Schlagwort: contemporaryart

  • für Myriades Impulswerkstatt: die Null

    Myriades Impulswerkstatt, s. hier >>>, enthält als möglichen kreativen Impuls immer ein paar Photos. Da Jürgen ein bequemer Geist ist, entsteht beim ihm als Impuls eigentlich nichts Neues, wenn er die Bilder sieht, sondern er überlegt immer ganz kurz, ob es motivisch etwas aus seinem Bestand gibt, dass mit diesen Bildmotiven korrespondiert, und dann zeigt er es. Myriades Impuls reicht also bei ihm nicht allzu weit.

    Diesmal seien es die Halbkreise, die ihn erinnert hätten, und ihn folgendes zeigen lassen:

    Dieser Holzschnitt ist zum Thema „die Null“ entstanden, einer Collaboration mit Susanne Haun in 2016. Hier kann man auf meinem Blog noch mehr sehen: >>> [die Null ] <<<

    Buchalov

  • corona notes: noch ein paar Sätze

    Dass Jürgen sich wieder einmal mit Corona beschäftigt beruht darauf, dass der Virus ihm sehr nahe gekommen ist und auf der Tatsache, dass es einen zweiten Lockdown gibt. Die Beschäftigung mit dem Stichwort Corona soll wieder helfen zu klären, zu begreifen, zu verstehen.

    Aber diesmal ist es für ihn, wie er sagt, anders als beim ersten male im Frühjahr. Damals hiess es “Corona notes1” ( hier klicken >>> ) und „als Lato sich isolierte“ ( hier klicken >>>). Damals war alles diffus, ohne Struktur, wild und scheinbar mit wenig Perspektive versehen. Seine damaligen Skizzen und Bilder im Druckskizzenbuch sahen auch entsprechend aus: wild, ungestüm, geschmiert, gekritzelt, ohne festen Halt, strukturlos, suchend, getrieben,

    Das hat sich jetzt geändert. Das,was momentan zu Corinna entsteht sind Linolschnitte und sie haben mehr Festigkeit, sind klarer, kontrollierter. Es gibt Überschriften: Krone/Corona und Lebensrad und Transformation und Skelett/Tod und Behälter und Triange und diversem Füllmaterial. Und das, obwohl die Situation was die Anzahl der Toten Infizieren anbelangt, um ein vielfaches schrecklicher ist als im Frühjahr.

    Lange hat er an der Form der Darstellung „gebastelt“. Aber die ist nun in den letzten Tagen klarer geworden. Es entstehen zwei Druckskizzenbücher, Einzeldrucke auf dem Restepapier eines Ausstellungskataloges von Klaus Harth, zwei Tafeln mit Coronamotiven und ein Fries, der vielleicht noch zum Leporello werden kann – klingt alles ganz gut.

    Ist so etwas überhaupt ein Thema für die künstlerische Beschäftigung? Fehlt da nicht der zeitliche Abstand? Der Blick aus der Megaperspektive? Ist das nicht noch viel zu nahe an einem dran? Eure Meinung würde mich interessieren. Für Jürgen hat die Beschäftigung mit dem Thema Corinna eine psychohygienische Funktion. Die jetzt entstehenden Arbeiten sollen helfen zu verstehen und ihm die kreative Lockerheit zurückgeben. Er möchte sich seine Gelassenheit bewahren.

    Buchalov

  • Corona – notes 2

    Es geht um die Krone – die Krone als Symbol für alles das, was da momentan über uns zusammenschlägt: Shutdown, Beschneidung von Freiheiten, Grundrechtseinschränkungen, Ängste, Vereinsamung, Entwicklung und Rückstände in vielen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen, und noch einmal die Ängste, Virusmutationen und so weiter.

    Und es geht um Behälter, die Urnen sein könnten. Oder umgedrehte Kronen. Oder Gefässe, die zum Sammeln und wegschütten dienen. So etwas halt.

    Und es geht auch um das Positive: Solidarität, Verlangsamung/Entschleinigung, Konzentration, Besinnung, Transformation, Reduktion, die Aufwertung des Normalen, verändertes Kaufverhalten, gesundes Kochen, Unterstützungen des Regionalen, die Kraft der Improvisation und so weiter.

    Das alles beschäftigt Jürgen. Es scheint ein großer wilder Haufen von allem Möglichen zu sein, der da vor ihm liegt.

    Gestern meinte er, dass wohl eine große Transformation im Gange sei. Und es werde nichts mehr so sein wie es einmal war. Auch wenn sich viele danach sehnen und sich seltsam verhalten. Was ja auch immer so ist. Alles ändert sich ja. Immer. Nichts hat Bestand für ewig. Aber manchmal tut das eben weh.

    Und deshalb geht er fast täglich ins Atelier und zeichnet, schneidet, druckt und probiert so einiges aus. Er sucht Bilder und Formen für das Ganze. Er will etwas klären und verstehen. Dabei ist er nicht traurig, sondern zuversichtlich. Dem Projekt hat er den Arbeitstitel „Corona-notes 2“ gegeben.

    Buchalov