Kategorie: Buchalovs Tagebuch

  • irgendwann macht es Klick

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    Wir sind wieder unterwegs, Juergen und ich, und stehen mit dem Wohnmobil im Miroland, genauer in Montroig, in Spanien, wie in fast jedem Jahr. Wir treffen uns mit Freunden und freuen uns, dass wir noch da sind. Hier in der Nähe ist Miro groß geworden. Und Juergen folgt mit dem Fahrrad seinen Spuren im Umland, den biografischen und visuellen.

    „Und?“ habe ich Juergen gefragt. „Und was?“ hat er zurückgefragt.

    Ich weiß, dass er sich in seiner Kunst momentan treiben läßt. Er hat sich zwar vor der Fahrt so einige Notizen gemacht, über mögliche Themen. Und hat auch einiges an Material eingepackt. Aber ich kenne ihn. Er schaut nun und beobachtetet und wartet. Und Miro ist so einer der roten Fäden, denen er folgt. Aber eben nur einer. Irgendwann macht es Klick und dann wird er beginnen. Ich kenne ihn.

    Buchalov

  • Marokko: das soll nun genügen

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    Dies seien jetzt die letzten Zeichnungen und Bilder zu unserer Marokkofahrt, sagte Juergen. Das solle nun genügen.

    Er habe zwar noch gar nichts von den Gärten in Marrakesch erzählt, dem von Andre Heller mit Namen „Anima“ und dem Majorelle – Garten von Yves Saint Laurant. Und von den tollen Frauen in der Frauenkooperative im mittleren Atlas, die selbst das Arganöl herstelle und  vermarkte. Und von dem mehr als ärmlichen Leben der Berber im Atlasgebirge. Und von dem freundlichen Taxifahrer. Oder dem Gauklerplatz in Marrakech, der abends zu einem Feuerwerk des Lichtes und der Stimmen werde. Oder der Kutschfahrt durch die Stadt. Oder dem tollen Essen während der Fahrt aus all den vielen Taginen. Es solle jetzt erst einmal genügen.

    Aber eins stehe schon fest: nächstes Jahr gehe es wieder dorthin, dann wohl in den südlichen Teil, ran an die Wüste. So ist Jürgens Plan. Ich darf mitfahren. Das hat er mir jedenfalls in die Hand versprochen.

    Buchalov

  • Marokko: eine Zeitreise

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    Juergen meinte gestern zu mir, dass es jetzt genug sei mit den marokkanischen Zeichnungen. Es gehe nicht weiter.

    Und ich fragte, was es denn nun gewesen sei? Ob sich Erkenntnisse ergeben hätten?

    Juergen erzählte mir dann von den Fünfzigern als er mit seinem Vater hinten im Garten die Hühner und Kaninchen geschlachtet habe. Und von der einmal jährlich stattfindenden Hausschlachtung. Er erzählte von seinem Onkel, der Gerber gewesen sei und wie er und seine Schwester als kleine Kinder zwischen den riesigen Betonbottichen mit der dunkel stinkenden Brühe beim Besuch der Tante Fangen gespielt hätten. Er erzählte mir von den Pferdegespannen, die im Dorf umhergefahren seien, von den langen Strecken, die er zu Fuss habe zurücklegen müssen, um irgendetwas zu erreichen, und  von den Fahrten auf dem Fahrrad in seiner Hüttensiedlung.

    Und das, genau das, sei ihm jetzt in Marokko wieder über den Weg gelaufen. Er sei zwar im Orient gewesen und habe sich dennoch ein wenig gefühlt wie in den Fünfzigern. Er habe teilweise gesehen,, was er schon einmal gesehen habe. Und er habe mal wieder einen Blick in das Gestern getan.

    Und daneben dann aber auch die SUVs, die es überall gäbe. Dann dieser Moloch Casablanca, diese glitzernde Stadt mit den Glasfassaden, die so auch in der deutschen oder europäischen Großstädten hätten stehen können, die Amerikanisierung an jeder Ecke, hier McDonalds, dort Modelabels wie Zara oder andere. Das Gleiche in Agadir, ein Hotelkomplex neben dem anderen. Dann die Autobahnen, die er so auch aus Frankreich kenne. Die Aufzüge in den Hotels, die alle von deutschen Firmen hergestellt worden seien.

    Buchalov