XYZ-Woche: der dritte Tag ist der, an dem gedruckt wurde.

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Wenn man angekommen ist, sich eingewöhnt hat, dann kann man so richtig loslegen. Das ist heute geschehen. Die „XYZ-Woche“ bei Dagmar in Viersen hat Fahrt aufgenommen.

Also hat Jürgen heute gedruckt. Fünf kleine Linolplatten haben den Weg aufs Papier gefunden – Titel: „der Schatten ist der Zwilling“. Das Papier war einmal ein großformatiger, zerschnittener  Immobilienprospekt. Das Motiv auf diesem Papier passe schon, meinte Juergen. Als Hintergrund. Er hat in Orange gedruckt und dann sogleich noch ein paar Drucke in schwarz nachgeschoben, ganz klassisch. Und zum Abschluss wurde dann auf beschriftetes Packpapier gedruckt.

Während man so arbeitet, ich bin ja der Zaungast, wird auch einiges geredet. Stichworte heute waren: die Planungen für die Teilnahme am Tag der Druckkunst im März, die Beweglichkeit des Menschen im Handeln und Denken, die psychohygienische Wirkung von Kunst und das Handeln von Menschen in ihren Rollen bzw. Funktionen. Ganz schön tiefgreifend das Ganze.

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Dagmar hat heute weiter an ihren kleinen Kreisen gearbeitet, und sucht, ich glaube, das darf ich schreiben, an einem Weg die vielen thematischen Ansätze im Kopf gedanklich zu sortieren und eine Priorität zu setzen.

Und eine Frage darf man jetzt nach drei Tagen auch schon mal stellen: Was macht das Ganze mit uns? Ich bin ja nur der Beobachter, aber die anderen Beiden sind Akteure. Jürgen hat sich etwas gewunden. Aber dann hat er gemeint, dass er sehr auf sich konzentriert gewesen sei in den letzten Tagen, was gut sei, dass er gedanklich und technisch aus seinem gewohnten Fahrwasser etwas ausgebrochen sei, dass die Beschränktheit auf den kleinen Atelierplatz sich wohl auch auf sein Format und das Tempo seines Agierens positiv ausgewirkt habe, und dass sich in seiner Notiz-App so einiges an Begriffen ansammle, was noch abgearbeitet werden müsse – das erweitere die Sichtweise auf die Dinge. Und er habe eine Partnerin im Dialog gefunden, mit der er sich beraten könne. In seinem Atelier „Zelle k5“ sei er weitgehend alleine. Lautes Mitsingen und Selbstgespräche seien da angesagt.

Buchalov

 

Projekt ohne Namen: „Der Stein ist ein Dada der Gertrude …“

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Susanne schrieb:

#30: „Der Stein ist ein Dada der Gertrude …“ und Juergen vervollständigte mit „… und damit ist alles beisammen, was die Welt der rose is a rose is a rose is a rose zusammenhält.“

Die beiden schicken sich nämlich gegenseitig, in unregelmässigen Abständen, unvollständige Sätze zu, die der andere literarisch und künstlerisch vervollständigen soll. Das Ganze nennt sich „Projekt ohne Namen“. 

Da sich Susanne momentan auch mit Gertrude Stein als Person beschäftigte, (hier der Link: https://susannehaun.com/2019/08/05/mein-sinnbild-von -gertrude-stein-collage-von-susanne-haun/), war klar, in welchem thematischen Umfeld man sich bewegte. Humorig ist Juergens Antwort sicherlich nicht ausgefallen, aber zweckdienlich. Mehr sei diesmal eben nicht gegangen, meinte er.

