Schlagwort: Zeichnung

  • zeichnen

    Boris war gestern hier und hat mir bei einigen Reparaturen in der Garage geholfen. Dann haben wir eine Tasse Kaffee getrunken und über Kunst geredet. Boris erzählte, dass er, wenn alles funktioniert, auf der Niers fahren will, allein, in dem blauen Faltboot, das er sich vor Jahren auf dem Trödel gekauft hat und das bisher unbenutzt in seiner Garage lag. Das sei ein Traum. Sein Traum.

    Und er will zeichnen, was er sieht. Und dieses Zeichnen ist nur zeichnen, ohne klaren Plan und er will sehen, wohin ihn das führt, ob aus den Zeichnungen mehr wird. Denn in der Regel sei dies so, dass man einfach so zeichne und dann plötzlich merke, dass sich da etwas entwickle: ein Thema, ein Motiv, etwas Tragfähiges. Das Zeichnen sei immer der Anfang. Übernachten wird er im Zelt.

    Bin gespannt.

    Buchalov

  • Surium 15-06-2011

    Nach der Fülle kommt die Leere. Nach einem solch langen und intensiven Projekt wie „Surium“ stellt sich natürlich die Frage “ Was nun?“

    Ich weiß es nicht. Im Atelier wartet zwar noch ein  Holzschnitt auf Fertigstellung und auch mein Internet -Buch „Lara Zeichnungen“ muss noch fertiggestellt werden. Aber ich weiß dennoch nicht wie es inhaltlich weitergeht. In der Regel kommen die Themen zu mir – bisweilen muss ich nachhelfen.

    Ich werde wohl wieder den Weg über die Zeichnung suchen: zuhause einfach in eines meiner leeren Blankbooks zeichnen, irgendwelche spontanen Dinge und sehen, wohin mich das trägt. In der Regel entsteht daraus ein neues Projekt.

    Oder ich lasse es ruhig angehen und mache erst einmal nichts – eine Pause. Wenn das denn überhaupt geht, denn die Maschine, das Gehirn – wie ich es nenne , läuft ja immer weiter in Richtung Kunst.

    Mit diesem Eintrag heute schließe ich das „Online Tagebuch Surium“. Ich bin klar, mit uns, mit mir, mit dem Projekt. Das Ergebnis liegt vor. Die Ergebnisse sind im Internet eingestellt. Das Projekt  und das Tagebuch haben funktioniert. Danke für das Interesse und die Unterstützung – im Namen von uns Dreien!

    Ab morgen schreibt wieder „Buchalov“ seine Geschichten und Jürgen führt sein Tagebuch ebenfalls weiter.

  • Surium 02-06-2011

    Seit dem letzten „Suriumeintrag“ am Sonntag ist im offenen Atelier nichts geschehen. Nur die Tassen und Gläser wurden gespült.

    Es kamen heute wieder viele Besucher – was uns sehr freut. Aber auch mit der Konsequenz, dass Nanni voller Erwartung auf die frühe und freie Zeit morgen wartet, um intensiv malen zu können.

    Spasseshalber wurde heute in unserer Runde behauptet, dass wir in unserer Arbeit planvoll vorgehen und stets gedanklich mit unserem Projekt beschäftigt sind – den gesamten Tag über. Auch nachts nach der Tiefschlafphase würde, so die überzogene Behauptung, Surium in uns wühlen.
    Eines aber stimmt für mich: Wenn ich einmal ein Thema angenommen habe, kann ich mich darin so richtig verbeißen, aber ohne Schlafstörungen. So geht es mir auch jetzt, wo wir auf der Suche nach Surium sind. Immer wieder beschäftigt mich in Gedanken, wie ich nun in die Wabe eindringen kann und hoffentlich auf den süßen Stoff treffen werde. Das, was ich auf der Leinwand male und filme, versuche ich vorher durch Skizzen auf Postkarten und durch Aquarelle vorzubereiten. Frei gemalt wird dann mit der Vorlage im Kopf.

    Heute bin ich allerdings nicht zufrieden, denn ich habe den passenden Moment, an welchem ich den Malprozess hätte stoppen müssen, verpasst.  Ich wollte Surium in pink im Inneren des Wabenkerns festhalten. Ich weiß, dass man die Dinge auch ruhen lassen muss, was ich jetzt tun werde. Und morgen eröffnet sich dann eine neue Sicht auf die Fläche.

    Monika war zufrieden. Ihr Baum wächst. Ihr Baum wird, wie sie sagt, zum Märchenbaum. Er wirkt leicht, verspielt, streng im Aufbau, aber glitzernd, ähnlich einem Weihnachtsbaum.

    Am Mittwoch hat mir die Mutter von Frau R., eine ungemein liebenswerte Frau, ein kleines Glas mit süßem Stoff und Waben aus ihrem Bestand geschenkt. Ich habe mich sehr gefreut. Es wird sicherlich im Projekt Verwendung finden. Ich nasche ständig davon und stelle mir vor, es sei Surium und hätte eine Wirkung auf mich.

    Die Szenen meines Films, die schon angedreht sind, habe ich gestern wahllos hintereinander geschnitten und auf schwarz und weiß reduziert. Sieht Klasse aus. Dieser „Filmfetzten“ und unfertige Rohschnitt von ca. 12 Minuten wird am Freitag beim Konzert von Frank zum Einsatz kommen: eine Projektion im Loop auf die Spielenden. Und das Ganze wird natürlich wieder gefilmt und zu einem eigenen, zusätzliche Werk im Rahmen von SURIUM verarbeitet.