ein künstlerischer Konzeptentwurf | Stichworte | wenn man mit dem Wohnmobil an einen festen Ort im Süden fährt und dies auch ein künstlerischer Auftrag ist

Arbeitstitel: „Parzelle 268 again“

der Ort: die Parzelle 268 auf dem Campingplatz Ole in Oliva/Espania

die Technik: Herstellung von Skizzen, Zeichnungen und Fotos und Objekten als Faltungen und oder kleine Installationen in der Natur oder auf leeren Plätzen

das Vorgehen: die Umgebung erkunden, die Menschen suchen, die Ereignisse bewußt wahrnehmen, Auffälligkeiten festhalten und Fundstücke bergen

Präsentation: auf Instagram und in „Buchalovs Blog“ auf WordPress, zum Abschluss Herstellung eines selbstgebundenes Buches

Wenn man mit dem Wohnmobil an einen festen Ort in Spanien fährt und dies dann auch ein künstlerischer Auftrag ist, ja, dann muss man sich etwas einfallen lassen. Wenn das Leben Kunst ist und die Kunst das Leben widerspiegelt und einem hilft, zu begreifen, was da so geschieht, ja dann wird dieser Auftrag auch angenommen. Das meinte Jürgen zu mir.

Auf Instagram und Facebook sind schon die ersten Beiträge erschienen.

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Gibt es ein Konzept? Eine Haltung?

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Gibt es ein Konzept? Eine Haltung? Einen Plan? Eine Methode? Die Ahnung eines Vorgehens? Oder arbeitet man nur so vor sich hin? Wie wirken die Dinge um uns herum auf uns, wenn ich kein gesellschaftliches Neutrum bin. Juergen hat so seine Phasen. Und dann geht es um diese Fragen, die, die ihn und seine Kunst und die Verortung in der Welt betreffen.

Christel und Ilona von der „Künstlergemeinschaft Alpen“ waren schon vor längerer Zeit zu Gast in seinem Atelier und schon war man mitten in diesem Thema, genau in diesem Thema. Und auch mit seiner neuen Atelier Nachbarin hat er jetzt schon des Öfteren darüber geredet.

Juergen zählt ja zu den Vertretern, die dem Zufall im Arbeitsprozess vertrauen. Ja, er ist geradezu gespannt wie ein Flitzebogen auf zufällige Ergebnisse. Manchmal provoziert er sie sogar. Vielleicht auch als Gegengewicht zu dem vernunftbetonten und eher gleichmäßigen Arbeiten in seiner Kunst. Das gibt es nämlich auch. Juergen meint sogar, dass der Zufall in die Prozesse des Lebens und der Maschinen insbesondere der künstlichen Intelligenz als fester Bestandteil eingebaut sein müsste.

Aber dennoch vertraut er ebenso dem Prinzip des methodischen Vorgehens – manchmal auch, um den Zufall zu provozieren.

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„Zelle k5“

Juergen nennt sie immer seine „Zelle k5“. Ich will das jetzt einmal erklären. Ich will erklären, was sich hinter dieser Atelierbezeichnung verbirgt. Nichts Großes. Ein Minikonzept halt.

Zelle meint Keimzelle. Meint Energie, Prozesse, Dynamik.

K meint Kunst. Oder den ersten Buchstaben des Nachnamens von Juergen.

5 meint das fünfte Atelier, in welchem Juergen nun arbeitet.

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die Idee von der Keimung

Das hat Juergen mir und einigen anderen gegenüber jetzt schon öfter erwähnt: „die Idee von der Keimung“. Dahinter verbirgt sich bei ihm die Übetragung des biologischen Keimungsvorganges auf die Zusammenstellung  von Juergens Werken. Und auf deren Präsentation –  „Rhizome“ finden dabei sein besonderes Interesse.

Für Juergen ist  jeder einzelne Holzschnitt, die einzelne Zeichnung, das kleine Objekt ein eigenständiges Werk. Aber auch die Kombination dieser Werke untereinander mit allen verfügbaren Materialien stellt ein eigenständiges Werk dar. Und es können immer wieder neue Zusammenstellungen mit den vorhandenen Materialien und Werken erfolgen.

Wie bei einem Rhizom bilden die Werke in ihrer Zuordnung ein Sprossenachsensystem. Die einzelnen Werke sind die Stellen, an denen die Gedanken keimen, an denen der Betrachter zwischen den einzelnen Keimstellen Beziehungen herstellt. Die Präsentation als Wurzelwerk ist nicht mehr auf die Wand beschränkt, sondern wuchert in den Ausstellungsraum hinein, löst sich vom Zweidimensionalen. Diese Präsentation hat einen narrativen Grundzug, sie will erzählen.

Juergen glaubt, damit einen möglichen Weg gefunden zu haben, um die Ergebnisse der Holzschnitt-Technik aus der Ecke der „old school Wahrnehmung“ in eine zeitgemässere überführen zu können. Den Anstoß zu diesen Gedanken hat er bei seinem letzten Besuch im Februar beim Atelierrundgang in Münster erhalten und jetzt stößt er bei seinen Internetrecherschen ständig auf das „Rhizom“ als Metapher.

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