Buchalovs Blog

  • XYZ – Woche: der sechste Tag ist der mit der Routine!

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    Die Dinge sind auf den Weg gebracht, das Arbeiten hat feste Abläufe entwickelt: Dagmar und Juergen sind heute den sechsten Tag in der XYZ-Woche in Juergens Atelier in Geldern zusammen und versuchen, ihren Fundstücken auf die Spur zu kommen. Routinen halt! Routinen haben wohl etwas mit Sicherheiten zu tun. Aber eben auch nicht ganz!

    Während Dagmar ihre Collagen kleingearbeitet, Schriftversuche unternommen hat und weiterte Abwicklungen mit kaschierten Papier vornahm, beendete Juergen heute einige  Holzschnitte. Er hat nach dem Verfahren der verlorenen Platte gearbeitet. Das macht er gerne. Die Ergebnisse zeige ich morgen.

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    Dagmar verwendet ab und an den Begriff der „Komfortzone“. Sie meint wohl die Tatsache, dass man eigentlich vorhabe bei einem solchen Projekt mal was Neues zu probieren und dann doch in alte Muster verfalle, auf Nummer sicher gehe und alte Routinen abspule. Juergen hat sich auch dabei erwischt. Und er fragt sich dann, worin das Neue fuer ihn in der „XYZ -Woche“ bestehe. Stichworte sind: Abwickeln von Material und Motiven und die Rhizomtheorie konkret als Collage bzw. Assemblage zu begreifen: auch das ist neu.

    Ich kam hinzu als sie ein Gespräch über den Gehalt ihrer Werke führten und habe als Stichworte behalten: die Philosophie der OrtsMarke, die Kraft der Linie, die Kraft der Worte.

    Von da war der Weg nicht weit zu der Frage nach der Wertigkeit von Kunst, wann sie Bestand hat und was wohl gute oder schlechte Kunst sein könne und wann man mit seiner Kunst auf der Höhe der Zeit sei. Sie haben sich nicht in diesem Thema verbissen, sondern vieles offen gelassen – für morgen, denke ich.

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  • XYZ – Woche: Man hebt nie so einfach ein Fundstück vom Boden auf!

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    Es gibt immer Gründe. Immer einen Anlass. Immer irgendetwas, das einen zu einem bestimmten Handlungsschritt veranlasst. Das gilt auch für die Auswahl von Fundstücken.

    In der XYZ – Woche hat Juergen ein Fundstück aus seinem Vorgarten zum zentralen Thema erklärt. Wie es dazu kam gibt seine Gesprächsnotiz wieder:

    Gespräch am Frühstückstisch, 24-05-2019, mit M.:
    Ist das Müll? Nein, das ist ein Fundstück!
    Was ist ein Fundstück? Etwas, das ich gefunden und aufgehoben habe.
    Aber es gibt doch so viel Müll? Genau, es gibt wohl Gründe warum ich genau das aufgehoben habe.
    Und welche? Ich habe es schon seit Tagen aus den Augenwinkeln im Garten liegen sehen, ohne genau zu wissen, was es ist. Und als ich es dann in Händen hielt, fand ich die graue Farbe gut, die aber nicht gleichmässig über das Röhrchen verteilt ist. Und was wie eine Hülse aussah, ist eigentlich ein gerolltes Stück Papier oder Pappe, an den Enden wieder ganz unterschiedlich. Und dann fragte ich mich, wozu es dient. Und als ich bemerkte, dass es ein Teil  einer Silvesterrakete war, taten sich einige assoziative Möglichkeiten auf. Die will ich nun beim Arbeiten nutzen. Und deshalb habe ich es aufgehoben.
    Man hebt ein Fundstück nie einfach so vom Boden auf.

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  • XYZ-Woche: der vierte Tag ist der in der Mitte.

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    Es sei etwas Zweifaches, meinte Juergen. Auf der einen Seite versuche man auf das zurückzugreifen, bei dem man sicher sei und daß man beherrsche. Auf der anderen Seite gehe es um das sich öffnen gegenüber dem, was der andere so denke, tue und wie er seine Kunst realisiere. Juergen denkt laut nach über die „XYZ – Woche“ mit Dagmar, die sie beide momentan realisieren. Und er überlegt wie sie sich gegenseitig beeinflussen.

    Natürlich wirken sie aufeinander: so z.B. bei der Verwendung von unterschiedlichen Material, im Umgang mit den Hintergründen, mit dem Verfahren des Abrollens und auch bei der Frage nach der Bedeutung des Zufalls.

    Der vierte Tag, ist der in der Mitte und jetzt nimmt man schon so langsam das Ende in den Blick und teilt sich die Kräfte, die Zeit, die Möglichkeiten der Realisierbarkeit und den Stand der Entwicklung mit ein. Das schrieb ich als Zuschauer des Projektes.

    Und auf die Frage, was denn so neu sei, meinte Dagmar, dass man so rhizomartig vorgehen könne, werde ihr jetzt immer bewußter. Früher habe sie im Kopf das Bild Schritt fuer Schritt realisiert – lange gesessen und nachgedacht. Und dann gehandelt. Das sei planvoll gewesen. Und hier gehe sie mehr konkret von Schritt zu Schritt und denke parallel. „Rummäandern“ nennt sie das.

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    Als ich Jürgen heute abholte, saßen beide, Dagmar und Juergen, im Atelier, schauen auf die Wand und Dagmar meinte, dass dies eine Wandcollage sei. Collagen seine ihr momentan wichtig. An Collagen wolle sie arbeiten. Sie sagte auch: „Mein Gott! Es müssen so viele Entscheidungen getroffen werden. Na ja, sonst wäre es ja keine Kunst.“

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