Kategorie: Buchalovs Tagebuch

  • man kann nichts aus dem Nichts schaffen

     

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    Aus dem Nichts könne man nichts Schaffen. Das sei klar, bei allem, was so entstehe. Auch wenn man glaube bei Null anzufangen, sei es nie die Null. Und wer behaupte, dass das, was er da mache, total einzigartig sei, völlig neu, der liege ebenso falsch. Es gibt andere, die es auch machen oder schon getan haben.

    Aber es gebe ein Band, eine Kontinuität, eigentlich ein Endlosband, das einen mit anderen Künstlern und ihren Werken auch in der Zeit verbinde. Es gebe keinen Anfang, kein Ende. Man sei Teil eines großen Stromes, der ewig fließe, auch ohne Anfang und Ende. So Juergen. Das glaube er.

    Wie er auf das Thema gekommen ist, ist mir schleierhaft.

    Die Festplatte Gehirn sei ohnehin voll bis obenhin mit Bildern, ästhetischen Eindrücken und einer Masse an visuellem Gedöns. Im Laufe der Zeit bleibt das nichts aus. Manche nennen das eine Prägung. Eine künstlerische. Andere versuchten eine Ordnung hineinzubringen. Er auch. Und dann merke man eben, dass man Teil eines Ganzen sei, eines Bandes. Dass man in einem Meer schwimme. Aus dem Nichts entstehe eben nichts.

    Und im Hintergrund lief der Song “ forever young“ von Bob Dylan.

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  • Der letzte Druck, und nun?

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    Nach dem „Prinzip der verlorenen Platte“ wird in „Zelle k5“ gearbeitet – vorwiegend. Das hat zwei zentrale Gründe: Juergen möchte einmal ein wenig am Geld für die Holzplatten, die als Druckstöcke zum Einsatz kommen, sparen, und das Arbeiten nach diesem Prinzip ist nicht ganz so zeitaufwändig, als wenn für jede Farbe eine Platte angelegt werden muss. Er arbeitet gerne so. Klar, da bleibt als Letztes nur der Rest einer Druckplatte übrig, Rudimente halt, alles futsch. Aber was soll’s, so ist es eben. Juergen macht das nichts.

    Und dann ist da die letzte Farbe, die aufgebracht wird mit den letzten hochstehenden Resten der Platte. Und genau von diesen letzten Plattenteile macht Jürgen immer eine kleine gesonderte Auflage von max zwei Stücken – manchmal auch auf Restepapier. Den Grund kann er nicht direkt sagen. Und was macht man dann damit? Das, ja das, entscheidet sich dann, irgendwann, später. Sie werden ihm wieder über den Weg laufen und ihn inspirieren. Oder ihm etwas sagen. Da ist er sich sicher. So war es jedenfalls bisher immer. Vorerst legt er das Material erst einmal in seinen Ständer mit dem ausgesonderten Papieren.

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  • Hintergrund

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    Es ist ein Kreuz mit den Hintergründen. Mal ergeben sie sich für Juergen bei seinen Bildern fast automatisch, weil sie sich aus der Komplexitatät des Motiv wie von selbst erzeugen, mal konstruiert er sich da was zusammen, was ihn nicht ganz glücklich macht. Zur Theorie des Hintergrundes hat er noch nichts gelesen.

    Was ihm denn wichtig sei, habe ich ihn gefragt? Lebendigkeit und Tiefe, das sei es, in der Regel. Klar, es gebe auch Motive, die ohne Hintergrund auskommen sollten. Aber ansonsten: Das Energetische des Hintergrundes soll auf das Motiv belebend wirken. Manchmal sogar beleben. Erzeugung von Tiefe. Das zentrale Motiv halten, fixieren.

    Er weiß, dass die Hintergründe, sogar die Beschaffenheit des Papiers, ein gestalterisches Mittel sind. Und weil er es weiss, möchte er es bewusst einsetzen und versucht Klarheit zu bekommen.

    Und während ich schreibe ruft er mir zu: „Hintergründe sind das Gegenteil von Leere“. Und dann: „Ohne Vordergrund kein Hintergrund und umgekehrt.“ Und schließlich: „Ein Hintergrund kann alles sein.“

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