Es ist nicht zielgerichtet, es ist nicht auf ein bestimmtes Ergebnis gerichtet, Das Material lag herum. Also könne man es auch irgendwie zerschneiden und verkleben. Das geht ja irgendwie immer. Meinte Juergen.
Buchalov
Notizen von Juergen Kuester und seiner Kunstfigur Buchalov
Es ist nicht zielgerichtet, es ist nicht auf ein bestimmtes Ergebnis gerichtet, Das Material lag herum. Also könne man es auch irgendwie zerschneiden und verkleben. Das geht ja irgendwie immer. Meinte Juergen.
Buchalov

Sie haben über die Religiosität der Frauen zuhause geredet. Die in alten Zeiten. Jürgen und ich saßen im Cafe und mussten mithören.
Es war ein Altherrengespräch am Nebentisch und die Drei hatten „mit nichts was an der Backe“: über jeden und alles wurde geredet und auch gelästert. Alle durften offen mithören. Es galt die Zeit im Cafe totzuschlagen. Und als die eigenen Mütter und ihre Lebensleistung in den Focus kamen, war der Weg nicht weit zur Frage nach der Religiosität in alten Zeiten. Ergebnis: nach den Kerzen sind sie nicht gerannt. Sie schienen auch im Nachhinein noch erleichtert über diese Tatsache.
Buchalov
Ein Bild vom Meer, ein Portrait, eine Überblendung, ein paar Bänke, ein abstraktes Zwickelbild. Alles das liegt auf Latos Arbeitstisch in seiner Werkstatt, und es schaut ihn an, und er schaut zurück.
Lato ist viel unterwegs. Gedanklich und real. Denn Lato sucht. Es ist immer die gleiche Frage, die ihn treibt: wie geht Leben?
Und wenn er dann in seiner Werkstatt sitzt und die Dinge an sich vorbeigleiten lässt, dann sucht er auch nach der roten Linie, der Verbindung zwischen dem, was er gesehen bzw. getan hat und dem, was da an Bildern vor ihm liegt. Der rote Faden, wenn er ihn denn findet, zeigt ihm, dass die Dinge zusammenhängen. Alle. Irgendwie. Denn das ist auch so eine Theorie vom Leben, die man glauben kann oder nicht. Dahinein gehört auch die Idee vom Rhizom und dass alles wild wuchernd durch unser Leben wabbert, miteinander verbunden, und dass das Entdecken von Sprossungen so wichtig ist.
Der rote Faden hier, und Lato blickte auf den Tisch und auf die Bilder, sei wohl die Sehnsucht, meinte er, die Sehnsucht von der Weite und wilden Freiheit, die Sehnsucht nach dem Wissen um die vielen Schichten, die uns umgeben, die Sehnsucht danach, mehr als nur ein Gesicht zu sein, die Sehnsucht nach der Ruhe und dem besonderen Ort, und letztendlich die Sehnsucht nach dem, was uns alle verbinden kann und sollte.
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P.S. Wer ist Lato? Was verbirgt sich dahinter: Hier der Link: >>> Lato <<<
Und hier der Link zur Impulswerkstatt: >>> Myriades Impulswerkstatt
Buchalov/Jürgen