Das war eine Steilvorlage. Dieses Bild von diesem Schattenmann (siehe hier: >>>> ) passte wie die Faust aufs Auge. Jürgens Serie mit solchen Motiven heißt “der Schatten ist der Zwilling”. Die hingeworfene Zeichnung in Tusche mit einer Faltung am Ende des Blattes war dann nur noch ein Klacks. Bitte schön Myriade!
Die Idee, die dahinter stand war die, dass die Knickfalten ja Linien sein könnten und in ihrer Häufung vielleicht ein Netz ergeben. Und das zu erfassen und darzustellen: dies war die Aufgabe.
Ich habe ihn dabei beobachtet wie er das angestellt hat. Er hat aussortierte, gefaltete Papierobjekte wieder in den zweidimensionalen Zustand transferiert und die Linien mit dem Cutermesser herausgeschnitten. Der Zufall hat dann einen Teil übernommen, und Jürgen war derjenige, der das Gesamte anschließend bewertet hat. Das heisst konkret: Einiges landete an der Wand, der Rest im Mülleimer.
Auf dem Tisch liegt nun einiges aufgereiht. Und Jürgen umkreist das Alles immerfort und schaut und wägt ab. Seine Skizzen sind die Ausgangslage, die Faltungen das räumliche Ergebnis. Zumindest annähernd. Daran hat Jürgen die letzten Tage gearbeitet. Ich zeige mal einiges:
So, das ist das Eine. Es gibt aber ein Aber: Juergen „bastelt“ zwar weiter an den Faltungen und versucht freie Kreationen, die ihren Ausgangspunkt in den Skizzen haben. Aber so richtig groß ist sein Antrieb im Moment nicht mehr. So langsam geht ihm in diesem Beteich offenbar die Luft aus.
Er will sich aber noch mit dem Zusammenhang von Faltungen und Netzen beschäftigen. Das wird dann wohl die dritte Phase: Faltungen, die aussortiert wurden, wieder hervorholen, die Knickkanten irgendwie hervorheben, kratzen, schaben, nachzeichnen und das Ganze ins Zweidimensionale zurückführen. Na ja, mal schauen.