Auch ein Treffen mit einem alten Bekannten hat mit Kunst zu tun. Meinte Jürgen. Kunst beschreibe Zustände. Und ihre Veränderungen. Prozesse. Ästhetische Zustände und ihre Wandlungen im Laufe der Zeit. Und Kunst sei Kommunikation. Und Kommunikation sei Kunst.
Jürgen hätte ein Photo vom Gesicht seines alten Bekannten machen sollen. Das wäre es dann gewesen. Im Gespräch hat er das leider versäumt. Jetzt ärgert er sich.
Dieses Bild hat Jürgen in seinem Archiv gesucht. und gefunden. Es passt zu einem der Bildimpulse von Myrade: >>> hier der Link >>>. Mit dem Auto im Wald stehend als der Regen einsetzt hat Jürgen durch die Frontscheibe fotografiert. Schärfe und Unschärfe sind dominierend.
Und dabei belassen wollte er es nicht. Also habe ich mit Jürgen zusammen noch nach einem Bild gesucht, das aus der Unschärfe nach vorne weißt – in die Zukunft. Da, wo sich die Dinge wieder verfestigen könnten. Hier ist es:
In diesem Falle steht „quer“ für alles mögliche: querliegen, queren, Querprofil, Querformat, querab, Querelen und und und… Irgendetwas liegt ja immer quer, mal bewusst oder unbewußt, manchmal gewollt, manchmal ungewollt, auch ärgerlich oder einfach zufällig.
Das Bild oben zeigt die Absperrung einer Zufahrt zu einem Baggerloch. Die Kiesbaggerei ist hier am Niederrhein eine wichtige Sache. In großem Stil wird hier der Sand zu tage gefördert. Und es ist kein Ende in Sicht, denn der Bedarf der Bauindustrie ist wohl riesig. Ist das Baggerloch nicht mehr ergiebig, dann wird es aufgegeben, ja dann wird rekultiviert, was im Normalfall bedeutet, dass die Ufer bepflanzt werden und anschließend die Angler ein neues Revier finden. Und die bauen sich bisweilen kleine Hütten an den See und die Zufahrt zu diesen ist dann für das gemeine Volk gesperrt. Wie gesagt: irgendetwas liegt immer quer.