„Wo liegt Eden? Das, was man von Eden sieht, sind Bilder von Orten, so wie man sich Eden vorstellt. Also ist Eden in erster Linie eine Vorstellung und damit im Kopf. Wenn Eden im Kopf der Menschen liegt, dann sind die Bildwerdungen von Eden so unterschiedlich wie wir Menschen sind. Das Zeichnen von drei Köpfen/Portraits und ihrem Innenleben hilft vielleicht der Klärung.“
Das war eine der Fragen, die ich gestern veröffentlicht habe. Jürgen hat sie aufgegriffen, und er ist sich sicher: Eden ist im Kopf. Der Ort Eden liegt im Kopf. So die Annahme.
Er hat zeichnerisch ein Annäherung versucht. Und wenn ich mir das so ansehe, dann ist es tatsächlich eine Annäherung. Mehr leider nicht.
Szene Eins: wir sitzen am Frühstückstisch und werfen uns gegenseitig halbe Sätze zu, die irgendwie mit dem ersten Satz von Susanne Haun, den man oben lesen kann, zu tun haben.
Szene zwei: Jürgen erfindet Halbsätze ohne Sinn und Verstand – einfach so.
Szene drei: es gibt so tolle Tiere. Man könnte eines davon im farbigen Zusammenhang verwenden.
Ihr fragt Euch sicher, wovon ich schreibe. Das Projekt “Projektohnenamen” geht weiter. Dabei schicken sich Susanne Haun und Juergen gegenseitig Halbsätze zu, die der andere vervollständigen soll und zusätzlich visualisiert. Surreales, Nonsens, Dada, Ernstes, Alltägliches: alles das ist möglich. Der letzte Beitrag erschien im November 2020. Aber jetzt geht es weiter. Und oben habe ich beschrieben wie Jürgen und ich diesmal mit der letzten Zusendung von Susanne umgegangen sind.
Susannes Halbsatz lautete: „Bla ist grüner als La blau…“
Und Juergen antwortet nun: „… und der Schleimpilz schweigt ein Gelb.“
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Und nun schickt er an Susanne den Halbsatz: der Berg, das Boot, der Baum und schon …
Wir waren heute auch im Atelier, Jürgen und ich, am “heiligen Sonntag” – nur kurz zwar, aber immerhin. Jürgen fiel dabei ein, dass die Bibel voller Geschichten ist, in denen “umgewandelt” wird. Zum Beispiel das, was jeder kennt: Jesus soll Wasser in Wein umgewandelt haben. Oder, dass er von den Toten auferstanden sein soll. Oder das seine Worte als geistige Nahrung begriffen werden. Oder das sich die Realität durch den Glauben transformiert. Und und und.
Und ihm fiel ein, was für riesige Anstrengungen seine Oma, die sehr religiös war, unternommen hat, um ihn in seiner Jugendzeit in einen guten Christen umzuwandeln. Oder das sein Cousin als Prediger einer Freikirche mit der ähnlichen Absichten unterwegs ist.
Und wer unter dem Stichwort „Transformation und Bibel“ im Internet sucht, wird mit Bibelzitaten erschlagen. Transformation und Christentum haben wohl einiges mit einander zu tun. Es gibt da immer die Nähe zur Metamorphose und dem Bereich der inneren Umwandlung.
Und ihm fiel Schlingensief mit seiner “Kirche der Angst” ein. Dieses Projekt wäre sicher im Rahmen seiner Untersuchungen zur Transformation eine genauere Betrachtung wert, denn die Präsentation in Venedig hat er ja schon gesehen. Mal schauen.
So, damit wird das“ Wort zum Sonntag“ nun beendet und ich zeige Euch nun zwei Teile, die Jürgen heute auf die Schnelle erstellt hat: