Dieses Bild hat Jürgen in seinem Archiv gesucht. und gefunden. Es passt zu einem der Bildimpulse von Myrade: >>> hier der Link >>>. Mit dem Auto im Wald stehend als der Regen einsetzt hat Jürgen durch die Frontscheibe fotografiert. Schärfe und Unschärfe sind dominierend.
Und dabei belassen wollte er es nicht. Also habe ich mit Jürgen zusammen noch nach einem Bild gesucht, das aus der Unschärfe nach vorne weißt – in die Zukunft. Da, wo sich die Dinge wieder verfestigen könnten. Hier ist es:
In diesem Falle steht „quer“ für alles mögliche: querliegen, queren, Querprofil, Querformat, querab, Querelen und und und… Irgendetwas liegt ja immer quer, mal bewusst oder unbewußt, manchmal gewollt, manchmal ungewollt, auch ärgerlich oder einfach zufällig.
Das Bild oben zeigt die Absperrung einer Zufahrt zu einem Baggerloch. Die Kiesbaggerei ist hier am Niederrhein eine wichtige Sache. In großem Stil wird hier der Sand zu tage gefördert. Und es ist kein Ende in Sicht, denn der Bedarf der Bauindustrie ist wohl riesig. Ist das Baggerloch nicht mehr ergiebig, dann wird es aufgegeben, ja dann wird rekultiviert, was im Normalfall bedeutet, dass die Ufer bepflanzt werden und anschließend die Angler ein neues Revier finden. Und die bauen sich bisweilen kleine Hütten an den See und die Zufahrt zu diesen ist dann für das gemeine Volk gesperrt. Wie gesagt: irgendetwas liegt immer quer.
Als leicht eklig und befremdlich empfand Jürgen diesen halben Satz den Susanne ihm zugeschickt hatte. Was sie schrieb, war irritierend. Wer will schon gerne Blut im Schuh haben. Diesen Lebensssaft. Und woher kommt das Blut? Und Blutflecken bekommt man ja nicht mehr so leicht aus den Sachen raus.
Die Recherche ergab natürlich eine Quelle als Ausgangspunkt für diesen halben Satz, die immer schon durch gruselige und blutrünstige Aussagen bekannt war: die deutschen Märchen der Brüder Grimm, Aschenputtel.
Susanne und Jürgen schicken sich immer gegenseitig halbe Sätze zu, die der Andere vervollständigen und illustrieren soll. Das machen sie seit 2016. Auf Instagram kann man das hier sehen: >>> projektohnenamen.
Parallel zum Märchen von Aschenputtel las Juergen in der Apotheken- Zeitschrift etwas über die Plasmatherapie und die Möglichkeiten einen diabetischen, offenen Fuß mit dieser Methode zu heilen. Das war dann die thematische Brücke für ihn. Und es bedient sein momentanes Lieblingsthema: wie leben wir wohl in der nahen Zukunft.
Und so laut ist der ganze Satz nun:
#72: S: „Rucke di gu, rucke di gu, Blut ist im Schuh … und von irgendwoher muss es ja kommen: diabetischer Fuß vielleicht?“
Und an Susanne schickt Jürgen nun folgenden Satz: „Mir fehlt meine Morgengymnastik ….“