Schlagwort: Zeichnung

  • Herantasten

    Meine Frau hat mir ein „iPad“ gekauft. Das teure Teil liegt nun auf meinem Aquarelltisch im Schlafzimmer, schaut mich an und will bedient werden. Ich soll damit was anfangen, sagt sie.

    Auf dem „Ipad“ befindet sich ein Zeichenprogramm. Also wird probiert und experimentiert: ich lote die Möglichkeiten des Programmes aus, frage mich nach meinem Befinden im Prozess,  wie fühlt sich der Stift an, wie reagiert das Material in meiner Hand, bekomme ich einen haptischen Bezug zur Oberfläche, dem Stift, dem Ergebnis.

    Auch grundsätzliche Fragen stellen sich: ist das noch zeichnen? Kann jetzt jeder zeichnen? Finde ich trotz der Vorgaben durchs das Programm meinen eigenen Stil wieder? Wie gehe ich mit dem Verlust des Papieres um? Werde ich zu sehr in meiner Darstellung eingeschränkt? Wo bleibt die Individualität?

    Dennoch: Erste Skizzen entstehen. Ich muss Boris und Jürgen davon erzählen!

    Buchalov

  • suchen und finden

    Wer reist sucht. Und findet sich vielleicht in Teilen selbst. So auch bei meinem Besuch zur Biennale in Venedig.

    Und wenn man schaut, focussiert man sich zuerst auf das, worin man sich selbst wiederfindet, was zur eigenen Lebenswelt gehört. Also habe ich die Zeichnungen gesucht, die Videos und das Grafische- also die Themen, die sich mit meinem Selbst und meinem Sein beschäftigen.

    Die Sparte Zeichnungen/Skizzen habe ich so gut wie nicht gefunden. Sie kamen nicht mehr in dieser Form des Ausstellungsbetriebes auf der Biennale vor. Es gab eine Ausnahme: in der zentralen Ausstellungshalle des Arsenals fand sich eine kleinere Installation mit beamerprojezierten Zeichnungen..

    An dieser Stelle sei auch der Hinweis auf meine Zeichnungen aus Venedig erlaubt.

    Das Gleiche gilt für das Druckgrafische. Franz West zeigte zwar ein provokantes Exponat – Mann und Frau zerstören ihre Geschlechtlichkeit während des Aktes: das wars. Mehr war  nicht zu finden und ich habe intensiv geschaut.

    DasThema „Gesellschaft“ allerdings fand ich in einer mich anspringenden Form im Pavillon der Chilenen. Aber nur dort und echt und  direkt und radikal und im Mix der Stile, Schwerpunkt Video. Das hat mich berührt und bis heute gedanklich beschäftigt.

  • die Zeichnungen 2

    Hier einige der rasch hingeworfenen Skizzen – irgendwo in Venedig stehend oder sitzend festgehalten:

    Fast schon reflexartig sind diese kleinen Skizzen entstanden, immer dann, wenn es notwendig erschien, die Zeit es zuließ, wenn ein Moment der Besinnung eintrat oder das kleine Buch in der Nähe lag. Diese Zeichnungen halten fest, was mich bewegte und sind näher an mir als ein Foto – denn sie sind „durch mich hindurch gelaufen“.