Klausurwoche, Tag 3

Zuerst habe er mal wieder eine Zeichnung gesetzt. Heute im Atelier. So Juergen. Danach habe er an einigen Hintergründen fuer die „Linolschnittedition BFT“ gearbeitet. Das, was in den letzten Tagen entstanden sei, habe er nun an seine Wand gebracht. Überhaupt die Wand: sie sei in den letzten Wochen zu seinem roten Faden geworden, denn dort lasse sich schön alles das, was entstehe und bedeutsam sein anbringen und zu einem Ganzen zusammenfügen. Rhizomartig halt!

Und dann sei „Rudolf der Bildhauer“ vorbeigekommen und man habe gemeinsam eine der wichtigsten künstlerischen Aktivitäten abgewickelt: reden und Kaffee trinken.

So sei der Tag heute gewesen, sagte Juergen.

Buchalov

so viele Ablenkungen

Diesen Winter sei es schon verhext, so Juergen. Er versuche kontinuierlich im Atelier zu arbeiten, aber ständig komme etwas dazwischen: Privates, Familiäres, schon länger getätigte Terminanbsprachen, spontane Treffen, Besuche bei Ärzten, Krankheit, Therapietermine, Reparaturen im Haus, Einladungen zu Treffen, notwendige Autofahrten, Besuche auf den Weihnachtsmärkten und und und. Es seien einfach zu viele Ablenkungen und andere Dinge. Ständig werde sein Arbeitsprozess unterbrochen.

Die kommende Woche werde er daher zur „Atelierklausurwoche“ erklären. Vielleicht helfe das ja.

Buchalov

denken und loslassen

 

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Fast jeden Morgen sehe ich wie Juergen „zur Arbeit“ geht. Er schließt das Atelier „Zelle k5″ auf und legt los.

Das ist das Eine. Das Andere ist tiefer, denn den gesamten Tag über und manchmal auch nachts treiben ihn  die Gedanken um zu dem, was er da im Atelier so tut. Es gelte viel zu bedenken, sagt er.

Und im Prozess des Arbeitens selbst lasse er sich dann treiben und sei wachsam, denn der Zufall könne ja jeden Moment um die Ecke kommen. Den müsse er erwischen. Denn dann werde es richtig spannend. Behauptet er. Und die Dinge kämen immer zu einem guten Ende. Das behauptet er auch.

Buchalov