In regelmässigen oder unregelmässigen Abständen wird am Ostwall 5 in Geldern im Atelier „Zelle k5“ bei Jürgen das Zwickelbüro geöffnet. Man trifft sich. Eine Collaboration halt. Im November ist es wieder soweit. Heute ging es so halb los und Jürgen startete erst einmal alleine – ihm war langweilig. Antje, Elke und Martina stoßen dann am Wochenende dazu. Und dann läuft das Zwickelbüro so richtig.
Und diese Skizzen von Juergen existieren schon. Er nimmt Fahrt auf.
Die Ergebnisse können parallel auf Facebook und Instagram angesehen werden, Stichwort „buchalov“ und „Zwickelbüro“.
ein Zwickel in Kombination mit verschiedenen Motiven
Motive sind überall. An jedem Ort, zu jeder Zeit. Und ich bin das Auge. Und die Instanz, die darüber entscheidet, was bedeutsam sein könnte. So Juergen.
Vor dem Aufgreifen eines Motivs steht das bewusste Sehen, die Fähigkeit sehend und beobachtend durch die Welt zu gehen.
Es gibt Fragen: Warum springt mich genau dieses Motiv an? Wo hinein passt es in meinem Bilderkosmos? Was sagen das Motiv direkt und was indirekt? Worin liegt sein Gehalt? Was bewirkt das Betrachten eines Motivs? Wie ist der Zusammenhang zwischen Motiv und Betrachter? Warum gerade dieses Bild?
Also: Schnelltest für Jürgen und Antje und dann ab ins Zwickelbüro. Das wurde nämlich geöffnet. So sah es gestern, vorgestern und vorvorgestern aus. Den Termin hatten sie schon lange vereinbart. Jürgen hätte ihn fast vergessen, wegen der Arbeit an seinen Faltungen. Daher hat er jetzt versucht beides miteiender zu verbinden: die Untersuchungen zu den Faltungen und die Offenheit des Zwickelthemas.
Antje hat im Lager von Jürgen herumgestöbert und alte Druckstöcke herausgesucht und mit ihren frischen, vorbereitenden Hintergründen zusammengebracht. Eine malerische Bearbeitung hat dann manche ihrer Arbeiten abgeschlossen.
Jürgen Schwerpunkt war der Zwickel und die Faltungen. Entstanden sind dabei zwei Zwickelbücher, gefaltet, klein und mit Zeichnungen versehen auf bedrucktem Papier. Dann gab es ein großes Zwickelbuch, ebenfalls gefaltet, mit gedruckten Motiven, fast wie eine Tapete, und dann mit Tusche und Buntstift skizzierend ergänzt.
Auch ein Zwickelbuch mit Klappbildern von Zwickeln, die mal Reste von Zwickeln als Monotypien waren, hat er begonnen. Einzelne Seiten enthalten dabei Popup Elemente. Auch im Vorhaben „Projektohnenamen“ gab es ein Ergebnis: eine Antwort an Susanne mit zum Teil gefalteten Bildteilen. Aber dazu gibt es mehr zu sehen in einem eigenständigen Blogbeitrag.
Zwickelformen
Vielleicht sollte ich noch etwas über die Gesrächsthemen schreiben: Wertigkeit von Kunstmachen im eigenen Leben, Oberflächen und Faltungen, Vorder- und Hintergrund und die Einheit im Bild, das Malerische und das Druckgrafische, wann redet das Werk zu einem, was hat Kunstmachen mit Disziplin und Organisiertsein und planvollem Vorgehen zu tun, wie ist das mit dem Zufall, wie backt man ein gutes Brot?