Er schickt Susanne folgenden Satz:

#31: „Dieses Ding frisst kein Brot, aber ….“

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Susanne hat die bisherigen Ergebnisse zwischen den Beiden akribisch zusammengefasst, zum Stöbern:

#29 (siehe hier)

S: „Der Kalender neben meinem iMac zeigt Freitag, nicht den 13., und ich habe Hunger, was mich dazu veranlasst …“
J: „… eine der Druckplatten abzulecken –  nämlich die mit dem Hummermotiv.“

#28 (siehe hier)

J: Wir baten Oma sehr oft, wirklich sehr oft,  ihre zweiten Zähne in den Mund zu nehmen  …
S: … und waren jedesmal überrascht, dass sie ihre eigenen Zähne zeigen konnte. Wem gehörten also die zweiten Zähne?

#27 (siehe hier)

S: Simple und einfach ist nichts auf dieser Welt, weil …
J: …immer irgendwas in der Landschaft herumsteht und stört.

#26 (siehe hier)

J: Mir gefällt, dass …
S: … immer wieder Zeichnen von Linien!

#25 (siehe hier)

S: Natura naturata und natura naturans“ sind zwei ästhetische Begriffe, die …
J: … die mir etwas von der Trias „Gott, Natur und Mensch“ erzählt haben, die aber beim intuitiven Bogenschießen keine Rolle spielen.

#24 (siehe hier)

J: Die Weltenseele ist mir noch nicht begegnet, …
S: … während sie Susanne in dem kleinsten Blatt, selbst im Ion entdeckt.

#23 (siehe hier bei Jürgen und hier bei Susanne)

S: Inhaltsverzeichnisse sind Wissensquellen, ….
J: …die das Rhizom fressen wird!“

#22 (siehe hier)

J: Und während ich hier in meinem kleinen Atelier sitze…
S: … schaue ich aus meinem Atelierfenster und imaginiere die Erhabenheit der Berge.

#21 (siehe hier)

S: Ein neuer Anfang bedeutet …
J: … Reset, und die alten Einstellungen werden in der Maschine gespeichert

#20 (siehe hier)

J: Der Himmel wartet, doch die Erde verlangt …
S: Liebe, Respekt und Verantwortung.

#19 (siehe hier)

S: „Durst wird nicht immer durch Wasser gelöscht, sondern …“
J: “ … auch mit Erdöl!“

#18 (siehe hier)

J: „Wenn ich mit dem Finger schnipse, …“
S:  „… passiert nichts weiter außer einem Schnipsen.“

#17 (siehe hier)
S: „Eine Linie biegt sich nach links nach rechts, um dann…“
J: „… an den Rändern des Blattes zu verschwinden.“

#16 (siehe hier)

J:  „Mein Engelchen, ich sage Dir …“
S:  „… nichts ist perfekt, aber alles ist möglich!“

#15 (siehe hier)
S: „Wörter sind immer …“
J: „… gut oder böse.“

#15.1 (siehe hier)
J: „Worte, die den Raum füllen und als ewiges Licht bleiben.“

#14 (siehe hier)
J: „Ich konnte zuerst den Weg nicht finden, …“
S: „… aber dann sah ich es: Am Ende des Weges war alles voller Bücher, Papier und Tinte.“

#13 (siehe hier)
S: „Wie Schneeflocken werden die Pappelsamen durch die Luft getragen und …“
J:  „… sind wie Worte, die die Erde lockern werden.“ (aus Enzensberger, Windgriff, 1964)

#12 (siehe hier)
J: „Ich schaue mich im Spiegel an und denke: …“
S: „… Nichts!“

#11 (siehe hier)
S: Die Ferne lockt mit fremden Geruechen, Farben und Tönen …
J:  …, doch mein Herz schlägt nur für dich.

#10 (siehe hier)
J: „Ich war jung und töricht, naiv und unbedarft …“
S: „… und dabei sehr fröhlich und sorglos.“

#9 (siehe hier)
S: Der Mensch blickt zurück in sich selbst und findet in der Zukunft …..
J: … den „loving cup“.

