Schlagwort: Collage

  • im Zwickelbüro: der erste Tag war der, als die Hintergründe dominierten!

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    Antje lachte sich den Weg frei und Jürgen war das Honigkuchenpferd. So war es in Geldern, in Juergens Atelier, im Zwickelbüro. Gestern.

    Der erste Tag im neuen Zwickelbüro 2020 war gestern. Ich war und bin der Chronist. Diese Rolle hat Juergen mir zugedacht, und ich mache das wirklich gerne. Und als Beobachter muss ich sagen, dass die Zwei, Antje und Jürgen, von Null auf Hundert gestartet sind. Es ging direkt in die Vollen. Das Projekt trägt, es ist in den Köpfen und das gerade auch in der Zeit zwischen den Treffen. Woran ich das merkte? Antje kam mit Geschenken für Jürgen: Einmal waren es Spielkarten der Inspiration aus dem Hamburger Bahnhof in Berlin. Und es waren diverse Hintergründe, extra für ihn geschaffen, die nun auf Juergens Linolschnitte warten – Jürgen strahlte.


    Und Antje zeigte die Werke, die sie in der Zwischenzeit fertiggestellt und die Jürgen beim letzten Male begonnen hatte:  beide sind gleichwertig vertreten, keiner zerstört den die Bildelemente des Anderen, die Zwickelmotive sind die verbindenden Elemente und Malerisches trifft Grafisches.

    Antje hat heute weiter fleissig an Hintergründen gemalt und zwei schon vor Tagen begonnene Werke fast fertiggestellt.

    Juergen hat kleinere Papierobjekte auf malerischer Basis, die Malerei als zufällige Hintergrundmalerei, und mit einer Menge Irritation erstellt. Diese Teile wollen die Dreidimensionlität. Die Zwickel als zentrales Motiv umspielen das Gesamte und durch eine Farbigkeit in Blau, Rosa und Gelb sticht das Gesamte hervor: etwas wild das Ganze, aber dennoch.

    Buchalov

  • aus dem geschlossenen Zwickelbüro

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    Auch wenn das Zwickelbüro schon seit einer Woche geschlossen hat: es entsteht bei Juergen immer noch etwas. Die Tage vom Anfang November wirken offenbar nach. Momentan spielt er fotografisch und collagetechnisch noch so ein wenig herum.

    Und während er so fotografiere sei ihm zur Funktion des Zwickels klar geworden, das dieser ja nicht nur schütze, sondern auch verdecke oder verstecke. Das lasse ja mal wieder einiges zu.

    Buchalov

  • im Zwickelbüro: Tag 3

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    Juergens Monotypien sind nun fertig. Antjes Collagen-Malerei ebenfalls. Für Jürgen und Antje war es der dritte Tag im Zwickelbüro. Und der letzte, denn drei Tage der Zusammenarbeit waren abgesprochen.

    Monotypien seien so eine Sache, meinte Juergen. Man agiere spontan, situativ und experimentell, nur wenig sei kontrollierbar, der Zufall sei ein fester Begleiter und man müsse sich auf seine situativen Entscheidungen verlassen können. Man müsse Vertrauen zu sich selbst haben. Und am Ende den Mut besitzen genau die Entscheidungen, die man getroffen hat, konsequent zu verfolgen. Bei der Monotypie sei auch schnell mal was vermanscht.

    Juergen bat mich, einen Rückblick zu halten – von den drei Tagen, vom Arbeiten im Zwickelbüro. Ich sei ja schließlich die ganze Zeit dabeigewesen.

    Also:

    das Analytische: Juergen hat sich wohl auf die Zwickelformen konzentriert, auf die Fläche, auf die Kontur, auf das Verborgene im Thema, auf den Keil in der Unterhose oder dem Badeanzug.

    Das Dynamische: Antje, inspiriert durch einen Bildband über Punkmode untersuchte malerisch das Dynamische, das Freiheitliche, das Konfrontative, das Verhältnis von Unordnung und Ordnung.

    Das gegenseitig Befruchtende: man schaute auf sich, man schaute auf das, was der andere machte, man redete über die Dinge, über die Auffälligkeiten, man erklärte sich, man rechtfertigte, man vergewisserte sich, ob man auf dem richtigen Weg sei, man ließ beurteilen, ließ Auffälligkeiten beschreiben und traf Entscheidungen.

    Das Experimentelle: Antje hat mit fuer sie neuen Materialien so einiges ausprobiert und Juergen hat versucht, das Drucken in Monotypien offen zu gestalten und dennoch besser zu kontrollieren.

    Der Zufall: man solle sich nichts vormachen, so Juergen zu mir. Bei aller Methodik des Vorgehens, bei allen Vorüberlegungen, bei allem Planbaren: der Zufall sei ständiger Begleiter, Gott sei dank, und feuere immer den Prozess an.

    die Passung: die Beiden verstehen sich sehr gut, kennen sich bestens und gehen behutsam miteinander um.

    Buchalov