sie sich unter gesellschaftlichem oder mit Hilfe anderer Kräfte verändern. Aber das ist ein anderes Thema. Hier noch ein paar Bilder.

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OrtsMarke „Mas Miro“

 

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Es war eine langwierige Arbeit: Jürgen hat seine OrtsMarke von der „Mas Miro“ in Montroig del Camp in Spanien fertiggestellt. Ein fünffarbiger Druck ist es geworden, exakt ausgeführt, ohne Hudelei, und mit einigen Nebenergebnissen, auf die ich noch zu sprechen kommen werde.

Und jetzt hängen zwei Versionen des Themas im Atelier, einmal an Jürgens Wand und gegenüber in der Sitzecke. Wenn wir gemeinsam Kaffeetrinken und eine von Jürgens Spotifylisten im Hintergrund vorbeiplätschern schauen wir uns das Ganze an. Wir sehen wochenlange Arbeit und die Arbeit sieht uns.

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