Myriade hat zur zweiten Impulswerkstatt geladen: >>> bitte hier klicken. Erst hat Jürgen überlegt, ob er nicht etwas zum Thema „Wasser“ zeigen soll. Denn das hat er schon in den letzten Septemberwochen behandelt. Hier der Link: >>>[ …]
Aber dann war ihm mehr nach etwas Zeichnerischem und da spielt eben das Netz als strukturelles zeichnerisches Element eine für ihn wichtige Rolle. Also greift er nun das “Bläschen- Netz – Bild” von Myriade auf und führt es fort als Impuls in zwei zeichnerischen Netzbildern und einem Netzobjekt – das vielleicht wiederum irgendwo eine Fortführung erfährt.
Juergen stand heute morgen im Raum, im Atelier, drehte sich um seine eigene Achse und sagte: “Es ist schon erstaunlich welchen Weg ich in der letzten Woche gegangen bin” Er meinte die Transformation, dieses Thema, das ihn nach vorne bringen sollte und wohl auch nach vorne gebracht hat. Und nicht nur ihn. Viele haben sich anstecken und inspirieren lassen und Dinge ins Projekthema in ihren Blogs eingebracht, die nicht ohne Wirkung blieben. Man ist zudem näher aneinandergerückt. Dafür bedankt sich Jürgen bei allen von Herzen. Ohne diese Hilfe, wäre das Thema sicher nicht so umsetzbar gewesen – eine gelungene Kollaboration, findet er. Und ein kleiner Ersatz für die fehlenden realen sozialen Kontakte in Zeiten des zweiten Lockdowns.
Aber nun zu der Frage, was er denn heute noch so erledigt hat. Da war zum einen der Linolschnitt, der weiter geschnitten wurde und von dem ein weiterer Abdruck gefertigt wurde. Jetzt fehlt nur noch das Anthrazit.
Aber: Transformation heute, am Montag, das bedeutet: Finale!
Und da war die Wand, vor der Jürgen noch einmal gesessen hat. Er fragte sich wohl, welche Sprossungen und Keimungen zu sehen seien und welche er weiter verfolgt hätte, wenn es nun weitergehen würde. Bei seiner rhizomartigen Arbeitsmethode ist ja ein Ende nicht absehbar. Es geht immer weiter, die Dinge entwickeln sich, sie wachsen, ein Thema ist nie zu Ende. Auch wenn es im Moment so scheint.
Die Zeit hat den Mittwoch in einen Donnerstag transformiert. Heute ist Donnerstag.
Juergen hat sich eine Linolschnittplatte gegriffen und mit dem Schnitt begonnen. Sein Motiv ist ein Kern: der Kern eines Baumpilzes. Dabei spukte ihm zusätzlich im Kopf die Zahl Sieben umher. Der Druck erfolgt nach dem Prinzip der verlorenen Platte.
Auch ein Papierobjekt entsteht, ebenfalls in Anlehnung an den Baumpilz. Einen Plan für diesen Kern hat er nicht, da läßt er sich wirklich treiben und klebt und faltet wie es die Situation und der Zufall zulassen.
Einer seiner Handlungsaufträge zu Beginn des Projektes lautete so: „Kann natürliches Material zu geistigem werden? – Dieses Mal ermutige ich Dich, das Material des Gartens zu verwenden / es sich anzueignen / sich von ihm inspirieren zu lassen, seine Form zu ändern und es in eine Partitur umzuwandeln, die durch Sprache und Deine Stimme ausgedrückt wird.“ Und das war das Erste, was er heute angepackt hat, nämlich erste Überlegungen zu einer musikalischen Transformation in Bezug auf den versteinerten Baumpilz, grob skizziert. Das muss morgen noch werden, denn das kleine Keyboard und die Gitarre warten schon.
Die Wand, die Jürgen so wichtig ist, weil sie den Prozess festhält, den er geht, und die wunderbare Sammelstelle für alles ist, was ihn bewegt, diese Wand hat jeden Tag ein anderes Gesicht – sie transformiert sich und gestaltet sich stets anders. Der Kern dieser Transformation sind Jürgens gestalterische Vorstellungen und die Wirkung der einzelnen Werke auf die Wandfläche bezogen oder die angrenzenden Bild-Nachbarn. Überhaupt ist die Wand ein ganz zentrales Instrument für ihn: sie bündelt alles: Ergebnisse, Gedanken, Energie und Querverbindungen.
die Wand: 05-11-2020
Und als Letztes für heute: Die Begriffspaare „Transformation und Metamorphose“ bedürfen im Rahmen des Projektes immer noch einer Klärung. Ein Beitrag von Gerda Kazakou hilft da vielleicht: hier bitte klicken >>>>