
Juergen putzte sich die Zähne, zog den Bademantel über, schaute sich im Spiegel an und meinte zu sich selbst: „Bin gespannt, in was für einen Zustand ich demnächst transformiert werde!“
Buchalov
Notizen von Juergen Kuester und seiner Kunstfigur Buchalov

Juergen putzte sich die Zähne, zog den Bademantel über, schaute sich im Spiegel an und meinte zu sich selbst: „Bin gespannt, in was für einen Zustand ich demnächst transformiert werde!“
Buchalov

Man drückt auf den Auslöser und im Bild findet sich das Gegenüber wieder. Und wenn man genau hinschaut, sieht man sich selbst. Wer das Fremde fotografiert, fotografiert auch immer sich selbst. Das meinte Juergen gestern zu mir. Wir fahren ja eigentlich nicht in die Fremde, um das Andere kennenzulernen. Es ist immer die Fahrt zu sich selbst. Juergen weiss, dass dies eine etwas versponnenen Sicht der Dinge sein kann. Na ja! Meine Unterstützung dabei hat er jedenfalls.

Wenn Juergen und ich unterwegs sind und reisen, dann prasselt ja so einiges auf einen ein. So auch in den vergangenen Tagen in Marokko. Fotografisches hält man dann so manches fest, vieles geht einem auch durch die Lappen. Man redet, man beredet. Juergen ist so ein Typ, der immer versucht, irgendwie rote Fäden, Strukturen, Linien, Verbindungen zu entdecken. Das gibt ihm halt. Dann fühlt sich in der Fremde nicht verloren.
Manchmal knuffe ich Juergen mit dem Ellbogen an, wenn er in den Gesprächen mit Mitreisenden, zu penetrant ist und redet und redet und fragt und fragt. Aber Juergen meint, das gehöre auch dazu, dieses sich mit anderen austauschen darüber, was gerade mit einem geschehe.
Auf der letzten Fahrt hatte er eine Gesprächspartnerin in diesem Sinne, ebenfalls weitgereist, und noch immerzu auf der Suche nach dem, was uns ausmacht. Ich soll von hier aus Claudia herzliche Grüße senden.
Buchalov