Juergen stand davor, schaute, schaute, legte den Zeigefinger an den Mund und sagte: „So müsste man zeichnen können. Wie der Zufall. Wild. Spontan. Schön.“
Ich stand hinter ihm. Er hatte mich nicht bemerkt.
Buchalov
Notizen von Juergen Kuester und seiner Kunstfigur Buchalov
Ich habe ihn gefragt, wieso er denn heute im Atelier sei, am 3. Oktober. Juergen sagte drauf, dass dies doch klar sei, denn heute sei doch ein Tag wie jeder andere: Gedenktag eben. Wenn er im Atelier sei und dort arbeite, sei Gedenktag. Er gedenke dann immer den Personen, Anlässen, Hinweisen, Themen, die er bearbeite. Na ja, Gedenktag sei vielleicht nicht der richtige Begriff. Besser sei wohl Nachdenktag. Mittlerweile glaube er, dass die Gedankenarbeit beim „Kunst machen“ mehr als die Hälfte der gesamten Arbeit ausmache.
Manchmal wünsche er sich auch ein Arbeiten ohne diesen Hirnballast. Oder mehr Humor. Na ja!
Buchalov
Juergen hat mich mitgenommen: wir sind nach Münster gefahren, zu seinem Sohn, er hat uns nämlich eingeladen, und wir werden uns dort ein wenig umschauen. Bis Samstag. Wir übernachten in dessen Studenten – WG, und wir wissen beide, dass die räumlichen Bedingungen in diesem „Männerkollektiv“ mit entsprechender Möbilierung uns einiges abverlangen wird. Sei’s drum!
Sein Sohn weiß, auf was wir stehen und wird uns sicherlich Münster aus kultureller, kulturhistorischer und studentischer Sicht zeigen. Wir sind echt gespannt.
Buchalov