„im Atelier“
Buchalov
Notizen von Juergen Kuester und seiner Kunstfigur Buchalov

Fast jeden Morgen sehe ich wie Juergen „zur Arbeit“ geht. Er schließt das Atelier „Zelle k5″ auf und legt los.
Das ist das Eine. Das Andere ist tiefer, denn den gesamten Tag über und manchmal auch nachts treiben ihn die Gedanken um zu dem, was er da im Atelier so tut. Es gelte viel zu bedenken, sagt er.
Und im Prozess des Arbeitens selbst lasse er sich dann treiben und sei wachsam, denn der Zufall könne ja jeden Moment um die Ecke kommen. Den müsse er erwischen. Denn dann werde es richtig spannend. Behauptet er. Und die Dinge kämen immer zu einem guten Ende. Das behauptet er auch.
Buchalov

Drei Anlässe führen zu diesem Thema: einmal Susannes Blogbeitrag schon vor Wochen, die schwer auszuhaltenden Teilergebnisse im Projekt „Prinzessinen und Prinz“ und der kritische Blick auf seine eigenen Selfies. So jedenfalls Juergen, als er heute mit mir in >>> „Zelle k5“ <<<saß.
Ist Eitelkeit eine Todsünde? Quatsch!
Ist Eitelkeit Selbstverliebtheit? Schon eher.
Ist Eitelkeit Teil eines gesunden Selbstbewußtseins? Geht auch.
Und Eitelkeit als Form des Narzissmus? Hier ist es wie immer: Zuviel ist nicht gesund, zu wenig schadet ebenfalls. Also die Mitte suchen. Vielleicht trifft das Wort „Selbstbewusstsein“ den Punkt.
Aber vielleicht sollte man alles auch nicht so hoch aufhängen und die Eitelkeit ist nicht mehr als der Versuch, seinen eigenen Vorstellungen davon wie man öffentlich auftreten möchte, Stichwort Erscheinungsbild, zu genügen. Man möchte ja schließlich die Kontrolle über das eigene Auftreten behalten, oder? Halte ich für denkbar.
So Juergen zu mir, heute, oder besser zu sich selbst, vor sich hin grummelnd, spontan, vielleicht nicht genügend reflektiert, aber immerhin, während er an seinen Scherenschnitten in >>> „Zelle k5“ <<< arbeitete.
Buchalov