Im Ausschnitt das Ganze, oder?
Buchalov
Notizen von Juergen Kuester und seiner Kunstfigur Buchalov
Es sei schon erstaunlich, wie einen fast vergessene Binsenweisheiten, aber vielleicht seien es gar keine, dann doch wieder einholen würden, meinte Juergen heute nachmittag zu mir. Jürgens Besuch, eine Kunstgruppe des Lise – Meitner – Gymnasiums aus Geldern, war gerade zur Tür hinaus und der Eindruck wirkte bei ihm noch nach.
„Was sich nicht ändert, stirbt“! Das gehe ihm durch den Kopf, wenn er über den Besuch nachdenke. Die Schülerinnen, zwei Jungs waren auch dabei, beackerten in der Schule das Thema „Veränderung“, na ja, und er habe ihnen halt etwas dazu aus der eigenen kreativen Biographie erzählt. Und dieser Satz vom Sterben, wenn Veränderung fehlt, der sei ihm jetzt im Nachhinein wieder eingefallen.
Fragen seien wenige gestellt worden, die Gruppe sei sehr scheu gewesen, aber nicht ohne Interesse. Nein, nein, man habe sich schon sehr genau umgeschaut, habe sich Holzschnitte, digitale Zeichnungen und Scherenschnitte zeigen lassen, nach und nach seien auch die Hemmungen gewichen und besonders beim Punkt Ausstellung und seiner Schilderung, dass die Ausstellungen jetzt zu ihm kämen und er ansonsten seine Ergebnisse auf seinen Plattformen im Internet auch per Video einstelle, das habe schon großes Interesse gefunden.
Für ihn sei das eine Möglichkeit gewesen seine eigene künstlerische Position mal wieder zu reflektieren. Das passe schon, denn ihn beschäftige momentan schon sehr, worin sein kreatives Konzept bestehe. Der Besuch habe da sehr geholfen.
Ein einminütiges Video habe jeder einzelne mit seinem Handy auch noch gedreht, zur Musik von „Band M“, als spontane und freie Aufgabe. Darauf hätten sich alle eingelassen, erstaunlich. Und jetzt warte er auf die Ergebnisse, zugesendet über „whats app“. Na ja, mal schauen, ob da was komme. Freuen würde ihn das schon sehr.
Während Juergen so erzählte, habe ich Cocki, den Atelierhund, gestreichelt. Cocki hört auch immer geduldig zu.
Buchalov
„Na“, fragte ich. „Wie war’s?“
„Tja“, meinte Juergen. Er sei so gefesselt gewesen vom Salon gestern, dass er ganz vergessen habe, zu fotografieren. Nachdem die Einzelnen in der Runde ein wenig von ihren Aktivitäten berichtet hätten – Kunstverein Geldern, Wasserwerk Wachtendonk, Freizeitkünstler Geldern, Aktivitäten in Venlo, Galerie „artedos“ in Kempen – sei man rüber in Rolfs Atelier gegangen und habe dort geschaut und gehört und gefragt und man sei bei grundsätzlichen bildhauerischen Fragen gelandet und bei Rolfs spezieller Arbeitsweise und seinen Überlegungen im Arbeitsprozess und und und.
Und nachdem das Gros der Besucher sich verabschiedet habe, sei ein noch verbleibender Rest am Tisch sitzen geblieben und habe die momentanen gesellschaftlichen Brüche mit den schlimmen Terrormeldungen in den Blick genommen und versucht herauszufinden, was da eigentlich los sei und was das mit uns mache. Ja, so sei das gewesen.
Schade, das ich nicht dabei war, habe ich zu Juergen gesagt.
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