Learning by visiting

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Am Wochenende konfrontierte mich Juergen mit dem Satz, dass Lernen nicht eine Anhäufung von Wissen sei und man auf den Stufen der Erkenntnis nach oben klettere. Nein, so sei es genau nicht. Es sei eher ein Wandern in Netzstrukturen. Von Knoten zu Knoten. Oder indem man neue Knotenpunkte schaffe. Nur so könne er jedenfalls momentan Kunst machen.

Und sein Netz werde immer dichter. Die Knotenpunkte, an denen sich Erkenntnisse „knubbeln“ würden, nähmen zu. Er lasse sich so richtig treiben, kein Lehrgangswissen mehr. Learning by doing und learning by visiting. Lehrgangswissen habe momentan keine Chance bei ihm.

Buchalov

festgebissen

IMG_1958Ich war auf „Googas Boote“ gespannt, auf den Arbeitsfortschritt, und war mehr als überrascht als ich heute im Atelier „Zelle k5“ sah, dass sich Juergen an seiner „Nullkiste“ festgebissen hatte. Es sind schon Probedrucke entstanden, die heute dazu geführt haben, dass er die Kiste noch weiter geschnitten hat.

Im neuen Jahr will er die einzelnen Seiten drucken – das Netz der Kiste, die Außenfläche. Im Inneren sei die Kiste ein „Nullraum“. Sagte er.

Hier ein paar Bilder von den Zwischenergebnissen:

Buchalov

im Netz

IMG_3539Der Gedanke vom Kern als zentralem Element, oder der Zelle, müsse erweitert werden, meinte Juergen zu mir, den Gedanken von gestern aufgreifend. Für sein eigenes Kunstschaffen sei dies sehr wichtig.

Als Vester in den Siebzigern den Gedanken vom vernetzten Lernen publiziert habe, sei das wie eine Erleuchtung für ihn gewesen. Und bis heute habe ihn auch in anderen Bereichn dieser Gedanke nicht losgelassen. Nicht nur das Lernen und die Anhäufung von Wissen geschehe in Form des Fortschreitens im Netz. Unserer gesamtes prozesshafte Voranschreiten im Leben sei so angelegt. Auch die eigene Entwicklung im kreativen Bereich. Wir würden nicht gradlinig vorangehen und uns entwickeln, sondern uns von Knoten zu Knoten in einem solchen Netz bewegen und dabei Netzfelder, bestehend aus den Verbindungen zwischen den Knoten bilden. Die Knoten seien Kerne.

Man schreite in seiner persönlichen Entwicklung oder der künstlerischen nicht auf einer Treppe nach oben, wobei die nächste Stufe ohne die vorherige nicht erreichbar sei, sondern man wandere in einem Netz von Knoten zu Knoten, manchmal in Umwegen, und bilde Netzflächen als das Ergebnis der eigenen Entwicklung.

So jedenfalls stelle er sich das vor.

Nicht schlecht, habe ich gedacht.

Buchalov