Schlagwort: Kommunikation

  • lass uns mal über das Tauschen nachdenken …

    IMG_5231Juergen sagte zu mir: „Lass uns mal über das Tauschen nachdenken, ja?“ „Wie meinst Du das?“, fragte ich. Er erklärte mir, dass in seinem Kopf die Idee umhergeistere, dass er seine Kunstwerke nicht mehr verkaufe, sondern gegen andere Dinge tausche. Der Kunstmarkt sei dabei aussen vor. Das gefalle ihm besonders. Diese ewige Buhlere um Ausstellungen und Gallerien und Verkäufe und Kontakte und Räume und Termine und Akzeptanz und und und sei er einfach leid. Die Energien, die dafür aufzuwenden seien, könne man ja wohl besser an anderer Stelle einsetzten.

    Und mit Tauschen sei all das gemeint, was der Interessent für das Werk so einbringen könne – auch ohne Geld zu verwenden. Was das denn sein könne, fragte ich. Man könne alles einbringen meinte Juergen: Texte schreiben, Bücher Korrektur lesen, Massagen durchführen, jemanden von A nach B fahren, den Einkauf erledigen, die Fenster putzen, eine Bilderserie fotografieren, ein Essen kochen, ein Porträt zeichnen, Geld spenden, ein Glückslos kaufen, und und und. Alles das, was Menschen können, das, was sie mit Leidenschaft und Geschick tun, alles das kann als Gegenleistung im Tausch eingebracht werden, sinnierte er. Der Tauschwert müsse natürlich immer individuell ausgehandelt werden. Aber die sei ja auch eine Form der Kommunikation. Und nicht mal die Schlechteste.

    Was ich davon halte, fragte er. Ich weiss es nicht. Ich war perplex. Ich habe mir Bedenkzeit genommen.

    Buchalov

  • Juergens Antworten

    #30.3 das Jahr Null Juergen Kuester 2016Ein zeichnerisches Gespräch unterscheide sich eigentlich nicht groß von einem normalen Gespräch. Die gesprochenen Worte werden durch zeichnerische Bildmotive ersetzt. Das ist alles. Meinte Juergen heute morgen zu mir.

    Man versuche halt herauszubekommen, was der Andere einem sagen möchte. Ob mit Worten oder mit zeichnerischen Elementen: das sei alles gleich. Man verstehe den anderen gut, wenn man seine Zeichnungen verstehe, wenn man perfekt erahnen könne, was der andere einem sagen wolle. Meinte er.

    Genaues Hinsehen, genaues Hinhören seine natürlich eine der wichtigen Voraussetzungen, um diesen Dialog erfolgreich voranzubringen. Und vielleicht auch ein wenig Wissen darum, wie der Gesprächspartner ticke, wie er angelegt sei. So Juergen.

    Dann zeichnete er seine Antworten zu den Bildern von Susanne Haun, die ihm per Mail tags zuvor zugegangen waren. Er arbeitet mit ihr am gemeinsamen Projekt „das Jahr Null“: einem zeichnerischen Zwiegespräch.

    Buchalov

     

  • Kunst alleine geht nicht

    Als ich heute Jürgen besuchte, stand der mit Rudolf dem Bildhauer in einer Ecke im Atelierraum. Sie brutzelten da etwas Vegetarisches in einer provisorischen Küchenencke. „Jetzt ist es soweit“, habe ich gesagt. „Die Männer-WG ist eröffnet.“ Sie lachten.

    Die drei fühlen sich momentan, da ist Boris der Maler mit einbezogen, sauwohl in ihrer Dreisamkeit der Ateliergemeinschaft am Ostwall in Geldern. Sie reden auch viel über ihre Projekte, besprechen sich, nehmen die Vorschläge der Anderen auch auf, wenn sie in die eigene Machart passen und lachen viel. Die drei arbeiten richtig gut zusammen.

    Kunst alleine, das geht offensichtlich nicht.

    Buchalov