Schlagwort: Grafik

  • da kam ein Netzgedicht geflogen

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    Da kam aus heiterem Himmel per Mail ein Netzgedicht geflogen. Von Bess Dreyer. Inspiriert durch meinen Blogbeitrag über „Gitter und Netze“.  Und sie schrieb:

    im netz des tages

     

    fängt sich am piano

    operettenkoloratur

    der pergamonaltar die marmorgötter

    in wissenden gedichten

    und dort das zierlich schwarze vögelchen

    in trauer liest aus dem gedicht

    des verstorbenen oleg jurjews

    ehe es eigenes vortragen kann

    in dunklem deutsch

    mit dringlich fremdem zungenschlag

    für kathedralen roms

    für orthodoxe bilder

    ein konzentrat wie gold

    aus horchen folgen wachsam bleiben

     

    bess dreyer

    31.01.19

     

    Bess hat während meiner „Buchalovs Freunde Tour 2018“ , siehe hier: >>> [ … ] <<<,  schon einmal auf einen Beitrag von mir literarisch reagiert. So etwas freut einen natürlich, denn man weiß dann, das man mit dem gesamten „kreativen Ding“ im Netz  nicht alleine unterwegs ist, dass das Spielen mit allem Möglichen Freude bereitet, und dass man andere offensichtlich inspiriert und selbst inspiriert werden kann. Wunderbar! Vielen Dank!

    Buchalov

  • ausgelutscht

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    „Zuerst die Mathematik“, sagte Juergen.

    Acht kleine Motive, auf zwei Druckstöcken verteilt, auf 70 x 100 und auf 70 x 50, jeweils in der Auflage von fünf gedrückt. Und dann die acht Motive einzeln geschnitten, auf acht fotokopierten Papierträgern und auf acht Dekopapieren, in der Auflage von jeweils drei dann weiter gedruckt.

    Ergibt in der Summe einen riesigen Stapel von Bildern. Er hat wohl nicht durchgezählt.

    Und jetzt tauchen die Motive auch noch in einem kleinen selbst hergestellten „Druckskizzenbuch“ auf. Doch davon später mehr.

    Er hat die acht Motive auf den ersten zwei Druckplatten, später acht, wirklich bis zum letzten „ausgelutscht“ – so nennt Juergen das dann immer.

    Buchalov

     

  • und mal wieder die Wand …

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    Also: bei Betreten des Ateliers werden als erstes eine oder mehrerer Tuschezeichnungen erstellt.

    Dann gehe es erst richtig los. Oft sortiere er auf dem Tisch Dinge, schleiche durchs Atelier und suche und finde, was auch immer, arbeite an den Dingen, die er sich vorgenommen hat, gehe zu seiner Wand, nehme Dinge ab, setze Bilder hinzu, finde irgendetwas und bringe es dort unter, sitze mit einer Tasse Kaffe vor seiner Wand, lasse seine Ateliergäste darauf schauen und lasse sich erzählen, was sie sehen, was ihnen auffalle, schreite die Wand ab, überlege manchmal, ob er die Löcher zuschmieren solle, die ihn anschauen, sitze da und trinke Kaffee, schaue hin, schaue weg, finde mal wieder etwas, und und und. Aber es gehe in diesem Falle immer um die „Buchalovs Freunde Tour 2018“.


    Beim Betrachten seine bestückten Wand würden  ihm immer Dinge aufgehen. Immer! Zum Beispiel die Farbgebung. Oder wie die Dinge über die Fläche verteilt seien. Ob sich einiges doppele. Oder ob es Stellen gebe, die gebrochen seien. Oder etwas hänge, was nun wirklich nicht dahingehöre.

    Und dann fotografiere er sie immer wieder ab, wegen der Dokumentation der Zwischenschritte . Oder er filme sie.

    Sie sei Rhizom, sagte Juergen heute morgen. Sie wachse mit der Zeit und den Fortschritten in der parallellaufenden Arbeit. Überhaupt sei ja alles Rhizom: das Thema „BFT 2018 remember“, die Vorgehensweise, die Präsentation des Ergebnisses.

    Jetzt, wo er drüber nachdenke: die Wand sei ein eigenständiges Werk. Na ja!

    Buchalov