Schlagwort: Zelle k5

  • Susanne und Juergen

    IMG_0968Susanne und Juergen sind „double bind“. Sagt nicht Juergen, sondern sage ich.

    Sie sind beide aneinander gebunden, freiwillig und erwartungsfroh, denn sie wollen gemeinsame Projekte realisieren. Eines davon ist die Beschäftigung mit Engeln ( hier geht es zur Darstellung des Projektes und Juergens ersten Ergebnissen: >>[…]) und während Susanne die Geschichte der Engel, ihre Ikonographie besonders fasziniert, geht es Juergen um einen Zugang, der seine innere Widersprüchlichkeit zu diesen Geistwesen in den Blick nehmen möchte. Juergen meint, dass dieses Thema „douple bind“ hilft, zu sich selbst zu finden, so wie es Klee in der Beschäftigung mit der Darstetllung seiner Engeln ja auch getan hat. Oder Grieshaber. Und es soll die Verhältnisse klären: das Reden, Denken und Fühlen über, mit, von Engeln steht auf der einen Seite und auf der anderen der Verstand, der aus Juergens Sicht eine ablehnende Haltung zu diesen Himmelswesen haben muss. Ob es Wesen sind, ob sie sind, ist ja schon die Frage. Juergen fühlt sich „double bind“ und ist mehr als skeptisch, wenn nicht sogar ablehnend, was die Existenz von Engeln anbelangt.

    Juergen ist auch an mich gebunden. Das weiß ich. Das hat Susanne Haun hier schön dargestellt.

    Und Susanne ist wahrscheinlich auch doppelt gebunden: einmal an sich selbst mit ihrem aufgeklärten Denken und andererseits in ihrer Liebe zur Ikonographie der Engel. Was wiederum auf sie selbst zurückweist.

    Und Susanne und Juergen sind auch örtlich doppelt gebunden: er hier in Wachtendonk, sie dort in Berlin.

    Na ja! Mal schauen!

    Buchalov

    Susanne and Juergen are „double bind.“ Says not Juergen, but me.

    For my english readers:

  • husch husch: #8 – 2013

    IMG_6382Man steht so rum, redet, da liegt Farbe und Papier: und husch husch entsteht was. Ein liegender Engel vielleicht? Egal!

    Buchalov

    For my english readers:

    We are standing around, we are talking, paper and colours are there: and „husch husch“ is something created. An angel?

  • schwebte im Raum

    IMG_6383In „Zelle k5“ standen sie, Juergen, „Rudolf, der Bildhauer“ und „Jella, die Energetische“, und die Kunst schwebte mit Macht durch den Raum. Oder besser: es war die Frage, was denn Kunst sei, ob sie Künstler seien, die die drei heftig beschäftigte. Erst dachte ich, sie streiten sich, aber dann nahm ich wahr, dass es der Versuch war, eine Frage engagiert zu klären, die allen Dreien wohl sehr wichtig war und von der Juergen, das weiß ich, mittlerweile glaubt, dass sie eine unsinnige ist.

    Er meinte letztens noch, dass sich ihm diese Frage nicht mehr stelle. Er nehme wahr, dass die Menschen ihr Leben führten und Teil dieses Lebens seien auch kreative Prozesse und ihre Darstellung und das sei es dann schon. Und es seien oft hochinterressante Menschen. Ob die Ergebnisse solcher Lebensdokumentationen Kunst seien, sei für ihn als Punkt vollkommen unwichtig geworden. Alles sei ja zum großen Mix geworden: Kreatives, Konsum, Kunst, Produkte, Design, Esoterik, Privates, Fotos, Filme, Digitales. Und es werde alles gezeigt. Er empfinde sich selbst auch nicht mehr als Künstler. Was er in der Beschäftigung mit diesen Menschen und ihren Darstellungen für sich mitnehmen könne und wie es auf ihn wirke, das allein zähle. Die Frage nach der Kunst sei für ihn überflüssig geworden.

    Und „Jella“ schwieg.

    Und „Rudolf, der Bildhauer“, erwiderte, dass gute Kunst ihm wichtig sei, dass ihm die alten Meister am Herzen lägen, weil sie etwas zu sagen hätten, dass diese auch Wert auf das Technische gelegt hätten, heute werde ja alles nur noch hingerotzt, mit dem Ziel, es expressiv aussehen zu lassen, damit es sich besser verkaufe. Er gehe deshalb auch sehr selten in Museen mit Moderner Kunst, das Zeitgenössische finde er oberflächlich und von Genius könne ja bei den Zeitgenössischen wirklich keine Rede sein. Kunst sei für ihn letztlich nur das, was ihn innerlich berühre.

    Juergen war in diesem Gespräch irgendwie unausgeglichen und hat sein Unbehagen in zwei Skizzen einfließen lassen, die er während des Gesprächs anfertigte und in der hitzigen Debatte einfach so an die Wand klebte. Fertig!

    Buchalov

    For my english readers:

    They are standing and talking in the studio and art was flying with mighty power through the room. It was the question: What is art? Are we artists?