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  • Ein Papierkörper, der eine Zeitmaschine werden will.

    Am Anfang stand dieses zusammengeklebte Papierobjekt, s. unten, Titel: im Zentrum der Utopie. Das ist schon einige Zeit her.

    Daraus ist jetzt größer und bunter das hier geworden, was so etwas wie eine Zeitmaschine sein könnte, etwas, das die Zeit unentwegt pumpt und drückt und filtert und schiebt.

    Und das, was da jetzt so steht, kann nur ein Zwischenschritt sein, denn es sind noch einige Fragen zu klären, die sich ergeben, weil Jürgen offensichtlich unzufrieden ist. Müssen diese farbigen Elemente sein? Wie kann man den Maschinencharakter verstärken? Wo bleibt die Bewegung? Läßt sich ein Motörchen einbauen? Was kann man gegen die Instabilität tun? Sind die Beine des Teils so akzeptabel? Ist jede Seite in der Ausstrahlung gleich stark? Wie bewahrt man den Charakter des Unfertigen, des Improvisierten? Ich glaube, dass wird dauern.

    Buchalov

  • Neun kleine Linolschnitte: das Tor in die Zeit?

    Also: im Moment geht es um die Zeit, speziell um die “Zeit ohne Zeit”. Das ist als Gegenstand natürlich nicht vom Himmel gefallen, sondern hat sich so ergeben. Jürgen war mit dem Thema „Eden3“ unterwegs, dabei spielte auch die Zeit als unendliche Zeit eine Rolle und nun ist rhizomartig da ein eigener Sproß bzw. Keimling entstanden, der vor sich hinwächst und wuchert.

    Ule Rolf hat dazu folgendes Gedicht geschickt, vielen Dank dafür:

    Gedanken über der Zeit

    Ihr lebet in der Zeit und kennt doch keine Zeit;

    so wißt, ihr Menschen, nicht von und in was ihr seid.

    Diß wißt ihr, daß ihr seid in einer Zeit geboren

    und daß ihr werdet auch in einer Zeit verloren.

    Was aber war die Zeit, die euch in sich gebracht?

    Und was wird diese sein, die euch zu nichts mehr macht?

    Die Zeit ist was und nichts, der Mensch in gleichem Falle,

    doch was dasselbe was und nichts sei, zweifeln alle.

    Die Zeit, die stirbt in sich und zeugt sich auch aus sich.

    Diß kömmt aus mir und dir, von dem du bist und ich.

    Der Mensch ist in der Zeit; sie ist in ihm ingleichen,

    doch aber muß der Mensch, wenn sie noch bleibet, weichen.

    Die Zeit ist, was ihr seid, und ihr seid, was die Zeit,

    nur daß ihr wenger noch, als was die Zeit ist, seid.

    Ach daß doch jene Zeit, die ohne Zeit ist, käme

    und uns aus dieser Zeit in ihre Zeiten nähme,

    und aus uns selbsten uns, daß wir gleich könten sein,

    wie der itzt jener Zeit, die keine Zeit geht ein!
    Paul Fleming
    (* 05.10.1609, † 02.04.1640)

    Über die Zeit zur Nichtzeit? Über die Zeit zur Ewigkeit? Oder wie bei Jürgen über ein paar Linolschnitte zu Zeit-Eindrücken. Das scheint der Weg zu sein.

    Neun Linolschnitte, wieso gerade neun, nicht fünf, nicht sieben, nicht dreizehn, nein neun liegen auf seinem Tisch und sie haben Titel: im Inneren der Utopie / Zeitschleifen / Zeitsedimente / Zeitpumpen /Zeitkapsel /Zeitloecher /Zeitmaschine.

    Wenn man diese Art von Zeit luftig mit weißen Punkten überdruckt, tja, dann gibt es die Zeit vielleicht fast nicht mehr. Das war sein Gedanke. Das hat er im Experiment ausprobiert. Und ist ganz und gar nicht zufrieden. Da muss eine andere Lösung her.

    Buchalov

  • da kam ein Gedicht geflogen

    was ich sehe

    eine afrikanische kette
    aus flachen steinen,
    im schwingen
    ein weihrauchgefäß.
    bin feuer und flamme
    für farbe und glut.

    wärme fliegt herüber,
    vögel sitzen
    akkurat wie aufgespießte
    insekten in der schauvitrine
    aus orange und schnee.

    alle blicke sind einseitig
    gerichtet, hypnotisiert
    oder betäubt vom glimmen
    der kohle, vom geruch
    heiliger kräuter.

    b. d.

    Sabeth47 ( siehe hier: >>>>) hat Juergen diese Zeilen zukommen lassen. Sie bezogen sich auf ein Bild in folgendem Blogbeitrag: >>> [ xxxxx ] <<<

    Und jetzt hat er das hier Skizzierte herausgesucht und schickt es als kleines Dankeschön auf diesem Wege an Sabeth47.

    Buchalov