#8 (siehe hier)
J: „Der, der alleine ins Wasser geht, das ist „der Alleineinswassergeher“ und die, die zu mehreren gehen …“
S: „…werden sich selbst vergessen, fröhlich sein und planschen.“

#7 (siehe hier)
S: „Kalte Hände sind ein kritisches….“
J: „… Phänomen, denn wie sagte Christoph Ernst Freiherr von Houwald, so ungefähr: „Nimm noch einmal in Deine kalten Hände des warmen Herzens Signatur. Und ist Dein Herzensspiel noch nicht zu Ende, und kommt ein neuer Akt: so klingle nur.“ ( frei übertragen aus: Christoph Ernst Freiherr von Houwald, die Freistatt, vierte Szene, Leipzig 1820)

#6 (siehe hier)
J: „Wenn sie losgelassen werden und durch die offenen Tore fegen …“
S: „… können nicht die größten Drollerien sie aufhalten.“

#5 (siehe hier)
S: „Das perfekte Ding ist …“
J: „… das momentane Ding“

#4 (siehe hier)
J: „Ich höre die schweren Maschinen in der Ferne und ahne …“
S: „… dass sie an ihrer Last zerbrechen.“

#3 (siehe hier)
S: „Es ist schwer vorstellbar, dass der hoch in den Himmel aufragende Turm …!“
J: „… tatsächlich ein Raumschiff darstellt.“

#2 (siehe hier):
J: „Heute ist heute, morgen wird übermorgen und  …“
S: „… gestern ist nicht gewesen, sondern wird Erinnerung.“

#1 Projektauftakt (siehe hier):
S: „In der Nacht verschwimmen die Gegenstände zu schwarzen verwischten Flächen, deshalb ……“.
J:  „… versucht der Abfalleimer ein verzweifeltes Glühen“.

 

das Netz der Afrikafrau


Na ja, was man sagt, muss man auch halten. So Juergen. „Afrikafrau“ (s. hier: >>>) hatte auf ihrem Blog das Bild eines Netzes veröffentlicht, hingeworfene und abfotografierte Accessoires, und Juergen hatte angedeutet, das das vielleicht eine Netzzeichnung wert sei. Das Ganze hat ihn jedenfalls inspiriert.

Netze sind zu einem wichtigen Arbeitsschwerpunkt geworden. Für Jürgen sind sie ein zentrales zeichnerisches Element, ähnlich der Linie oder der Schraffur. Er benutzt dieses Motiv als Bindeelemt zwischen anderen Motiven, als Elemnt der Flächengestaltung oder als ganz eigenständiges, bisweilen dekoratives oder ornamentales Element. Eine eigenes Skizzenbuch dazu existiert auch.

Buchalov

Fragen: Netz!

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Sind Netze Basics?

Halten Netze die Welt zusammen?

Sind Netze biologisch, mechanisch, geistig?

Sind sie fragil?

Sind sie stabil?

Sind Netze Brücken zwischen Löchern?

Lernt man in Netzen?

Wo existieren sie, die Netze? Wo findet man sie?

Sind Netze Kommunikation?

Die Netze und das Rhizom: wie gehören sie zusammen?

Sind Netze trivial oder bedeutsam?

Was unterscheidet künstliche und natürliche Netze?

Buchalov

Latos Netze

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Ich sollte Euch von Lato und seiner Werkstatt erzählen. Einiges über Lato findet ihr hier: >>>[ … ] <<<. und hier: >>>[ … ]<<<  Und in seiner Werkstatt arbeitet er sich an dem ab, was ihm so über den Weg läuft, wenn er durchs Land reist und die Stille sucht.

Und jetzt sind es Juergens Netze. Denn eins ist ja klar: wenn Juergen schon Netze erstellt, umkreist und sich in ihnen vertieft, dann ist das auch eine  Sache für Lato. Und daher hat Juergen sich entschlossen, seine Netze Lato zu überlassen. Soll der sich weiter damit beschäftigen. Und dem wird so sein: Lato hat zugestimmt. Dann werden es zukünftig „Latos Netze“sein.

Buchalov