Heute ist so ein „grau – in-grau- Tag“: eine gute Gelegenheit um mal einen Schritt langsamer zu agieren, beim posten . Ein paar von Juergens Arbeiten, entstanden heute hier in Ditzum, sollen daher genügen:






Buchalov
Notizen von Juergen Kuester und seiner Kunstfigur Buchalov
Heute ist so ein „grau – in-grau- Tag“: eine gute Gelegenheit um mal einen Schritt langsamer zu agieren, beim posten . Ein paar von Juergens Arbeiten, entstanden heute hier in Ditzum, sollen daher genügen:






Buchalov

Das Ende der Welt, hier in Ditzum, verlangt uns einiges ab. Der Blick hinterm Deich ist weit, die Sonne knallt vom Himmel, die Hitze macht uns antriebsarm , die kommenden Gewitter laut Wetterbericht lassen keine Radtour zu: also Hängepartie! Weiterzufahren macht keinen Sinn, da durch das Brückenwochende hier oben an der Ems und überhaupt in Friesland alles total überlaufen ist – so die Mundpropaganda und Facebook. Also lese ich, Juergen zeichnet, wir reden viel über Kunst und die eigene Position. Und wir warten auf Zeichen – welche auch immer. Jürgen neigt mehr zu den Zeichen aus seinem Inneren heraus. Ich mehr zu denen von außen.


Unsere Nachbarn von links, beide aus Cochem, sind weitergefahren. Die Gespräche mit ihnen waren speziell. Es waren andere Themen wie sonst üblich: Was bewirkt eine Luftfederung am Wohnmobil? Warum habe ich als Kind immer die abgelegten Sachen meines Bruders bekommen? Warum sind wir als Kinder nie mit den Eltern verreist? Antwort: weil Vater meinte, er sei im Krieg als Soldat schon überall gewesen. Wenn ich mich bewege, habe ich dann verloren? Was war den euer erstes Auto? Na ja, solche Themen halt.


Und die Gewitter sind dann tatsächlich gekommen, mit sattem Regen und dicken Tropfen. Dazwischen in einer Regenpausen ging es schnell zur Fischbude, wir hatten Hunger, in die protestantische Kirche, wir waren neugierig, und ein paar Kilometer mit dem Rad über den Deich zur alten Bohrinsel. Das wars.

Buchalov
Was für ein Name! Was für ein Ort! Hier am Deich ist das Ende der Welt. Und das Weltende befindet sich für uns natürlich am Ende des Lysefjordes in Norwegen. Aber das ist eine andere Geschichte. Hier jedenfalls geht es nicht weiter, und es herrscht eine Ruhe, die wir so in den letzten Tagen nicht erlebt haben. Einfach Ruhe.

Ditzum liegt an der Ems, am Dollard. Nicht am Isselmeer. Und nicht in Norwegen. Wir haben uns spontan entschlossen, die Route rund ums Isselmeer Richtung Osten zu erweitern, wir sind ja frei, und stehen jetzt hinterm Deich, Emden gegenüber.
Juergens Nachfrage in dem kleinen Touristikbüro am Hafen hat für etwas Klarheit gesorgt. Im Herbst gibt es hier die „Ditzumer Kunsttage“. Tja, das wars. Meine Recherche hat ergeben: Kunsthalle Emden, die Stadt Leer mit einigen Angeboten, u.a. dem Marinemaler, und Coldam, einen Ort mit einer freien holländischen Kunst- Initiative, in der Nähe von Weener- alles mit Fahrrad und einer Tagesfahrt erreichbar. Das also gibt es hier. Und es gibt Natur pur, und Schafe gibt es auch und einen Hund, der hier begraben liegt. Es gefällt uns!

Buchalov