Schlagwort: Zeichnungen

  • Kopf durchpusten

    Juergen ist wieder da, zurück aus dem Urlaub, gut erholt.

    Er hat ein paar Zeichnungen mitgebracht. Und ein paar postkartentypische Fotos von Strand, Wellen, Sand und Wolken. Das Licht sei wirklich sehr schön gewesen. Er habe sich auf mehr nicht einlassen können und wollen, da die maritime Ästhetik so dominant gewesen sei.

    Ansonsten, so sagte Juergen, sei nicht viel Kreatives gewesen. Der Nordseewind habe seinen Kopf kräftig durchpustet und einigen kreativen Müll beseitigt und das habe erst einmal genügt. Er habe auch nicht groß Rückblick gehalten – dOCUMENTA13 und so -, sondern habe sich einfach nur durch wenig Tun ordentlich zurückgefahren. Und erholt. Drei Wochen lang.

    Buchalov

  • Geschichten zeichnen

    Er rief mich an, elektrisiert, und fragte, ob ich mit ins „Museum Folkwang“ nach Essen fahre, Ausstellungsthema „Geschichten zeichnen“. Das passte ja gut zu dem, was wir gestern in Kleve gesehen hatten.

    Und Juergen war mehr als begeistert als er mit mir durch diese Ausstellung ging. Er fand sich mit seinen Arbeiten wieder, er fühlte sich in der Arbeit mit „KGB“ bestärkt, er sah das, was er auch machte.

    Vier Punkte haben ihn ungemein angesprochen. Darüber hat er im Auto auf der Rückfahrt unentwegt geredet: Erstens das vielfältig Narrative in den Zeichnungen aller Vertreter. Zweitens das Konzeptionelle der Arbeiten. Drittens die zeichnerische Perfektion und die zeichnerische Energieleistung. Und viertens die Kombination von Zeichnung und Film in animierten Künstlerfilmen.

    Ich konnte merken, dass ihm das Alles einen massiven gedanklichen Schub gab, weil sich Juergen mit seinen Arbeiten wiederfand, er war dem, was er da gesehen hatte sehr nahe und wenn das die Speerspitze des Zeichnerischen in der zeitgenössischen Kunst war, dann befand er sich auf Augenhöhe. So meinte er.

    Und deshalb hier noch einmal der Link zu seinen Videos und einem Beispiel, dass ich unten zeige. Und der Hinweis an Boris den Maler, diese Ausstellung unbedingt noch bis zum Wochenende zu schauen. Dann endet sie nämlich.

    Buchalov

  • projektraum-bahnhof25.de

    Es regnete. Und Juergen hatte zu einem zweiten Frühstück bei sich eingeladen. Wir saßen, schauten, dachten nach, redeten. Rückblick halt.

    Gestern waren wir in Kleve, Vernissage im Projektraum-bahnhof25.de. Elisabeth Schink und Dirk Knickhof haben sich da im Norden des Kreises mit Bezug zu den Niederlanden eine kleine Kunstoase als Ausstellungsraum geschaffen. Und zeigen wirklich Aufregendes. Auch gestern.

    Juergen fragt sich nach solchen Besuchen immer, was er denn nun an Außergewöhnlichem gesehen habe, solches, dass tiefer wirkt, das einem Aha-effekt  gleichkommt. Etwas, dass man mitnimmt und was auf die eigene Arbeit wirkt.

    Das waren gestern ohne Zweifel die Arbeiten von Sabine Rolli und die von Maren Rombold. Irgendetwas war da,  das durch  Bilder von Sabine Rolli schlich, etwas nicht genau zu Fassendes, leicht unheimlich, verstörend. Dabei kamen sie  doch so „normal“ daher. Das spricht an und lässt suchen und verweilen. Und die Zeichnungen bzw. Collagen von Maren Rombold an den Wänden oder in ihren Büchern erzählten Geschichten. Kleine Storys. Das mögen wir Menschen und deshalb vertiefen wir uns. Da werden wir erreichbar. Das fand Juergen auch gut gelungen.

    Und in einem waren Juergen und ich uns einig: Wir haben wieder mal eine Einführungsrede gehört, deren Nichtexistenz die gleiche Wirkung hätte wie ihre Existenz. Juergen redet deshalb bei seinen Ausstellungen mittlerweile immer selbst.

    Buchalov