Schlagwort: Zeichnung

  • gut vorangekommen

    Ich hätte das nie gedacht: dass das Zeichnen und das Nachdenken darüber, was zeichnen ist, wozu es dient, was es ausmacht, mal einen so hohen Stellenwert bei mir erlangen würde. Momentan bestimmt es als Vorbereitung auf im Atelier zu realisierende Projekte meinen täglichen Kreativausschub. Ich komme gut voran. Die Dinge entwickeln sich sehr gut.

    Und warum das so ist? Na ja, es ist einmal die Arbeit mit meinen Freunden Heiner Geisbe und Peter Bogatka, zwei wirklich guten Zeichnern, die mich antreibt, es Ihnen gleichzutun, ein gleichwertiger Teil im „Zeichenprojekt KGB“ zu sein. Und es ist dieser Blog hier, wo die Kontakte und der Dialog mit vielen, aber im Besonderen mit Susanne Haun, Klaus Harth und Achim Rohr das Zeichnerische in den Mittelpunkt des Austausches gestellt haben.

    Ich weiß, was ich Gutes an all diesen Personen habe.

    Jürgen

  • nicht die Nerven verlieren

    Habe gestern Abend mit Juergen telefoniert. Und berichtet, dass alle Künstler hier in Geldern momentan wie in einer Starre auf irgendetwas warten oder sich auf das Zukünftige vorbereiten. Einige sind auch im Urlaub, in diesem Zwischenstadium der Jahreszeiten.

    Jürgen sitzt wohl Tag für Tag an seinem kleinen Tisch in seinem Zimmer, den er mit Zeitungspapier abgedeckt hat, und zeichnet mit blauer Tusche und Aquarellfarben seine Blumen. Als Vorlage dienen Bilder aus dem Internet und er hofft auf eine Eingebung. So wie auf seiner Seite beschrieben. Die gezeichneten Blumen schneidet er aus. Er schiebt sie hin und her, er sortiert, er bewertet, er schaut, er dreht Motive. Und er hofft auf eine Eingebung. Denn es fehlt noch was. Das Andere. Das Eigene. Das Schräge.

    Er meint, er dürfe jetzt nicht die Nerven verlieren.

    Buchalov

  • kein Zufall

    Juergen hat wieder eine Karte  aus Bad Salzuflen geschrieben und Fotos mitgeschickt. Wir könnten auch mailen, aber Juergen schreibt lieber Karten.

    Bad Salzuflen ist das, was man ein klassisches Kurbad nennt: Wasser der Sohle trinken, Anwendungen absolvieren, über Krankheiten und das Leben auf Spaziergängen oder auf Bänken philosophieren, auf Liegestühlen in der Sonne dösen, im Café sitzen, den Plakaten der Don Kosaken begegnen, das klassische Kurkonzert erleben mit Musikern des Balkan, deren schwarze verschließene Kleidung einem entgegenspringt, und die extrem gelangweilt zum hundersten male Mozart oder den Wiener Walzer zum Besten geben. Und Juergen meint, dass das was hat. Wie aus der Zeit gefallen wirkt das auf ihn.

    Juergen schreibt aber auch, dass es keinen Zufall gibt. Gerade jetzt, wo er sich so intensiv mit dem Thema „Blumen“ beschäftigte, finde er einen Kurpark vor, der über Jahrzehnte gewachsen an die englischen Gärten erinnert, die er u.a. auf Madera so toll fand. Und dieser Park hier in Bad Salzuflen sei wirklich schön. Und jetzt erwische er sich dabei, dass er auf seinen Krücken durch den Park stochere, sich auf Bänke in kleinen Blumenrabatten setze, die Farbenvielfalt genieße, Fotos schieße und diese Vielfalt an Gerüchen, Formen, Farben auf sich positiv wirken lasse. Und es helfe ihm körperlich und künstlerisch sehr.

    Buchalov