Der erster Impuls: das Photo mit der Rinde des Baumes, von Jürgen vom Bildschirm abfotografiert, gesehenen in der Impulswerkstatt von Myriade, s. hier: >>>>
Der zweiter Impuls: ein Bildausschnitt dieses Bildes, mit der Foto-App auf dem iPhone erstellt.
Der dritter Impuls: eine Tusche-Skizze, im Atelier so zwischendurch angelegt.
Der vierte Impuls: Faltungen der Tuscheskizze zu zwei freien Papierobjekten.
Und was hat ihn zu dem Ganzen bewogen? Die Antwort ist einfach: Er wollte spielen!
Wenn man auf die Karte Deutschlands schaut, dann sind wohl der Breisgau und der Niederrhein in Deutschland vom Klima her bevorzugte Gegenden. Dennoch: die Luftfeuchtigkeit macht uns schon zu schaffen und bisweilen braut sich richtig was zusammen.
Auch auf seinen Radtouren übers flache Land ist der Himmel immer nahe und mit ihm der Hundertmorgenweg, der über die Felder von Wachtendonk nach Kerken führt – solche Namen tragen hier am Niederrhein die Dörfer.
Jürgen hat drei befreundeten Künstlerinnen drei Arbeiten aus der Anfangsphase zugeschickt und darum gebeten, Hinweise zu liefern, Stellung zu nehmen.
Susanne stellte zwischen den drei Objekten einen thematischen Zusammenhang her. Sie gab den Oberflächen eine Geschichte: die vom Mars, der Raumfahrt und der Besiedlung. Für sie waren die Motive bedeutsam, die eine mögliche Geschichte erzählten.
Sigrids Hinweis war kein bildhauerischer, sondern ein bildhafter. Sie machte eindrücklich darauf aufmerksam wie stark die Faltung die Oberflächen und das Motiv dominieren, teilweise sogar zerstören. Und sie stellte die Frage nach der Funktion der Faltungen.
Eva antwortete mit einer eigenen Arbeit, die über das von Jürgen gezeigte hinausging und Teile eines Hauses in der Falttechnik des Popup zeigte – und ihn später zu solchen Faltarbeiten in einem kleinen Heftchen inspirierte, Thema “Zwickel”.
Jürgens Position ist dabei klar: es gibt das Primat der Oberfläche vor der Faltung. Die Faltung ist Technik mit dienender Funktion. Das Bild ist ihm wichtiger. Und was die Funktion anbelangt soll die Faltung die Betrachterin oder den Betrachter stutzig machen, irritieren, verunsichern.
Wenn die Oberfläche abstrakt neutral ist gilt allerdings das Primat der Faltung. Und hier seien wir dann ganz im Bereich der Bildhauerei, meinte Jürgen. Eine Faltung ohne Wirkungkönne es nicht geben. Alles habe eine Wirkung.
Gezeigt werden heute Teile der Arbeiten, die in der letzten Woche entstanden sind.