Schlagwort: zeichnen

  • Kopf durchpusten

    Juergen ist wieder da, zurück aus dem Urlaub, gut erholt.

    Er hat ein paar Zeichnungen mitgebracht. Und ein paar postkartentypische Fotos von Strand, Wellen, Sand und Wolken. Das Licht sei wirklich sehr schön gewesen. Er habe sich auf mehr nicht einlassen können und wollen, da die maritime Ästhetik so dominant gewesen sei.

    Ansonsten, so sagte Juergen, sei nicht viel Kreatives gewesen. Der Nordseewind habe seinen Kopf kräftig durchpustet und einigen kreativen Müll beseitigt und das habe erst einmal genügt. Er habe auch nicht groß Rückblick gehalten – dOCUMENTA13 und so -, sondern habe sich einfach nur durch wenig Tun ordentlich zurückgefahren. Und erholt. Drei Wochen lang.

    Buchalov

  • zurück und schon wieder weg

    Juergen ist aus „Kassel- dOCUMENTA“ zurück und doch schon wieder weg. Denn der Urlaub beginnt und bis Mitte August wird er den Rückzug üben, vielleicht auch ohne Internet. Er zieht sich an die Nordseeküste zurück, auf eine der Inseln, in die ostfriesische Insel – Bäderlandschaft.

    Jedes Jahr frage ich Juergen leicht kritisch warum er dies tut und erhalte immer die gleiche Antwort: das morgendliche Walken am Strand, die Überschaubarkeit und Beschaulichkeit der Insel, die bekannten Gesichter rundherum, der tägliche Rückzug in den Strandkorb – bei Wind und Wetter, das inselbedingte Innehalten der eigenen Person, die sofortige Vertrautheit mit den Abläufen des täglichen Insellebens, die Kargheit und Schönheit der Natur und der Rückzugsraum Ferienwohnung mit den Kurzbesuchen der Kinder.

    Er erhole sich dort immer sehr gut. Der Kopf werde klar. Er wolle einfach innehalten. Und dieses Jahr sei dies nach dem Tod von PM vor ein paar Tagen besonders notwendig. Auch Kassel wirkte noch sehr nach.

    Und er nutzt die Wochen auch zum Ausprobieren neuer kreativer Apps oder digitaler Ideen auf seinem iPad. Er experimentiert und übt dann. Das sei alles schon mehr als genug.

    Buchalov

  • Geschichten zeichnen

    Er rief mich an, elektrisiert, und fragte, ob ich mit ins „Museum Folkwang“ nach Essen fahre, Ausstellungsthema „Geschichten zeichnen“. Das passte ja gut zu dem, was wir gestern in Kleve gesehen hatten.

    Und Juergen war mehr als begeistert als er mit mir durch diese Ausstellung ging. Er fand sich mit seinen Arbeiten wieder, er fühlte sich in der Arbeit mit „KGB“ bestärkt, er sah das, was er auch machte.

    Vier Punkte haben ihn ungemein angesprochen. Darüber hat er im Auto auf der Rückfahrt unentwegt geredet: Erstens das vielfältig Narrative in den Zeichnungen aller Vertreter. Zweitens das Konzeptionelle der Arbeiten. Drittens die zeichnerische Perfektion und die zeichnerische Energieleistung. Und viertens die Kombination von Zeichnung und Film in animierten Künstlerfilmen.

    Ich konnte merken, dass ihm das Alles einen massiven gedanklichen Schub gab, weil sich Juergen mit seinen Arbeiten wiederfand, er war dem, was er da gesehen hatte sehr nahe und wenn das die Speerspitze des Zeichnerischen in der zeitgenössischen Kunst war, dann befand er sich auf Augenhöhe. So meinte er.

    Und deshalb hier noch einmal der Link zu seinen Videos und einem Beispiel, dass ich unten zeige. Und der Hinweis an Boris den Maler, diese Ausstellung unbedingt noch bis zum Wochenende zu schauen. Dann endet sie nämlich.

    Buchalov