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  • Projekt ohne Name #69: „die Wahrheit liegt zwischen den Faltungen, weil …“

    „Die Wahrheit liegt zwischen den Faltungen, weil …“

    Das war der Halbsatz, den Susanne geschickt hatte, und der sich auf Jürgens aktuelles Projekt der Faltungen bezog, aber auch auf die Frage, was denn eigentlich die Wahrheit sei. Eine ernste Angelegenheit. Ein philosophisches Unterfangen.

    Jürgen und Susanne schicken sich schon seit Jahren gegenseitig Halbsätze, die der andere vervollständigen muss, inklusive eines kleinen Werkes. Und das zeigen sie dann hier auf Jürgens oder Susannes Blog. Und auf Instagram: projektohnenamen.

    Am Frühstückstisch gab es dann, wie fast immer, ein kurzes Brainstorming mit mir und das ergab dann folgende Halbsätze:

    … sie sich gerne versteckt.

    … sie Schutz sucht.

    … sie ein scheuer Zeitgenosse ist.

    … der Gral der Wahrheit nicht so einfach zu finden ist.

    … die Wahrheit ein scheues Reh ist.

    … es so viele Wahrheiten gibt.

    Und geworden ist es dann: … die Wahrheit ein scheues Reh ist.

    Jetzt haben wir also folgenden ganzen Satz: „Die Wahrheit liegt zwischen den Faltungen, weil … … die Wahrheit ein scheues Reh ist.

    Und vom philosophischen Teil hat Jürgen nur noch erwähnt, dass es ja immer viele Wahrheiten der einen Sache gebe, und dass das Bezugssystem von Bedeutung sei, um zu wissen, was wahr sei. Das Bezugsystem müsse man kennen oder erforschen, eine mühsame Angelegenheit, der sich heute in der Schnelle der Zeit und der Schnelle der sozialen Medien nicht alle unterwerfen möchten. Und gepaart mit den narzistischen Anwandlungen der Einzelnen werde ja oft die abweichende Meinung gar nicht mehr zugelassen. Die abweichende Wahrheit habe dann eben keine Chance. Im Mainstream sind die einfachen Wahrheiten ja auch einfacher zu vertreten, die Differenzierung hat es da schwer.

    An Susanne schickt Jürgen nun folgenden Halbsatz: „Eine alte Dachdeckerweisheit lautet: …“

    Buchalov

  • Projektohnenamen #67: …“ da und da und da!“

    „Dadaismus ist …“ „Mein Gott“ hat Jürgen gedacht als er das las. Susanne hatte ihm wieder einen Halbsatz zugeschickt, den er vervollständigen sollte. Sein Gedanke: Jetzt wird es kunsthistorisch. Jetzt wird es gewichtig. Susanne hatte ihm da einen Halbsatz zur Vervollständigung geschickt, der hatte es wirklich in sich. Man kann ja schließlich hier im Block keine Abhandlung darüber schreiben, was Dadaismus ist. Aber die Wortbedeutung könnten man mal nachschlagen, hat er sich wohl gedacht. Und fand da neben vielem anderen die Erklärung, dass der Dadaismus seinen Namensursprung in der Bezeichnung eines französischen Spielzeugs haben soll. Französische Kinder nannten wohl ihr Steckenpferd Dada. Ob das wohl stimmte?

    Egal: Der Dadaismus ist groß, gewaltig und eine Kunstströmung, die nicht mehr wegzudenken ist und – für Juergen ganz wichtig – das Konventionelle ablehnt, nach neuen Wegen suchte und Nichtkonformistisch daherkam. Oder kommt, denn den Neodadaismus gibt es ja auch schon. Für den Rest nehme man das Internet.

    Nach einigem Zögern hat Jürgen dann eine Notiz geschrieben. Die hatte Bestand, auch nach Tagen noch, und Jürgen hat also vervollständigt mit „…da und da und da!“ Der ganze Satz geht jetzt also so:

    Dadaismus ist da und da und da!

    Und Susanne bekommt von Jürgen jetzt folgenden Satzfetzen zugeschickt: „Wenn ich einen rostigen Nagel fotografiere …“

    Buchalov

  • Projekt ohne Namen #65: … „because I’am nacked, and you will come in“

    Als „Dinks song“ ihm letztens über den Weg gelaufen ist, in seinem Mix der Woche auf Spotify, da hat Juergen zuerst gedacht, dass es ein Song von Bob Dylan sei. Und jetzt schickt Susanne Haun eine Textzeile aus diesem Song, „Now my apron’s up to my chin, because…“, und Jürgen erfährt, dass dies ein Filmsong ist und bei Wikipedia liest er dann, dass der Song eine Geschichte hat, so eine richtig lange, mit unzähligen Interpreten, mit diversen Textversionen, und Jürgen hat sich hingesetzt, die Chords und Lyrics rausgesucht und das Lied gespielt. Ich fand das richtig gut und habe mit Interesse zugeschaut und zugehört. Und dabei ist ihm dann auch der zweite Teil des Satzes eingefallen: … because I‘am nacked and you will come in“

    Im Ganzen klingt das jetzt so:

    S: „Now my apron’s up to my chin, because…“ J: … I’am nacked und you will com in“

    Das Projekt “Projektohnenamen” geht also weiter. Dabei schicken sich Susanne Haun und Juergen gegenseitig Halbsätze zu, die der andere vervollständigen soll und zusätzlich visualisiert: alles ist dabei möglich. Jürgen benutzt dazu Dekobögen, altes Restepapier und kleine Druckstöcke aus seiner Kiste für Kleines. Er zeichnet, klebt und druckt. Den Antwortsatz hat er grob im Kopf, der Restergibt sich während des Arbeitens. Das Material diktiert das so manches.

    Auf Instagram kann man das Projekt verfolgen: >>> https://www.instagram.com/projektohnenamen/<<<

    Jürgen schickt Susanne jetzt folgenden Halbsatz: „Sie sollten sich klarer ausdrücken …

    Buchalov