Wenn Schiffe schweben, dann geht es ins Dock oder zum Verschrotten, abwracken. Wie in diesem Falle. In Lemmer.

Buchalov
Notizen von Juergen Kuester und seiner Kunstfigur Buchalov
Wenn Schiffe schweben, dann geht es ins Dock oder zum Verschrotten, abwracken. Wie in diesem Falle. In Lemmer.

Buchalov

auf der schulter einen falter
……. …. ….
frau mit pelerine
wie damals die alte patentante
besondere gaben hatte sie
borgte sich die fühler des falters
schmetterling du kleines ding
seine flügel nahmen sie mit
über alle zäune und grenzen
war ein fangnetz auf dem weg
dirigierte sie den flug
darüber hinweg
schwerelos
will ich ein wenig schreiben
••••••
Dieses Gedicht hat mir Bess Dreyer zugeschickt – in einem Kommentar, hier der Link: https://juergenkuester.net/2019/07/12/ein-wenig-zeichnen-und-das-wattenmeer/
Und als wir uns am Frühstückstisch darüber unterhielten, und was das vor allen Dingen fuer eine nette Geste von Bess sei, da erzählte Juergen von Tante Mia, einer Nenntannte, aus seinen Kindertagen.
Sie wohnte neben den kleinen Frauen am Fluss, unten, am Ortsausgang. Sie war stolz auf ihre langen Haare, die bis zum Po reichten, und morgens geflochten und dann zum Kranz um den Kopf gelegt und festgesteckt wurden. Grauer Flanellrock, weiße Bluse, Pelerine, graue oder schwarze Strickstrümpfe, flache Schuhe: das war die Garderobe. Sie war katholisch fromm, eine alte Jungfer, wie man so sagte, die immer zum beten und plauschen kam, aber einfach nett, wirklich nett.
Das war die Geschichte von Tante Mia. Und deren Pelerine. Aber ohne einen Schmetterling.
Buchalov

„Komm, wir fahren ein paar Tage zu den Sielen an der Nordseee. Ostfriesland eben. Du schaust aus dem Fenster und ich zeichne ein wenig. Und gemeinsam schauen wir uns das Wattenmeer an.“ Ich fand den Vorschlag von Juergen gut, und so sind wir nach Bensersiel gefahren, haben uns dort ans Meer gestellt, mit dem Fahrrad ging es auch nach Dornumer Siel, und haben die kleine Tour in Schillig schließlich beendet.
Juergen hat auch gezeichnet.
Buchalov