der Schatten ist der Zwilling 3

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„Skizzen sind Skizzen sind Vorlagen sind Inspiration sind der Anfang sind Basics sind Denken sind Zeichnungen sind Klärung.“

Juergen hat seine Zeichnungen sortiert. Einige hatte ich davon ja schon gezeigt. Das, was ihn am meisten überzeugte ist nach vorne gekommen  Es gibt Aspekte, so sagte er mir, die er bei seiner Auswahl wichtig findet und die er zu berücksichtigen versucht. Aber bei ihm ist wohl auch viel Spontanität im Spiel. Also:

  • das Spannunsverhältnis zwischen den einzelnen Formen
  • das Wechselspiel von Fläche und Linie
  • die Dominanz der teilweise flächigen Figuren
  • Geschlossenheit der gesamten Komposition, trotz der Zweiteiligkeit
  • die „schräge“ Komposition, die bewusst gegen das Auge arbeitet

Und einige Drucke sind auch schon entstanden:

eine OrtsMarke aus Hajos Wald

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Hajo ist unser Freund. Und er ist Imker. Er besitzt ein kleines Waldgrundtück hier in der Nähe von Wachtendonk.  Und da stehen seine Bienen. Juergen und ich fahren auf unserer täglichen „Niederrheinfahrradtour“ da schon mal vorbei. Dann schauen wir, was sich da so alles tut: Bienen, Widbienen, Käfer, Spinnen, Wildblumen, Blüten, Kräuter, Holzstücke, die Sonne, das Licht, die Aktivitäten am Flugloch und so etwas eben.

Den Rest einer Baumscheibe hat Juergen als „OrtsMarke“ von dort irgendwann mal mitgenommen und im Atelier bearbeitet.

Und dann hat mir Jürgen erzählt, das ihn solche Waldgrundstücke schon immer faszinierten. Als kleiner Junge war das sein Spielplatz. Raus aus dem Haus, auf die Strasse, die Strasse hoch zum Wald, der Wals am Köttingsbach, und los ging’s. Und seine Tante Louise wohnte mitten im Wald mit kleiner Bauernschaft und zwei Kühen und einem miesepetrigen Ehemann. Die Bewirtschaftung des Waldes dort nannte man Haubergswirtschaft im Siegerland. In der Volksschule hatten sie einen Schulwald, den es zu bearbeiten hatten. Wöchentlich ging es mit dem Fahrrad dahin. Das habe er richtig gerne gemacht. Und Peter Steimle, sein alter Professor, besaß auch so ein Grundstück, und da stand dieser alte Baumwagen, die Villa Hügel, in der sie als Studenten so manche Theorie kleingearbeitet haben.  Also ehrlich gesagt: wenn er heute so ein kleines Waldstücken erstehen könnte, er würde es tun. Einfach so!

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Projekt ohne Namen #46: „Ein besonderes Symbol …“

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S: „Ein besonderes Symbol …“

J: … ist der Kreis: it goes around and around and around!“

Das ist Juergens Ergänzung.  Von Susanne Haun erhält er immer halbe Sätze, die er vervollständigen soll. Und umgekehrt.

Als er Susannes Satzfragment erhielt, hat er sich der Notizfunktion des Handys folgendes notiert: 

  • Ein besonderes Symbol steht für alles.
  • Ein besonderes Symbol geht immer.
  • Symbol gleich Bedeutungsträger
  • Besondere Symbole sind Alpha und Omega, weil es nur das ist, was wir wirklich wissen.
  • Symbol gleich Zeichen
  • Die Seele ist etwas Besonderes, weil es danach weitergehen könnte.
  • Gaunerzinken

Die sonst so flapsigen oder humorvollen oder nonsensmässigen Antworten konnte es diesmal nicht geben. Meinte Jürgen. Dafür sei das alles nun doch zu ernst gewesen. Seltsam, dachte ich.

Und jetzt schickt Jürgen Folgendes an Susanne: „Wenn, ja wenn ich dich anspucken würde, …

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Zinbeelden/Satzbilder 1

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Erst wurde gewürfelt, dann wurden Ziffern zugesendet und dann erhielt Juergen aus einem von sechs Büchern einen Satz. Das klingt kompliziert. Aber so war es. So sind die Bedingungen bei dem Projekt „Zingelten, Satzbilder“, das Anja Middelkoop und  Ria Roerdink aus Millingen/NL initiiert haben und an dem Juergen teilnimmt. Er findet das richtig spannend! Er findet das richtig reizvoll. Und er ist in guter Gesellschaft. Näheres findet ihr hier: >>> [Zinbeelden]<<<

Jürgens Satz geht so: „Beckers ging mit weiten Beinen wie ein Seemann zu dem Bauern in der Stalltür; Rebert rutschte zuerst über den Schlamm, dann über den Dreck und folgte ihm. Er hielt seine Tasche in der einen und eine Baulampe aus dem Kofferraum in der anderen Hand. „ (Zoete Mond von Thomas Rosenboom, Seite 69, Satz17).

Und das Satzbild? „Ich habe den langen Satz in seine Wortteile zerlegt, dann neu geschrieben, und schließlich weiter zerlegt. Und übrig blieb eine Short Story.“ Das war es, so Juergen. Und wie das vom Ergebnis her aussieht, seht ihr hier:

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Kapseln und Gefäße

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Fragen, nichts als Fragen. Aber Fragen können ja, gestellt und irgendwie beantwortet, Klarheiten anbahnen, etwas klären. Das habe ich Juergen gesagt. Und er hat genickt. Im Hintergrund laufen „Passenger“ mit „to be free“.

Corona – auch da gibt es Fragen:  Womit schützen wir uns? Womit sichern und schützen wir unsere Dinge ?Gibt es den Rückzugsraum? Garantiert soziale Isolation wirklich Schutz? Bringen Abschottung und Isolation den erhofften Zugewinn? Was macht das Abkapseln mit uns? Solche Fragen halt.

Das dazugehörige Motiv bei Juergen ist „das Gefäß, die Kapsel“. An ihm kann er solche Fragen gut festmachen. Das Thema mit diesem Motiv war schon einmal bei ihm auf dem Schirm. Da trug es den Titel „Latos Kapseln“, 2018. Siehe hier: >>> [ _____] <<<<

Und das hier solltet ihr Euch auch anschauen, Stoff für mehrere Tage, das Neueste zum Thema halt:

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