
Altglas | mit der Kamera malen | Buchalov
Notizen von Juergen Kuester und seiner Kunstfigur Buchalov
„Als ich jung war und damit meine ich, dass ich so um die zwanzig war, da habe ich mir eine analoge Spiegelreflexkamera gekauft, Mamiya Sekor, vom Mund abgespart, und habe so manche Stunde damit rumfotografiert, habe im kleinen Badezimmer, das zur Dunkelkammer wurde, entwickelt und mit den Ergebnissen experimentiert und dort die Bilder dieser Kamera in Form gebracht. Dann kamen die anderen Zeiten mit der Musik, dem Zeichnen, den Texten, dem Malen und dem Drucken.
Und jetzt bin ich wieder dort fotografisch angelangt, wo ich als junger Mann schon einmal war und fotografiere und experimentiere mit analogen Vintage- Objektiven und einer gebrauchten digitalen Kamera. Ist das jetzt Nostalgie oder ein Schritt in die Zukunft? Schließt sich ein Kreis oder führt das nach vorne.“ Jürgen macht sich Gedanken.
Buchalov

Sie haben über die Religiosität der Frauen zuhause geredet. Die in alten Zeiten. Jürgen und ich saßen im Cafe und mussten mithören.
Es war ein Altherrengespräch am Nebentisch und die Drei hatten „mit nichts was an der Backe“: über jeden und alles wurde geredet und auch gelästert. Alle durften offen mithören. Es galt die Zeit im Cafe totzuschlagen. Und als die eigenen Mütter und ihre Lebensleistung in den Focus kamen, war der Weg nicht weit zur Frage nach der Religiosität in alten Zeiten. Ergebnis: nach den Kerzen sind sie nicht gerannt. Sie schienen auch im Nachhinein noch erleichtert über diese Tatsache.
Buchalov