Buchalov
Schlagwort: artwork
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Hoogen Dyck notes | was man so sieht und wie es auf einen wirkt |
Mal mit dem Fahrrad und mal mit dem Auto bzw. zu Fuß: Jürgens Ziel ist in letzter Zeit oft der Hoogen Dyck. Der Ort ist sein Thema. Es findet ein fotografisches und zeichnerisches Abscannen statt. Mal ist die Ausbeute gering, mal gibt es mehr. Jeder Besuch bedeutet auch, das etwas geschieht oder geschehen ist. Der Ort verändert sich ja ständig und Jürgen auch und beide wirken aufeinander. Über die Philosophie von Orten müsste man auch mal was schreiben, meinte er zu mir.
Als der Igel da vor ihm lag. Und er war gar nicht tot, sondern stellte sich nur tot.
Zum einen vertieft sich das Verständnis für die Dinge, für die Menschen und die Natur – ein langsamer, aber wichtiger Vorgang. Ich fragte ihn, was denn da so los sei. Er schloß die Augen und meinte, dass es das Wetter sei, die Natur rundherum, der Boden, die Menschen, die einem begegneten, die Tiere, die Stille, das Tageslicht, der Zufall, die Zeit, die Ruhe und die Stimmung – eine ganze Menge eben. Immer geschehe etwas. Irgendetwas wirke immer.
Als er über ein großes Stück im weichen Waldboden Holz stolperte. Und als ihm die seltsamen Schleimpilze auffielen.
Wenn er zuhause die Daten sichte oder ordne oder Zeichnungen anfertigte, dann zögen die Gedanken Kreise, spiralförmig und das Wissen um den Ort wachse. So Jürgen. Der Ort sei ihm jetzt schon recht vertraut.
Als der Hund ihn freudig begrüßte. Und als er die andere Frau mit ihrem kleinen Hund traf, der nur hier am Waldrand etwas Fressen wollte und konnte, und die dann lange mit ihm auf der Bank saß.
Und zufrieden sei er auch, denn es gebe Ergebnisse. Und damit wiederum wachse der Rückgriff auf die eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten. Er sei wirklich sehr zufrieden. Auch wenn es nur langsam vorangehe.
Als der Specht ganz nahe am Stamm anklopfte. Und als der Bussard sich vor ihm erschreckte und zügig davon flog.
Im Atelier ist er zur Zeit selten, sehr selten. Der Zeichentisch unterm Dach zuhause genügt ihm im Moment. Die Umwandlung der Photos in Zeichnungen vollzieht sich da.
Als ihn der ältere Herr auf den Rollerskates im Vorbeileiten fassungslos ansah.
Als die Rehe schauten, aus sicherer Entfernung und dann davonrannten.
Als die Motorfräse der Gemeinde den Seitenstreifen platt machte und den Weg auf der gesamten Länge begradigte.
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das mit den Blumen ist so eine Sache | ein erster Blumenstrauß

Das mit den Blumen sei so eine Sache, meinte Jürgen. Vor Jahren habe er mal einen Themenblock gemacht – Flowers gone >>> […] – und dachte , dass es damit getan sei, und er das Thema Blumen durchhabe. Und jetzt mit der Altglasfotografie, Makrozusatz und der Zeit ohne Reisen seien sie wieder da. Wer? Die Blumen. Und wo? In Mechthilds Garten natürlich!
Es sei zum einen die technische Faszination mit dem alten/neuen Foto-Equipment. Aber dahinter stecke mehr. Die Blumen machen etwas mit einem. Das wisse er -obwohl hochgradiger Kitschverdacht bestehe. Und zudem stehen sie für Harmonie. Für Leben und Tod. Für Aufblühen und Verfall. Für Emotionen. Für Herz. Und für Hoffnung. Für die Wirkung von Farben. Für Formenvielfalt. Mein Gott: Blumen stehen für so vieles.
Wenn es denn so sei, dann sei es eben so. Er werde jetzt hier die Blumenschau eröffnen und einen ersten Blumenstrauß zeigen. Er kenne die Blumen, die da zu sehen seien teilweise vom Namen her noch nicht einmal. Aber das sei egal. Hauptsache Wirkung. Hauptsache positives Gefühl. Hauptsache Blumen.
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