Kategorie: Buchalovs Tagebuch

  • XYZ – Woche: Man hebt nie so einfach ein Fundstück vom Boden auf!

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    Es gibt immer Gründe. Immer einen Anlass. Immer irgendetwas, das einen zu einem bestimmten Handlungsschritt veranlasst. Das gilt auch für die Auswahl von Fundstücken.

    In der XYZ – Woche hat Juergen ein Fundstück aus seinem Vorgarten zum zentralen Thema erklärt. Wie es dazu kam gibt seine Gesprächsnotiz wieder:

    Gespräch am Frühstückstisch, 24-05-2019, mit M.:
    Ist das Müll? Nein, das ist ein Fundstück!
    Was ist ein Fundstück? Etwas, das ich gefunden und aufgehoben habe.
    Aber es gibt doch so viel Müll? Genau, es gibt wohl Gründe warum ich genau das aufgehoben habe.
    Und welche? Ich habe es schon seit Tagen aus den Augenwinkeln im Garten liegen sehen, ohne genau zu wissen, was es ist. Und als ich es dann in Händen hielt, fand ich die graue Farbe gut, die aber nicht gleichmässig über das Röhrchen verteilt ist. Und was wie eine Hülse aussah, ist eigentlich ein gerolltes Stück Papier oder Pappe, an den Enden wieder ganz unterschiedlich. Und dann fragte ich mich, wozu es dient. Und als ich bemerkte, dass es ein Teil  einer Silvesterrakete war, taten sich einige assoziative Möglichkeiten auf. Die will ich nun beim Arbeiten nutzen. Und deshalb habe ich es aufgehoben.
    Man hebt ein Fundstück nie einfach so vom Boden auf.

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  • XYZ-Woche: der vierte Tag ist der in der Mitte.

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    Es sei etwas Zweifaches, meinte Juergen. Auf der einen Seite versuche man auf das zurückzugreifen, bei dem man sicher sei und daß man beherrsche. Auf der anderen Seite gehe es um das sich öffnen gegenüber dem, was der andere so denke, tue und wie er seine Kunst realisiere. Juergen denkt laut nach über die „XYZ – Woche“ mit Dagmar, die sie beide momentan realisieren. Und er überlegt wie sie sich gegenseitig beeinflussen.

    Natürlich wirken sie aufeinander: so z.B. bei der Verwendung von unterschiedlichen Material, im Umgang mit den Hintergründen, mit dem Verfahren des Abrollens und auch bei der Frage nach der Bedeutung des Zufalls.

    Der vierte Tag, ist der in der Mitte und jetzt nimmt man schon so langsam das Ende in den Blick und teilt sich die Kräfte, die Zeit, die Möglichkeiten der Realisierbarkeit und den Stand der Entwicklung mit ein. Das schrieb ich als Zuschauer des Projektes.

    Und auf die Frage, was denn so neu sei, meinte Dagmar, dass man so rhizomartig vorgehen könne, werde ihr jetzt immer bewußter. Früher habe sie im Kopf das Bild Schritt fuer Schritt realisiert – lange gesessen und nachgedacht. Und dann gehandelt. Das sei planvoll gewesen. Und hier gehe sie mehr konkret von Schritt zu Schritt und denke parallel. „Rummäandern“ nennt sie das.

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    Als ich Jürgen heute abholte, saßen beide, Dagmar und Juergen, im Atelier, schauen auf die Wand und Dagmar meinte, dass dies eine Wandcollage sei. Collagen seine ihr momentan wichtig. An Collagen wolle sie arbeiten. Sie sagte auch: „Mein Gott! Es müssen so viele Entscheidungen getroffen werden. Na ja, sonst wäre es ja keine Kunst.“

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  • XYZ-Woche: der dritte Tag ist der mit der Hürde

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    Der dritte Tag heute bei der „XYZ-Woche“ war der mit der Hürde. Dagmar und Juergen arbeiten gemeinsam an diesemProjekt. Und ich bin der Chronist.

    Die Hürde, das war heute die Hitze und der Wunsch nach endgültigen Ergebnissen. Aber irgendwie ist es bei den Beiden noch zu früh dafür – scheint mir. Zufriedenheit stelle sich ja dann ein, so Juergen, wenn das, was man sich denke, und das, was das Ergebnis sei, zur Deckung gebracht werden könne. Dem war heute nicht ganz so. Aber er sei nahe dran gewesen, meinte er.

    Juergen hat aber das erste Motiv gedruckt- entstanden aus einem Fundstück, dass Dagmar mitgebracht hatte: der Rest eines Schneidebrettes. Aus vielen Versuchen sind ihm diese hier die Liebsten:

    Die Abrollungen sind Dagmars Punkt. Darin hat sie sich verbissen. Dagmar hat Pappe gerollt, gefaltet, durch die Presse gejagt, gehämmert und mit Oelfarbe eingerieben. Und als sie auf das Ergebnis von heute schaute, sagte sie: „Ich war in Schottland“.

    Und sie wird Montag zielstrebig, behutsam, energisch und zielorientiert daran weiterarbeiten. Jürgen ist da ja mit seinen Holzschnitten, wenn er das Holz bearbeitet und ihm mit den Beiteln im Raum fürs Grobe zu Leibe rückt, eher grob, direkt, laut, kraftvoll, aber ebenfalls zielorientiert.

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